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Auf Augenhöhe mit dem Klassenprimus

Die dritte Gene­ration des Hyundai i30 ist ein echter Hingucker. Was kann der speziell für Europa entwickelte Koreaner der starken Konkurrenz aus Deutschland entgegenhalten?

Gut und billig – so könnte man, etwas reduziert, wiedergeben, was die Fachpresse in den letzten Jahren über die koreanische Marke Hyundai befunden hat. Doch über gut und billig ist Hyundai längst hinaus. Die aktuellen Modelle sind qualitativ hochstehend, ansprechend gestaltet und modern bestückt, dafür sind sie auch nicht mehr billig. Preiswert sind sie nach wie vor. Etwas hintan stehen die Koreaner noch bezüglich der Antriebe, zumindest bei den konventionellen Verbrennungsmotoren. Doch auch hier holen sie langsam auf.

Ein eindrückliches Beispiel ist der neue i30, der seit 2008 in der Golfklasse um Marktanteile buhlt und nun in dritter Generation neu aufgelegt wurde. Unsere erste Kontaktaufnahme mit dem Testwagen in einer dunklen Tiefgarage verläuft in mehrfacher Sicht überraschend. Mit seiner prägnanten Lichtsignatur macht der Koreaner von weitem auf sich aufmerksam, zieht das Auge auf sich und macht sogleich klar, dass sich der i30 nicht mehr hinter dem deutschen Klassenprimus verstecken will. Beim Näherkommen erkennen wir das sehr geschmeidige, fast schon rundgelutschte Design, das auf jeden Fall harmonisch ist und, so finden wir, sehr gut aussieht.

Eingestiegen, folgen die nächsten Aha-Momente. Das Cockpit ist wunderbar klar gegliedert, die Oberflächen sind von einer angenehmen Haptik und die topmoderne Ausstattung lässt sich hier und dort bereits erkennen. Vieles davon steckt aber im Verborgenen, wie etwa die zahlreichen Assistenzsysteme: Ein Notbremssystem mit Fussgängererkennung, ein adaptiver Tempomat mit Spurhalteassistenz oder eine Warnung vor hinter dem Fahrzeug kreuzendem Verkehr sind nur einige Beispiele. Uns fehlt ein Head-up-Display – ansonsten ist wirklich alles an Bord, was man sich wünschen kann.

Regelrecht verblüfft sind wir nach dem Schlüsseldreh: Läuft der Motor schon? Doch, ja, aber vom leise schnurrenden Benziner ist tatsächlich kaum etwas zu hören – das kennt man sonst nur von Hochpreisprodukten. Dieser Motor ist übrigens ein nagelneuer 1,4-Liter-Turbobenziner, der mit einer Leistung von 140 PS und 242 Newtonmetern Drehmoment nicht gerade ein Ausbund an Sportlichkeit, für den durchschnittlichen Kompaktwagenfahrer aber wohl ausreichend spritzig ist. Auch unser Durchschnittsverbrauch von über 7 Litern haut uns nicht vom Hocker – wie gesagt, Antriebe sind nicht die grösste Stärke der Koreaner. Gefallen hat uns dafür das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das seine Arbeit dezent und stimmig verrichtet.

Im Alltag haben wir den neuen i30 als äusserst angenehm empfunden. Die Platzverhältnisse sind gut, sowohl im Passagier- als auch im Kofferraum, der Sitzkomfort ist tipptopp, und die Kombination aus laufruhigem Motor, guter Schallisolation und komfortabler Ausstattung erzeugt ein wohliges Fahrgefühl.

Die Lenkung sei 10 Prozent direkter ausgelegt als beim Vorgänger und reagiere 15 Millisekunden rascher, sagte man uns. Auch wurde dank höherem Anteil an hochfesten Stählen das Gewicht um 28 Kilogramm und die Verwindungssteifigkeit um 28 Prozent erhöht. Das mag sein, wir können nur ein tadelloses Fahrverhalten, einen ordentlichen Federungskomfort und insgesamt ein stimmiges Paket bestätigen.

In der Kompaktklasse wird alles am VW Golf gemessen, und so muss sich auch der neue Hyundai i30 den Vergleich gefallen lassen. Ein besserer Golf ist er unserer Meinung nach nicht, doch auf jeden Fall eine spannende Alternative auf Augenhöhe. Der Preis der von uns gefahrenen Variante 1.4 T-GDi mit DCT-Getriebe in der Topversion Vertex von 33‘900 Franken ist nicht billig, aber angemessen.

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