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Wie mit dem Silvesterschellen Unholde vertrieben werden

Die Raunächte sind eine mystische Zeit um die Jahreswende und dauern von Weihnachten bis zum Dreikönigstag. Ein Brauch aus der Zeit der Raunächte, das Silvesterschellen, wird im Linthgebiet nach wie vor gelebt und wiederentdeckt.

Am Silvestermorgen um fünf Uhr früh ziehen Schulkinder in den Dörfern am Obersee durch die Strassen, um die Leute aus den Betten zu lärmen.
Am Silvestermorgen um fünf Uhr früh ziehen Schulkinder in den Dörfern am Obersee durch die Strassen, um die Leute aus den Betten zu lärmen.
zvg

Die Raunächte symbolisieren die Wiederkehr der Seelen und das Erscheinen der Geister. Nach dem Volksglauben zogen sich die stürmischen Mächte der Mittwinterzeit in der Nacht auf den 6. Januar wieder zurück, die Geister fanden am Ende der Raunächte zur Ruhe. Die zwölf Raunächte waren zudem als Bauernregel bestimmend für das Wetter der zwölf Monate des neuen Jahres.

Eine spezielle Bedeutung hat die Raunacht auf den Silvester: Dank des Brauchs, am Silvestermorgen Lärm zu erzeugen, sollten Unholde ferngehalten werden. Ursprung hierzu war ein germanischer Brauch – dieser diente dazu, die Geister zu vertreiben.

Den Brauch wiederbeleben

Zum Jahreswechsel um Mitternacht wird mit Feuerwerk, Böllern und Glockengeläut gefeiert. Das Feuerwerk sollte früher im vorchristlich-animistischen Glauben die bösen Geister vertreiben. Heutzutage drückt es Vorfreude auf das neue Jahr aus.

Während in den 70er- und 80er-Jahren das Silvesterschellen in der Ostschweiz noch weit verbreitet war und viele Kinder um fünf Uhr lärmend durch die Strassen zogen, ist der Brauch in den letzten Jahren etwas aus der Mode geraten. Um dem Silvesterschellen wieder neues Leben einzuhauchen, hat nun das Organisationskomitee der Schänner Kinderfasnacht eine Aktion gestartet: Es lädt alle Schulkinder ein, diesen Brauch am 31. Dezember lautstark zu unterstützen.

Die bösen Geister vertreiben

Auf dass der letzte Tag des Jahres nicht verschlafen werde, sind Kinder und die begleitenden Erwachsenen aufgerufen, frühmorgens durch die Quartiere zu ziehen und mit Glocken, Pfannendeckeln und Rätschen die Leute aus den Betten zu lärmen. So werden auch die bösen Geister des zu Ende gehenden Jahres vertrieben. Gestartet wird an Silvester um 5 Uhr auf dem Rathausplatz in Schänis. In mehreren kleinen Gruppen gehen die Kinder dann mit Glocken, Pfeifen, Trychlen und Lärminstrumenten von Tür zu Tür. Für jüngere Kinder sei die Begleitung eines Elternteils wünschenswert, teilen die Organisatoren mit. Als Abschluss des Umzugs offeriert die Gemeinde Schänis den Frühaufstehern ein Morgenessen im Kreuzstift.

Auch die Federi-Schellner sind am letzten Tag des Jahres frühmorgens auf den Schänner Strassen anzutreffen. In Uznach nimmt derweil der Einschellerverein ab 5.45 Uhr am Silvesterbrauch teil. Auch in Kaltbrunn ziehen die Kinder am 31. Dezember durch die Strassen, ab fünf Uhr ist dort überdies die Schnüffler-Guggä unterwegs.

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