Rapperswil-Jona

Wenn das Boot der Star ist

Bereits zum fünften Mal ist Rapperswil-Jona Austragungsort der Star-Schweizer-Meisterschaft. Im Zentrum des Anlasses steht die traditionsreiche Starbootklasse. Bei schönstem Wetter wurden am Donnerstag die ersten beiden Läufe durchgeführt.

Das Schloss bietet beim Einwassern und beim Wettkampf die perfekte Kulisse.

Das Schloss bietet beim Einwassern und beim Wettkampf die perfekte Kulisse. Bild: Andreas Eisenring

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Was für ein Prachtwetter an Auffahrt – und es sollen noch weitere solche Tage folgen, zur Freude aller Sonnenanbeter. Die Segler allerdings rümpfen da jeweils eher die Nase, denn stabil schöne Wetterlagen bedeuten oft auch wenig Wind. Und auf den hofften die Organisatoren der Schweizer Meisterschaften der Starklasse gestern inständig. Nach 1973, 1988, 1996 und 2009 organisiert der Yacht-Club Rapperswil bereits zum fünften Mal den Sportanlass.

So war Stephan Züger, Regattachef des lokalen Klubs und als solcher Wettfahrtleiter der Schweizer Meisterschaft, erleichtert, dass er gestern um 14 Uhr die erste Wettkampffahrt starten konnte. 30 majestätische Starboote preschten über die fiktive Startlinie.Mit ihrem frischen Weiss und ihrer grossflächigen Takelung (über 27 Quadratmeter Segelfläche, Mast 11 Meter lang) sorgten diese mächtigen, aber äusserst harmonisch dahingleitenden Grossdreiecke für einen knalligen Kontrast zum tiefen Blau des Zürichsees.

Am ersten Wettkampftag konnten zwei von maximal sechs Wettfahrten gewertet werden. Stephan Züger war einigermassen zufrieden: «Der Wind war zwar regelmässig, aber halt schon etwas schwach.»

Boote werden zu Zeppelinen

Damit es auf dem Wasser so leicht und harmonisch aussieht, ist eine immense Vorbereitung nötig. Und es braucht Spezialbewilligungen für das Festzelt und das Einwassern. Das emsige Treiben an Land begann am Mittwochnachmittag, als der Fischmarktplatz in eine spezielle Parkfläche verwandelt wurde: Boote wurden hergerichtet, Masten hochgehievt, Leinen befestigt, Segel entpackt, Startnummern befestigt. Der Vermesser machte die Runde, kontrollierte jedes Boot bezüglich der Klassenvorschriften und wollte die obligatorischen Rettungswesten sehen. Auch mussten alle Segler auf die Waage, wobei das Gesamtgewicht von Skipper und Vorschoter einer bestimmten Formel entsprechen muss. Konkret bedeutet das: Zusammen dürfen die beiden nicht mehr als 200 Kilogramm auf die Waage bringen.

Nach diesen technischen Vorbereitungen folgte der spektakulärste Teil des Auftakts: Ein Kran mit imposanter Ausladung hievte jedes der 30 weissen Boote hoch über den Platz. Die eleganten Schiffskörper schwebten dahin wie Zeppeline, ehe sie im Hafenbecken eingewassert wurden.

Königin der Boote

Die Starbootklasse weist eine grosse Tradition auf: Sie existiert seit 1910, wurde 1932 als erste olympische Bootsklasse ausgewählt und verteilte seither 18-mal olympische Medaillen. In Rio allerdings steht das Starboot erstmals seit 1980 nicht mehr am Start, andere Klassen kommen zum Zug.

Trotzdem ist und bleibt es für viele langjährige Segler der Star der Segelboote. «Das Starboot ist für mich ganz einfach der Ästhet unter den Segelbooten», meint etwa Werner Münger, passionierter Starsegler und Vorstandsmitglied der Vereinigung der Schweizer Starflotte (VSS). «Grosstuch, Fock und Schiffskörper bilden ein harmonisches Dreieck.»

Aus der weissen Masse heraus stachen aber zwei Boote – die einzigen, die nicht aus Kunststoff, sondern noch aus Holz konstruiert waren. Die wirkten noch ein bisschen eleganter, allen voran das Team Hans-Rudolf Osterwalder und Theres Lutz: beiges Segelwerk, rotes Boot, rotes Outfit. Mit ihrem 50 Jahre alten Boot können sie zwar nicht mehr um den Schweizer-Meister-Titel mitsegeln – sie belegten in beiden Durchgängen den 30. und letzten Platz, aber der Preis für das stilvollste Outfit gebührt ihnen konkurrenzlos. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.05.2016, 21:29 Uhr

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