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Ab in luftige Höhen

Nach dem Citroën C5 kommt nun auch der C3 als hochbauender Aircross. Er ersetzt den Minivan Picasso – und macht seine Sache richtig gut.

Es ist längst Courant normal: Die Autohersteller hauen in einer beachtlichen Kadenz kleine und kompakte SUV auf den Markt. Jeder will ein Stück von diesem immer grösser werdenden Kuchen. Marken, die eigentlich nichts mit dieser Karosserieform am Hut haben, drängen in den Markt. Andere schaffen kurzerhand lange etablierte Baureihen ab, um sie mit trendigen SUV oder Crossover zu ersetzen. Alleine die Zahl an SUV-Modellen, die in diesem Herbst lanciert werden, ist beeindruckend; wir zählen zehn komplett neue Modellreihen von diversen Herstellern. Der Kunde kauft willig, und ein Ende dieses Booms ist nicht abzusehen.

Auch Citroën hat dies freilich erkannt und ersetzt den etwas pummeligen Minivan C3 Picasso durch einen aufsehenerregenden SUV: den C3 Aircross. Vorangegangen war bereits der C5 Aircross, und natürlich ist da noch Luft in der Modellpalette, um in Zukunft noch weitere SUV-Baureihen einzuführen.

Wir begegnen dem charismatischen Franzosen auf Korsika, und der SUV scheint gut auf diese Insel und zu ihren Bewohnern zu passen: Auch er ist etwas eigenwillig und mag auf den ersten Blick etwas schroff erscheinen, ist aber im Grunde herzensgut und äusserst charmant. Man wird dieses extravagante Design lieben oder belächeln – uns gefällt es ausnehmend gut, weil Citroën hier einen eigenen Weg geht, etwas Frische auf die Strasse bringt, dem Fahrzeug Charakter verliehen hat. Und viele der Korsen, denen wir auf unserer zweitä­gigen Testfahrt begegnen, sehen das ähnlich: Dem C3 Aircross fallen die Blicke zu, wo auch immer er auftaucht.

Wir sind bei der Kontaktaufnahme erst einmal platt: Wie schafft man es nur, einem so kompakten Fahrzeug eine derart bullige Präsenz zu verleihen? Die Frontpartie wirkt riesig, obwohl sie es eigentlich gar nicht ist; das ganze Fahrzeug wirkt deutlich breiter und höher, als die Zahlen es ausweisen: Der C3 Aircross misst nur 4,15 mal 1,76 Meter und ist 1,64 Meter hoch. Die Platzverhältnisse sind dennoch gut, man sitzt überall bequem mit einem luftigen Gefühl, was einerseits an der erhöhten Sitzposition und andererseits an der grosszügigen Fahrzeughöhe liegt.

Auch das Kofferraumvolumen mit 410 Litern ist grosszügig, zumal sich die Rückbank um 15 Zentimeter verschieben lässt und so 110 zusätzliche Liter Gepäckraum ermöglicht; ist sie allerdings ganz vorne, will man hinten nicht mehr sitzen. Mit komplett umgeklappten Fondsitzen können 1289 Liter geladen werden.

Der Innenraum ist ebenso frisch und frech wie übersichtlich gezeichnet, das Gestaltungselement eines abgerundeten Rechtecks findet sich an diversen Orten innen und aussen und webt einen roten Faden durch das gesamte Design. Natürlich gibt es zahl­reiche Individualisierungsmöglichkeiten, ohne scheint es heute nicht mehr zu gehen.

Die Ausstattung ist beachtlich. Ein Head-up-Display, ein Einparkautomat, eine (leider etwas ruckelige) Rückfahrkamera, ein Spurhalte- und ein Notbremsassistent, eine Warnung vor Objekten im toten Winkel und einiges mehr ist serienmässig oder auf Wunsch erhältlich. Da der C3 Aircross leider nicht über Allradantrieb verfügt, kann er mit einer erweiterten Traktionskontrolle, genannt Grip Control, ausgestattet werden, genauso wie mit einem Bergan- und Bergabfahrassistenten. Auch an Komfortfeatures mangelt es nicht, ein modernes, vernetzbares Infotainmentsystem, eine ordentliche Soundanlage, Sitzheizung und dergleichen mehr sind an Bord.

Am Steuer ergibt sich übrigens ein anderes Bild, als man es von aussen vermuten könnte: Der Citroën sieht zwar aggressiv aus, ist aber in Wahrheit ein totaler Softie. Dies ist keinesfalls despektierlich gemeint: Der Fahrkomfort ist hoch, ohne dass der Aircross eine Schaukelkiste wäre; auf den sehr kurvigen Strassen um Ajaccio bewies der Aircross Kurventalent, mit einem ausgewogen abgestimmten Fahrwerk und einer angenehmen Lenkung. Nur die Sitze sind dafür nicht wirklich geeignet – sie sind zwar sehr bequem, bieten aber zu wenig Seitenhalt für spassige Kurvenfahrten.

Die Motoren: Ein 1,2-Liter-Benziner, der als Sauger 82 PS und turboaufgeladen 110 oder 130 PS bietet, sowie ein 1,6-Liter-Diesel mit 100 oder 120 PS stehen zur Wahl. Je nach Variante ist ein manuelles Getriebe mit fünf oder sechs Gängen oder eine Sechsgangautomatik erhältlich. Die Preise starten bei 17‘990 Franken, der stärkste Diesel in der Top-Ausstattung Shine wird ab 28‘890 angeboten.

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