Circus Knie

Zirkusfans sollen Knie das neue Zelt finanzieren

Zum 100. Geburtstag wünscht sich die Familie Knie ein neues Zirkuszelt. Bezahlen sollen das 250'000 Franken teure Chapiteau die Besucher. Via Crowdfunding können Zirkusfans ein symbolisches Zeltstück beisteuern – und sich auf dem neuen Zelt verewigen lassen.

Das alte Zirkuszelt hat ausgedient: Familie Knie wünscht sich zum 100. Geburtstag ein neues Chapiteau.

Das alte Zirkuszelt hat ausgedient: Familie Knie wünscht sich zum 100. Geburtstag ein neues Chapiteau. Bild: Keystone

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Keinen Blumen­strauss, keine Scho­kolade, keine herkömm­lichen Geschenke will der Circus Knie zum runden Geburtstag. Viel mehr Freude würde der Zirkusfamilie für die Tournee 2019 ein neues Zelt bereiten.

Dar­um lan­ciert der Schweizer National-Circus zu seinem 100-Jahr-Jubiläum eine besondere Ak­tion: Zirkus­fans, Freunde und Gönner sol­len­ dem Unternehmen zu ­einem neuen Chapi­teau ver­helfen. «Wir wünschen uns sym­bo­lische Zeltstücke», sagte Zirkusdirektor Fredy­ Knie jun. gestern anlässlich einer Pressekonferenz zum Jubiläumsprogramm. 250 000 Franken kostet die notwendige Blache für ein neues Zirkus­zelt. Sie muss alle zehn Jahre­ ersetzt werden. Dieser Zeitpunkt sei nun erreicht. Nicht zuletzt­ hat der Circus Knie im letzten Herbst eines seiner Zelte im Sturm verloren.

Bindung zum Zirkus schaffen

Das Geld für das neue Zirkuszelt soll via Spendenaufruf im Internet zustande kommen. Beim soge­nann­ten Crowdfunding steuert eine Vielzahl von Menschen grössere und kleinere Summen bei. Zur Idee angeregt habe der Hauptsponsor, die Raiffeisenbank. «Ich hatte zuerst ein wenig Bedenken, dass es wie Betteln daherkommen könnte», schildert Knie. Jedoch bekämen alle Gönner als Dankeschön für ihren Zustupf ein Geschenk, hebt er hervor.

Dies reicht von einer Tasche aus einer alten Zirkuszeltblache (ab einer Spende von 250 Franken), einem handsignierten Knie-Jubiläumsbuch (ab 300 Franken) bis hin zur Möglichkeit, sich mit seinem Namen auf dem neuen Zirkuszelt zu ver­ewigen (ab 500 Franken). «Jeder, der etwas ans neue Chapiteau spendet, darf somit stolz sagen, er sei Teil dieses Zelts», bringt Knie die Idee auf den Punkt. Dadurch schaffe man eine Bindung zum Zirkus. Und: «Wir freuen uns über jeden Franken.» Auch kleine Beträge, etwa 10 Franken, seien willkommen.

Teure Infrastruktur

Ausgaben für seine Infrastruktur hatte der Circus Knie in den letzten Jahren nicht wenige: So investierte er in zwei Rundbögen, welche die alten Zeltmasten ersetzen, um dem Publikum freie Sicht in die Manege zu gewähren. Nicht zuletzt darum sei man froh um finan­zielle Unterstützung durch die Besucher und Zirkusfreunde, sagt der Zirkusdirektor.

175 000 Franken hat der Circus Knie als Zwischenziel festgesetzt. Kommt der Betrag zustande, werden die entsprechenden Geschenke verteilt. Wenn nicht, werde der Circus selber den fehlenden Betrag dazulegen. Was dann mit den vorgemerkten Geschenken geschehe, sei noch offen, sagt Knie. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die 175 000 Franken erreicht werden. Bereits wenige Stunden nach der Pressekonferenz betrug der Betrag mehrere Tausend Franken.

Kommt mehr Geld als 250 000 Franken zusammen, soll jeder zusätz­liche Franken in weitere Infra­struktur fliessen – und damit letztlich wieder den Besuchern zugutekommen, erklärt Knie. Zum Beispiel könnten neue ­Stühle künftig versetzt ange­ordnet sein, damit das Publikum besser in die Manege blicke.

Farblich wird das neue Cha­piteau nicht vom bisherigen Erschei­nungsbild abweichen: Es soll im rot-weissen Farbkleid ­daherkommen, sagt Knie. Auch in puncto Grösse ändere sich nichts.

Dinieren mit Familie Knie

Als zusätzliches Zückerchen hält die Familie Knie allen Spendern eine Verlosung bereit: Der Gewinner darf ein Wochenende lang im Circus Knie verbringen. Von der Knochenarbeit bleibe der Gast aber verschont, versichert der Zirkusdirektor. Viel mehr gehe es dar­um, in die Zirkuswelt einzutauchen, den Bereich hinter der Bühne kennen zu lernen und im Wohnwagen zu übernachten. «Und natürlich, mit der Familie Knie zu dinieren.»

Crowdfunding unter: www.lokalhelden.ch/zirkuszelt.

Erstellt: 21.08.2018, 20:58 Uhr

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