Rapperswil-Jona

Zwei Tänzerinnen wetteifern um Beethoven

Zwei Tänzerinnen und Klaviermusik von Ludwig van Beethoven: Nelly Bütikofers neues Stück kommt anfangs März ins Kulturparkett.

Karin Minger (links) und Nelly Bütikofer zeigen ihr neues Tanzstück anfangs März im Kulturparkett in Rapperswil-Jona.

Karin Minger (links) und Nelly Bütikofer zeigen ihr neues Tanzstück anfangs März im Kulturparkett in Rapperswil-Jona. Bild: zvg/Dominique Uldry

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Spricht so ein Kind? Oder eine Ausländerin, die Deutsch lernt? Falsch. Beim Satz «Ja sagen zum bin ich geworden so sein» handelt es sich um Tanzsprache. Es ist die Sprache des neuen Stücks von Nelly Bütikofer und Karin Minger. Der Titel «Ja sagen zum bin ich geworden so sein» stammt aus einem Gedicht von Wolfgang Heyder. Der Schriftsteller, Dramaturg und Dozent an der Berliner Filmhochschule hat es für die 2009 verstorbene Tänzerin und Choreografin Pina Bausch (Tanztheater Wuppertal) geschrieben. Dieses Zitat und die Eroica-Variationen für Klavier von Ludwig van Beethoven sind Ausgangspunkt und Inspirationsquelle für Bütikofers und Mingers neues Stück. Es hatte Ende Januar in Bern Premiere und kommt jetzt ins Kulturparkett und in die Alte Fabrik.

Die in Rapperswil-Jona wohnhafte, klassisch ausgebildete Nelly Bütikofer gehört zu den Pionierinnen der freien Tanzszene in der Schweiz. Die mehrfach ausgezeichnete Tänzerin und Choreografin konfrontiert ihre Kunstform mit Theater, Text, bildender Kunst, Musik und Video und schafft damit szenische Bilder, die lange im Gedächtnis des Zuschauers haften bleiben. Bütikofer geht von Alltäglichem aus wie in der Produktion «Ich sass dann da», einer Zeitreise ins Klassenzimmer, oder nimmt sich Biografien vor wie jene der Künstlerin Sophie Taeuber-Arp im erfolgreichen Stück «Sophie tanzte und träumte». Manchmal bildet auch ein Stück Literatur die Vorlage, wie 2015 in «Cosimo bleibt oben», das auf einer Novelle des italienischen Dichters Italo Calvino beruht.

Musik von Beethoven

Karin Minger arbeitet seit 1999 regelmässig mit Nelly Bütikofer zusammen. Minger liess sich in Zürich und Amsterdam zur Bühnentänzerin ausbilden und war mit zahlreichen Solochoreografien im In- und Ausland zu Gast. Als erste Schweizerin wurde sie ins renommierte Danceweb-Stipendiatsprogramm nach Wien eingeladen. Am Klavier werden die beiden Tänzerinnen von der Pianistin Stefi Spinas begleitet. Auch Spinas, Mitglied des Ensembles Miroir, ist keine Unbekannte in den Produktionen von Nelly Bütikofer.

Die Eroica-Variationen komponierte Ludwig van Beethoven 1802. Die 15 Klavierstücke mit teilweise erstaunlich jazzigem Einschlag sind für die beiden Tänzerinnen ein Synonym für Spiel und Kreativität. Spielerisch be- und erfragen die beiden Tänzerinnen ihr choreografisches Handwerk und ihre tänzerische Ausdrucksweise, die seit Jahrzehnten ihren beruflichen Alltag bestimmen. Sie stellen ihre je eigene Interpretation vor, treten in einen Dialog, vergleichen, wetteifern, kopieren, verändern, zerlegen und setzen neu zusammen. So treiben sie sich gegenseitig immer weiter in einen tänzerisch-musikalischen Kosmos hinein, aus dem sie schliesslich wieder etwas Neues hervorbringen.

«Ja sagen zum bin ich geworden so sein» von und mit Nelly Bütikofer: Sonntag, 4. März, 18 Uhr, Kulturparkett, Zürcherstrasse 141, Rapperswil-Jona und Donnerstag, 26. April, 20 Uhr, Alte Fabrik, Klaus-Gebert-Strasse 5, Rapperswil-Jona. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.02.2018, 14:09 Uhr

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