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Wenn der Bachelor Einkaufen zum Erlebnis macht

Die Shoppingcenter der Region reagieren auf den darbenden Detailhandel. Gefragt sind Attraktionen, die Kunden wollen überrascht werden. Dies mit Body-painting, Basteln oder einem Besuch vom Bachelor – Flirten und Rosen inklusive.

Eine Rose für alle Damen, die das Seedamm-Center besuchen: Bachelor und Rosenkavalier Joel Herger ist heute Abend im Pfäffiker Einkaufscenter zu Gast.
Eine Rose für alle Damen, die das Seedamm-Center besuchen: Bachelor und Rosenkavalier Joel Herger ist heute Abend im Pfäffiker Einkaufscenter zu Gast.
Manuela Matt

Rosen, dutzende, rot und langstielig, liegen bereit für seinen Auftritt. Wenn Bachelor Joel Herger am Freitagabend das Seedamm-Center besucht, wird er den Frauen das Einkaufen mit den Blumen der Liebe versüssen. So jedenfalls verspricht es die Werbung zur «Einkaufsnacht», die im «Seedi» mit verschiedenen Highlights aufwartet. Eine Rose, ein Autogramm, ja sogar einen Flirt mit dem Junggesellen liege mit etwas Glück drin. Ergänzt wird der Besuch des prominenten Rosenkavaliers mit einem Bodypainting-Contest und einem Stand, an dem sich Kinder schminken lassen können.

Mehr Events statt Konsum

Die Attraktionen, mit denen das Seedamm-Center für die Einkaufsnacht wirbt, widerspiegeln eine Entwicklung, die in den Shoppingcentren Einzug hält: Sie sollen, so der Tenor im Branchenverband, nicht mehr als reine Konsumtempel daherkommen, sondern müssen den Kunden ein Erlebnis bieten. Weniger Waren – mehr Erlebnis, lautet die Devise, mit denen sich die Einkaufszentren landesweit für die Zukunft rüsten wollen. Erlebnis-Angebote wolle man im Seedamm-Center allerdings lieber punktuell schaffen, sagt Centrumsleier Hanspeter Gisler. Feste Einrichtungen wie Kinosäle oder Wellness-Anlagen, wie man sie seit kurzem in der Mall of Switzerland finden kann, betrachte er eher skeptisch. Angebote wie Eisbahnen, Surfwellen und Grosskinoanlagen seien zwar «nice to have», jedoch für einen Standort wie Pfäffikon nicht wirklich entscheidend. Zudem habe das Seedamm-Center mit dem Alpamare bereits ein beliebtes Freizeitangebot.

Als viel zentraler sei für ein Einkaufscenter indes die Erschliessung und Anbindung an den öffentlichen Verkehr: Schnell und bequem zu erreichenen müsse es sein, zudem würden die Kunden Angebote wie Gratisparkplätze schätzen.

Der Wandel in der Einkaufslandschaft sei auch in der Region spürbar. Das Einkaufsverhalten ändert sich, wird digital. «Der Onlinehandel schneidet ein immer grösseres Kuchenstück weg», sagt Susanna Leuenberger, Centrumsleiterin vom AlbuVille Rapperswil.

Shoppen via Handy

An Fahrt gewonnen habe der Onlinehandel zudem mit der Einführung des Smartphones, ergänzt Hanspeter Gisler. Er ist überzeugt: «Der Peak ist noch nicht erreicht.» Man müsse darum versuchen, Online und Offline besser miteinander zu verbinden – etwa mit Angeboten wie «Click and Collect».

Guter Kaffee als Magnet

Um im Markt bestehen zu können, sei Kreativität gefragt, so die Devise in den Shoppingcentren. «Ein Warenhaus sollte lebendig sein und die Kunden immer wieder von Neuem überraschen», heisst es bei Manor Rapperswil. Zum Beispiel mit Events wie Modeschauen, Weindegustationen, Bastelnachmittagen oder Wettbewerben. Auch mit Exklusivität könne man punkten: So gibt es am Standort Rapperswil seit Kurzem Nespresso-Kapseln zu kaufen. Solche Angebote sind gemäss Manor-Direktor Mario Tomaschett «ein wichtiger Faktor für den Erfolg».

Ebenfalls wichtig sei es, den Angebots- und Ladenmix regelmässig zu prüfen, sagt der Centrumsleiter vom Sonnenhof Rapeprswil, Stephan Bielser. In erster Linie sei der Sonnenhof ein Einkaufsziel, um den täglichen Bedarf abzudecken, nicht eine Erlebnisdestination. Trotzdem aber sei für die Zukunft «eine Entwicklung in diese Richtung denkbar».

Das Drumherum zählt mit

Unter dem Stichwort «Erleben» verweisen die Centrumsleiter oft auf die Angebote in der unmittelbaren Nachbarschaft. Susanna Leuenberger etwa zählt die Kunstaustellungen in der Alten Fabrik sowie die Stadtbibliothek und das Fitnesscenter AuraVita zu den «Erlebniswelten» des AlbuVille.

Ob es im Einkaufszenter eine Erlebniswelt braucht, diesbezüglich ist man sich im Linth-Park Uznach noch nicht schlüssig. Für die geplante Revitalisierung des Centers habe man einen Experten beigezogen, der diesen Aspekt beleuchte, schildert Aryeh Altmann von der Euro Estates Group, der neuen Besitzerin des Linth-Parks. Das Ergebnis sei noch ausstehend. «Wir werden prüfen, ob es sich für den Linth-Park lohnt, solche Ansätze umzusetzen und ob es in diese Richtung gehen wird.» Auszuschliessen sei es nicht. Der Linth-Park sei vom allgemeinen Umsatzeinbruch weniger betroffen, weil der Food-Bereich im Center einen grossen Anteil ausmache. Der Onlinehandel sei in diesem Bereich kaum eine Konkurrenz: «Lebensmittel kaufen viele bevorzugt direkt und nicht via Internet» sagt Altmann. Er schmunzelt: «Ihr Essen möchten die meisten vorher anschauen können.»

Bachelor Joel Herger im Seedamm-Center Pfäffikon: Freitag,23.11, 20 bis – 21.30 Uhr auf der mittleren Verkaufsebene.

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