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Wenn der Tunnel bloss keine Sackgasse ist

Ist es fahrlässig, dass die Stadt keinen Plan B in der Hinterhand hat? Eva Pfirter, stv. Redaktionsleiterin, zum neusten Tunnelprojekt in Rapperswil-Jona.

Es ist für Rapperswil-Jona das Bauprojekt des Jahrhunderts: Der Tunnel, der ab Seedamm bis Hüllistein den überbordenden Verkehr unter die Erde leiten soll. Knapp eine Milliarde kostet das Megaprojekt nach aktuellen Schätzungen. Damit ist es gegenwärtig das teuerste Strassenprojekt des Kantons St. Gallen. Gebaut werden kann frühestens ab 2021, fertiggestellt wäre der Tunnel im besten Fall im Jahr 2030. Mit dem Entscheid für den Tunnel Mitte geht eine siebenjährige Planungsphase zu Ende. Nachdem die Stimmbürger bereits 2011 den Bau eines Tunnels an der Urne verwarfen, prüften Stadt und Kanton neue Linienführungen auf ihre Machbarkeit hin. Dass diese Zeit des Diskutierens und Abwägens nun ein Ende hat, ist gut für Rapperswil-Jona. Denn die Kleinstadt hat bei Strassenvorlagen zuletzt unter einem Klima der Besserwisserei gelitten: Jeder und jede fühlte sich in diesen letzten Jahren berufen, selber eine noch bessere Verkehrslösung zu präsentieren. Dieses Jekami bringt die Stadt nicht weiter, sondern wirft sie zurück.

Der geeinte Auftritt von Stadt und Kanton wird dem Tunnel zu Gute kommen. Der Bürger bekommt das Gefühl, dass der gesamte Stadtrat sowie der Kanton St. Gallen voll und ganz hinter dem Bauprojekt stehen. Was es für eine Abstimmung bedeuten kann, wenn Kanton und Stadt nicht am selben Strick ziehen, hat die Abstimmung über den Knoten. St. Gallerstrasse / Feldlistrasse gezeigt. Die Vorlage wurde mit 55 Prozent Nein-Stimmen verworfen. Dass der Stadtrat beim mit dem Jona-Center verknüpften Strassenprojekte nur über Teilabschnitte informierte und abstimmen liess, erwies sich im Nachhinein als verhängnisvoll. Kurz vor der Abstimmung wurde zudem publik, dass die weitere Planung für die Entwicklung der St. Gallerstrasse bereits vorlag, jedoch unter die Kommunikationshoheit des Kantons falle. Das Fehlen einer gemeinsamen Strategie brach nicht nur der politisch brisanten Vorlage das Genick, sondern warf auch kein gutes Licht auf die Zusammenarbeit von Stadt und Kanton.

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