Schänis

Wildtiere meiden A3-Unterführung

Eine Studie des Bundes zeigt: Die Wildtierunterführung Hänggelgiessen bei Schänis wird von den Wildtieren kaum genutzt. Dass Badende bis spät nachts die Tiere stören, ist dabei nur ein Teil des Problems.

Die Unterführung für Wildtiere besteht seit mehr als fünf Jahren – der Erfolg blieb bislang aus. Der saisonal hohe Wasserstand hält die Tiere davon ab, auf die andere Seite zu wechseln.

Die Unterführung für Wildtiere besteht seit mehr als fünf Jahren – der Erfolg blieb bislang aus. Der saisonal hohe Wasserstand hält die Tiere davon ab, auf die andere Seite zu wechseln. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

2010 war die Unterführung für Wildtiere fertiggestellt worden; nun zeigt eine wissenschaftliche Evaluation im Auftrag der Bundesämter für Umwelt (Bafu) und Strassen (Astra): Noch immer nutzen Wildtiere den 50 Meter breiten Durchgang unter der Autobahn A3 kaum.

Wie die von zwei Umweltbüros durchgeführte Studie zeigt, gibt es dafür gleich mehrere Gründe. Zunächst gibt es sowohl auf der Glarner wie auch auf der St. Galler Seite der Unterführung zu wenig Deckung in Form von Büschen und Hecken. Badebetrieb und andere Freizeitaktivitäten stören die Tiere zuweilen bis spät in die Nacht. Zudem hält der teils hohe Wasserstand die Tiere davon ab, auf die andere Strassenseite der vierspurigen Autobahn zu wechseln.

Was die Störungen durch Bade- und Freizeitnutzung betrifft, so hat die zuständige Gemeinde Schänis bereits reagiert: Um das Schutzgebiet Hänggelgiessen künftig wirksamer zu schützen, soll das Betreten verboten werden. Wann das Betretungsverbot in Kraft tritt, ist zurzeit unklar. Die Schutzverordnung muss öffentlich aufgelegt werden. Einsprachen können den Zeitplan gegebenenfalls beträchtlich verzögern. Frühestens kann die Verordnung 2016 in Kraft treten.

Vollzug harzt

Für Kreis-Wildhüter Benedikt Jöhl braucht es aber noch weitere Massnahmen: Jeder Wildtierkorridor brauche sogenannte Trittstein-Biotope: Gehölze und Gebüsche, die den Tieren unterwegs Deckung bieten. Die Verbindungsstrasse, welche von Benken nach Schänis führt, sieht er zudem als ein Hindernis für den Wildtierkorridor. Auch Pro Natura Glarus sieht Handlungsbedarf: So sei die Bepflanzung des Korridors auf Glarner Seite längst beschlossene Sache – die Umsetzung stehe bislang aber aus, sagt Geschäftsführerin Barbara Fierz.

Erstellt: 01.02.2016, 20:00 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.