Rapperswil-Jona

Wenn der Dorfbach zur braunen Brühe wird

Die starken Regenfälle der letzten zwei Tage haben viele Bäche und Flüsse in der Region anschwellen lassen. Eindrücklich zeigt sich das an der Jona – sie hat ihr «Gesicht» innert kürzester Zeit völlig verändert.

Vom Plätschern zum Rauschen – die Jona führt derzeit massiv mehr Wasser als in den Tagen zuvor.
Video: Martin Steinegger

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Normalerweise ist die Jona ein überschaubares Flüsslein. Vor allem in den letzten paar Wochen war das der Fall. Friedlich plätscherte das Gewässer durch den Stadtkern von Jona, am Stadthaus vorbei, dann Richtung Badi Stampf und schliesslich in den Obersee.

Das hat sich in den letzten Stunden schlagartig geändert. Derzeit wälzt sich die Jona als braune, rauschende Brühe durch ihr Bett. Am Freitag wurde an der Messstation, die direkt an der Grenze zwischen Jona und Rüti liegt, eine Abganglinie von fast 14 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen. Zum Vergleich: In den letzten, mehrheitlich trockenen Wochen waren es meistens nur 1-2 Kubikmeter pro Sekunde.

Auch andere Flüsse haben zugelegt

Die Veränderung ist markant – und zeigt eindrücklich, wie schnell die Bäche und Flüsse vor allem nach längeren trockenen Perioden auf intensive Regenfälle reagieren.

Die Jona ist nicht der einzige Fluss in der Zürichsee-Region, dessen Abflussmenge sich seit Donnerstag massiv erhöht hat. Auch am Linthkanal bei Weesen hat die Abganglinie von etwa 46 Kubikmeter pro Sekunde (am Donnerstagmittag) auf über 70 Kubikmeter pro Sekunde (Freitagmittag) zugenommen. Ähnlich sieht es bei der Sihl aus: Bei der Messstation in Hütten erhöhte sich die Wassermasse im selben Zeitraum von 2 auf knapp 34 Kubikmeter.

Es geht noch viel wilder

Problematisch sind die derzeitigen Abflussmengen allerdings nicht. Der bisherige Allzeit-Rekord der Jona beispielsweise wurde am 1. Juni 2016 aufgestellt: Damals donnerten spektakuläre 76,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch das Flussbett. Bei Werten ab etwa 30-50 Kubikmeter pro Sekunde muss bei der Jona zumindest im Bereich des Hafen Stampf mit Überflutungen gerechnet werden.

Auch Sihl und Linth können noch viel wilder sein: An der Sihl liegt der höchste jemals gemessene Abflusswert sogar bei 272 Kubikmeter pro Sekunde. Am Linthkanal wurden beim Hochwasser 1999 sogar 290 Kubikmeter gemessen.

So schnell werden sich die Bäche und Flüsse in der Region nicht wieder beruhigen. Bis Sonntag regnet weiter – für Wasser-Nachschub ist also gesorgt. (zsz.ch)

Erstellt: 01.09.2017, 14:46 Uhr

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