Sechseläuten

Wenn St. Galler den Zürchern den Marsch blasen

Am diesjährigen Zürcher Sechseläuten wird Glarus als Gastkanton mittun dürfen. Neben den Glarnern werden aber auch einige St. Galler das Ihrige zu einem gelungenen Fest beitragen.

Unter der Leitung von Dirigent Peter Künzli wird der Musikverein Verena Stäfa am Sechseläutenmontag dem Zürcher Seebecken entlang marschieren.

Unter der Leitung von Dirigent Peter Künzli wird der Musikverein Verena Stäfa am Sechseläutenmontag dem Zürcher Seebecken entlang marschieren. Bild: Michael Trost

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Dem Sechseläutenmarsch den letzten Schliff geben. Hierfür sind sie alle gekommen. Schliesslich soll es am grossen Tag keine Misstöne geben. Dafür probt der Musikverein Verena Stäfa an diesem Abend im Schulhaus Tobel Hombrechtikon, was das Zeug hält. Mit dabei auch ein halbes Dutzend Musiker aus dem Linthgebiet. Die starken Bässe vom Obersee, wie Silvia Diethelm, Präsidentin der Verenamusik Stäfa, sie nennt.

Einer von ihnen ist Andreas Bernet. Seit fast zehn Jahren marschiert der Gommiswalder inmitten der rund 3500 Zünfter dem Zürcher Seebecken entlang. Und wie diese wartet er am Ende eines langen Marsches gebannt darauf, dass es dem Böögg den Kopf verjagt. In all den Jahren habe er den Anlass lieb gewonnen, erzählt Bernet. «Früher hat mir das Sechseläuten gar nichts gesagt. Heute würde ich das Fest gar als Zuschauer besuchen.» Ihm gefalle die Tradition. Und obschon er ein Auswärtiger sei, werde ihm doch auch die eine oder andere Blume zugesteckt, ergänzt der Bassist. Wenn auch meist von mitgereisten Bekannten aus der Oberseeregion.

Die Retter in der Not: Diese sechs Musiker vom Obersee unterstützen die Verenamusik Stäfa am Sechseläuten. Bild: Michael Trost.

«Die meisten Musiker spielen in mehr als einem Verein»

Der Umstand, dass St. Galler am Zürcher Frühlingsfest für die Musig sorgen, ist der Tatsache geschuldet, dass die Verenamusik Stäfa immer weniger Mitglieder zählt, folglich auf Aushilfen aus anderen Vereinen angewiesen ist.«Wir haben zudem einige ältere Musikanten, die den Sechseläutenumzug nicht mehr auf sich nehmen wollen oder können», sagt Diethelm. Daher sei man gerade bei diesem Anlass äusserst abhängig von der Unterstützung aus anderen Vereinen. Auch deshalb arbeitet die Verenamusik seit Anfang Jahr mit dem geografischen Nachbarn, dem Musikverein Harmonie Hombrechtikon, zusammen. Wie aber kam es zum Kontakt mit den St. Galler Musikern?

Es seien schon sehr verschlungene Wege gewesen, die vor über zehn Jahren dafür gesorgt hätten, dass erstmals eine Handvoll Gommiswalder Musiker den Weg ins zürcherische Stäfa gefunden hätten, erzählt Silvia Diethelm lachend. Um dann noch etwas ernster anzufügen: «Die meisten Musiker spielen in mehr als einem Verein. Auf diese Weise spannen sie ein riesiges Netz an Kontakten, auch über den eigenen Kanton hinaus.» Neben den Gommiswalder Musikern werden darum in diesem Jahr auch zwei Kaltbrunner und ein Goldinger den Zürchern den Marsch blasen.

Manche von ihnen unterstützen den Stäfner Verein auch an anderen Anlässen und Konzerten. Xaver Thoma, Präsident der Musikgesellschaft Alpenrösli Gommiswald, sieht darin kein Problem für die eigene Musig. «Wir sind nun einmal ein sehr grosser Verein. Unsere Mitglieder werden daher immer wieder von den unterschiedlichsten Musikgesellschaften angefragt.» Im Normalfall komme man mit den Proben ja auch so aneinander vorbei, dass die Aushilfsausflüge keinen Einfluss auf den eigenen Verein hätten, fügt Thoma hinzu. Auf die St. Galler Musiker dürfte die Verenamusik also auch in den kommenden Jahren zählen können. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.04.2017, 12:10 Uhr

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