Trockenheit

Wer Wasser verschwendet, dem können Bussen drohen

Sparsam mit Wasser umgehen, dazu rufen derzeit mehrere Gemeinden auf. Wer dennoch den Rasen bewässert, seinen Pool auffüllt oder das Auto wäscht, hat aber nicht zwingend etwas zu befürchten – noch nicht. Eschenbach erwägt nun, einen Schritt weiter zu gehen.

Derzeit verboten: Den Pool aufzufüllen oder den Rasen zu besprengen, ist wegen der Wasserknappheit nicht angesagt.

Derzeit verboten: Den Pool aufzufüllen oder den Rasen zu besprengen, ist wegen der Wasserknappheit nicht angesagt. Bild: Symbolbild/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wasser sparen zum Zweiten: Damit sich wirklich alle im Dorf daran halten, ruft die Gemeinde Eschenbach erneut dazu auf, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Privatpersonen sollen bitte per sofort drauf verzichten, den Rasen zu besprengen, ihre Pools neu zu füllen oder das Auto zu waschen – ansonsten erwäge man, Verbote zu verfügen.

Der zweite, «eindringlichere Aufruf» diene dazu, den Bürgern nochmals die Ernsthaftigkeit der Situation in Erinnerung zu rufen, sagt Eschenbachs Gemeindeschreiber Thomas Elser. In erster Linie gehe es darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Mit dem zweiten Aufruf will die Gemeinde zudem sicherstellen, dass alle davon erfahren haben – gerade, weil der erste Appell zu Beginn der Ferienzeit das Gemeindehaus verlassen habe, sagt Gemeindepräsident Josef Blöchlinger (CVP). «Jetzt, wo der Schulbeginn in Nähe rückt und viele aus den Ferien zurückkehren, wollen wir verhindern, dass der Wasserverbrauch unnötig in die Höhe schiesst.» Den Koffer auspacken, Wäsche waschen, Blumen giessen – bei diesem Ritual solle man die anhaltende Wasserknappheit im Hinterkopf behalten.

Polizei braucht Grundlage

Jene zu bestrafen, die allzu verschwenderisch mit Wasser umgehen, ist allerdings nicht ohne Weiteres möglich. Konkret bräuchte es in der Gemeindeordnung einen entsprechen Gesetzesartikel – mit dazugehöriger Strafbestimmung.

Oder aber die Gemeinde erlässt zusammen mit dem Aufruf zum Wassersparen eine entsprechende Verfügung. «Dann wäre die gesetzliche Grundlage erfüllt, um rechtlich gegen jene vorzugehen, die sich nicht daran halten», erklärt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Sind diese Reglemente vorhanden und jemand «verpetzt» seinen Nachbarn bei der Polizei, kläre diese den Tatbestand ab. So war es auch schon beim kantonalen Feuer- und Feuerwerkverbot der Fall. «Vergehen gegen das kantonale Gesetz», lautete in den Polizeiakten der Vermerk.

Verfügung als letztes Mittel

Eine gesetzliche Grundlage, um Wassersünder büssen zu können, ist in Eschenbach noch nicht vorhanden – sie könnte aber folgen: Eine Allgemeinverfügung, in der die einzelnen Verbote wie Rasen besprengen aufgelistet wären, mitsamt Strafen bei Verstössen, behalte man sich vor, sagt Gemeindeschreiber Elser. Dies sei der nächste Schritt, falls das Gebot zum Wassersparen zu wenig eingehalten würde. Die Option habe man im Gemeinderat diskutiert. «Es wäre quasi das letzte Mittel.»

Auch andere Gemeinden am Zürichsee, die zum Wasser sparen aufrufen, könnten kaum gesetzlich gegen uneinsichtige Bürger vorgehen. «Wir appellieren an die Vernunft unserer Einwohner», sagt Schmerikons Gemeindepräsident Félix Brunschwiler (parteilos). Bisher hat er sich noch nicht damit mit auseinandergesetzt, wie man gegen Wasserverschwender vorgehen könnte. Seines Wissens habe Schmerikon aber keine entsprechende Passage im Gemeindereglement.

Eine andere Methode wählten derweil Privatpersonen in Wetzikon ZH: Sie stellten übereifrige Rasenpfleger mithilfe von Beweisfotos auf Social Media an den Pranger. Dieser Art von Selbstjustiz könne die Polizei nicht viel abgewinnen, sagt Schneider. Zudem riskieren die Urheber solcher Facebook-Posts eine Anzeige wegen Persönlichkeitsverletzung.

Auch der Kanton ruft erneut dazu auf, sparsam mit Wasser umzugehen – unter der Trockenheit leiden Flora und Fauna. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.08.2018, 20:45 Uhr

Artikel zum Thema

Ein Becken mit Seewasser für dürrebetroffene Bauern

Hombrechtikon Bauern mit einer Bewilligung dürfen in Hombrechtikon seit letzter Woche Wasser direkt vom See abpumpen. Dies wegen der Trockenheit. Um ein Gedränge am Ufer zu vermeiden, wurde eine bislang einzigartige Aktion durchgeführt. Mehr...

Autowaschboxen bleiben überwiegend leer

Trockenheit Die Wasserknappheit aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen sorgt bei einigen Garagen und Tankstellen für geschlossene Autowaschboxen. Mehr...

Feuerwehren wären vorbereitet auf Waldbrände

Trockenheit Die Feuerwehren in der Region Zürichsee und Linthgebiet wissen, was ein Waldbrand bedeutet: immenser Materialaufwand und anstrengende Löscharbeit. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben