Schmerikon

Wohin mit dem Schnee von gestern?

Der Wintereinbruch stellt die Gemeinden im Linthgebiet jedes Jahr vor Herausforderungen. Das zeigt auch das Beispiel Schmerikon. Gemeindepräsident Félix Brunschwiler erklärt, was Private in Sachen Schnee dulden müssen.

Für schneefreie Trottoirs sind die Gemeinden selber verantwortlich. Die Strassen hingegen werden vom Kanton geräumt.

Für schneefreie Trottoirs sind die Gemeinden selber verantwortlich. Die Strassen hingegen werden vom Kanton geräumt. Bild: Archiv ZSZ

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Pünkltich zur Adventszeit ist es kalt geworden im Land. Und bereits trug auch das Flachland schon ein weisses Kleid, wenn auch nur für kurze Zeit. Auf den Feldern und Wiesen ist der Schnee auch gewiss schön anzusehen, auf Trottoirs und Strassen stört er jedoch schnell. Fällt die weisse Pracht in Massen, muss sie, damit ein reibungsloser Strassenverkehr gewährleistet ist, innert kürzester Zeit weggeräumt werden.Das ist auch in Schmerikon nicht anders.

Dort publiziert man im eigenen Gemeindeblatt jährlich wichtige Hinweise im Zusammenhang mit dem Winterdienst. Denn die Schneeräumung bringt einige Herausforderungen mit sich – sowohl für Gemeinde als auch Bevölkerung. «Wir haben jeden Winter Diskussionen mit der Bevölkerung bezüglich Räumung und Lagerung des Schnees», sagt Gemeindepräsident Félix Brunschwiler (parteilos).

Die Gemeinde sorgt für schneefreie Trottoirs

Der Grund: Die Verantwortung für die Schneeräumung teilen sich Kanton und Gemeinde. So werden die Strassen vom Kanton geräumt, für schneefreie Trottoirs ist jedoch die Gemeinde zuständig. «Wir beginnen jeweils am Morgen mit der Räumung der Trottoirs», sagt Félix Brunschwiler. «Da das kantonale Strasseninspektorat ein grosses Einzugsgebiet hat, kann es sein, dass deren Pflug später alles wieder von der Strasse auf die Trottoirs schüttet.» Eine optimale Abstimmung ist da nicht immer einfach, was auch der Leiter des Strassenkreisinspektorats Schmerikon Ueli Steingruber weiss: «Für die Bürger ist es dann teils unverständlich, wenn sie sehen, dass auf einer Strasse der Schnee weg ist, auf dem Trottoir aber noch alles zugeschneit ist.» Die Bevölkerung wird deshalb mitunter aufgefordert, ihre Fahrzeuge nicht auf öffentlichen Plätzen zu parkieren, damit das Durchführen des Winterdienstes nicht zusätzlich behindert wird.

Private müssen Kantonsschnee dulden

Für Unmut bei der Bevölkerung sorgt aber scheinbar die Lagerung der weissen Pracht. Die Gemeinde hält ihre Bürger an, von Privatgrundstücken eigens weggeräumten Schnee nicht auf öffentlichem Grund zu lagern, gleichzeitig aber die auf ihre Grundstücke verschobenen Schneeberge zu dulden. Denn für den Abtransport, der aufwändig und zeitintensiv sei, ist wiederum der Kanton zuständig. Wo der Schnee dann nicht direkt in die Landwirtschaft hinausbefördert werden kann, muss er auf den Trottoirs oder gar auf Privatgrundstücken gelagert werden. Félix Brunschwiler appelliert dabei an das Verständnis der Bevölkerung: «Irgendwo müssen wir den Schnee ja lagern.» Den Abtransport des Schnees selber zu bewältigen würde riesige Kosten verursachen. Der Gemeindepräsident hat aber auch Verständnis für den Ärger der Leute: «Bei langen Strassen gibt es grosse Schneemahden. Wenn diese dann vor ihrer Garage abgeladen werden würden, hätten sie auch keine Freude.»

Deshalb rät auch das Strasseninspektorats zur Einsicht: «Der letzte Winter hat gezeigt, dass grosse Mengen Schnee nicht immer gleichzeitig weggeräumt werden können. Auch wenn sich die Bürger das wünschen», gibt Leiter Ueli Steingruber zu bedenken. Und Gemeindepräsident Brunschwiler sieht die jährlich neu aufflammenden Diskussionen auch mit Humor: «Sobald dann durch einen Wärmeeinbruch der Schnee weg ist, können wieder alle darüber schmunzeln.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.12.2017, 16:15 Uhr

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