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Kommentar zu GrossbritannienOh, no! Der Brexit ist gar nicht vorbei

Grossbritannien ist jetzt zwar offiziell unabhängig von Europa. Aber das Verhältnis zwischen London und Brüssel wird ein zentraler Streitpunkt in der britischen Politik bleiben. Zu viele ungelöste Fragen wurden einfach nur aufgeschoben.

Der vermeintliche Schlusspunkt: Der britische Premier Boris Johnson unterschreibt den Brexit-Vertrag in London.
Der vermeintliche Schlusspunkt: Der britische Premier Boris Johnson unterschreibt den Brexit-Vertrag in London.
Foto: Leon Neal (AP/Keystone)

Boris Johnson glaubt, sein Versprechen eingelöst und den Brexit «über die Bühne» gebracht zu haben. Selbst für Nigel Farage, den Führer der Brexit-Partei, ist «der Krieg jetzt vorbei». Zweifellos sind die Briten, nach fast fünf Jahren bitterer Schlachten, des Schlachtenlärms müde. Aber so leicht entkommen sie der Tatsache nicht, dass ihr Problem mit Europa weiter ein zentrales Problem britischer Politik bleibt – dass es keineswegs «gelöst» ist, wie Johnson nun erklärt.

Schon der neue Handelsvertrag, der am 1. Januar in Kraft trat, ist ja keinerlei Schlusspunkt. Er ist auf weiteres Tauziehen in allen möglichen Bereichen angelegt. Ein komplexes System immer neuer Ausschuss-Verhandlungen muss sich permanent mit Streitfragen um Standards, um Strafzölle, um Wettbewerbsbedingungen befassen. Datenaustausch und künftiger Status der Finanzbranche stehen weiter zur Debatte. Die Fisch-Frage kommt in ein paar Jahren neu aufs Tapet.

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