Rapperswil-Jona

Zeitplan für Kündigungen bei Petroplast Vinora steht

Im August werden bei Petroplast Vinora die ersten Kündigungen am Standort Jona ausgesprochen. Für die Mitarbeiter startet ein Konsultationsverfahren. Doch die Stellen sind so oder so weg.

Die Geschichte von Petroplast Vinora?endet in Jona bereits auf Anfang 2017.

Die Geschichte von Petroplast Vinora?endet in Jona bereits auf Anfang 2017. Bild: Sabine Rock

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Das Ende der Traditionsfirma Petroplast Vinora in Andwil und ­Jona ist bereits seit Februar traurige Gewissheit. Nun ist klar, wann auch am Standort Jona die ersten Kündigungen ausgesprochen werden. Die Mitarbeiter wurden diese Woche von Miteigentümer und Verwaltungsrat Benno Schneider an einer Betriebsversammlung informiert.

Wie Schneider auf Anfrage der «Zürichsee-Zeitung» erklärt, sollen die Kündigungen gestaffelt ausgesprochen werden. Vorläufig geplant ist, dass frühestens Ende August und spätestens Ende Oktober 2016 rund 60 Kündigungen im Bereich «Kehrichtsäcke und allgemeine Produkte» ausgesprochen werden. Diese werden laut Schneider frühestens auf ­November 2016, spätestens auf Ende Januar 2017 wirksam. Ende August oder Ende September sind rund 40 Kündigungen für den Bereich Pharma und Lebensmittel geplant. Diese sollen Ende November oder Dezember wirksam werden.

Wenige dürfen länger bleiben

Ende September und Ende Oktober erhalten weitere 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kündigung. Deren Arbeitsverhältnis soll am 31. Dezember 2016 oder am 31. Januar 2017 enden.

Ab diesem Zeitpunkt sollte der Käufer der Firma, die deutsche Papier-Mettler, in der Lage sein, die Produktpalette von Petro­plast Vinora komplett abzubilden. Die Fabrikareale und Firmengebäude werden danach verkauft.

«Eine Anzahl von Mitarbeitenden werden wir darum bitten, noch bis zum Frühjahr 2017 für uns tätig zu sein.»Benno Schneider,
Miteigentümer

«Eine Anzahl von Mitarbeitenden im Bereich Logistik, Gebäudeunterhalt und Administration werden wir darum bitten, noch bis zum Frühjahr 2017 für uns ­tätig zu sein», sagt Schneider. Wie viele Mitarbeiter diese Anfrage betreffen wird, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ­sagen.

Konsultation startet

Mit der Mitarbeiterinformation startet auch die Frist für das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren. Bis Mitte Mai haben die Mitarbeitenden von Petroplast Vinora in Jona Zeit, Vorschläge zur zeitlichen Verschiebung von Kündigungen und zur Milderung der Folgen einzureichen. Benno Schneider machte den Mitarbeitenden aber bereits an einer Medienkonferenz im Februar wenig Hoffnung. Damals sagte er: «Die Frage hat keinen grossen Sinn, weil mit Papier-Mettler eine gültige Vereinbarung getroffen werden musste.» Petroplast Vinora will für die betroffenen Mitarbeiter einen Sozialplan anbieten: Er werde eine Outplacement-Beratung, Weiterbildungsangebote und Kurse enthalten. Zudem versuche man, einen Fonds für Härtefälle einzurichten.

Nur Produkte gekauft

Der deutsche Hersteller Papier-Mettler wollte beim Kauf von Petroplast Vinora einzig den Kundenstamm, die Vertriebsorganisation und die Produktpalette übernehmen. An der Produktion in der Schweiz war das Unternehmen nicht interessiert. Wie viel Papier-Mettler dafür zahlt, ist nicht bekannt. Gemeinsam mit dem Standort Andwil gehen bei der Übernahme bis zu 230 Stellen verloren. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.05.2016, 08:45 Uhr

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