Rapperswil-Jona

Die Seeretter rücken neu als Zug der Feuerwehr aus

Der Stadtrat hat entschieden: Neu wird die Wasserrettung vollumfänglich in die Feuerwehr Rapperswil-Jona integriert.

Die Verantwortung für die Wasserrettung geht in Rapperswil-Jona voll auf die Feuerwehr (im Bild der Stützpunkt Bollwies) über.

Die Verantwortung für die Wasserrettung geht in Rapperswil-Jona voll auf die Feuerwehr (im Bild der Stützpunkt Bollwies) über. Bild: Archiv ZSZ

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Nachdem der Seerettungsdienst Rapperswil 2010 bereits organisatorisch in die Kommandostruktur der Feuerwehr Rapperswil-Jona eingebunden wurde, soll dies nun auch in Sachen Ausbildung, Fahrschule und Pikettdienst passieren. Das teilte die Stadt Rapperswil-Jona am Dienstag mit. Damit ist die Wasserrettung künftig ein voll integrierter Zug der städtischen Feuerwehr. Auch die Alarmierung erfolgt dementsprechend nur noch über die Feuerwehr.

Die Neuorganisation hat auch Auswirkungen auf das Personal. Gemäss Mitteilung der Stadt müssen sich Mitglieder, welche auch weiterhin im Dienste der Wasserrettung tätig sein möchten, bis zum 4. Dezember beim Feuerwehrkommando schriftlich bewerben. Die Vermutung liegt nahe, dass es in diesem Zusammenhang auch zu personellen Reduktionen kommt.

Dem sei aber nicht so, sagt Stadtpräsident und Sicherheitsressortvorsteher Martin Stöckling (FDP) auf Anfrage. «Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil die Neuorganisation auch geistig ein Neuanfang sein soll.» Hierfür sollten sich alle Mannschaftsmitglieder darüber bewusst werden, ob und warum sie ihre Tätigkeit auch weiterhin ausführen wollen.

Ein Wir-Ihr-Denken

Der Stadtpräsident zeigt sich überzeugt, dass die Vollintegration der Wasserrettung die Prozesse vereinfache und so zu einer optimalen Erfüllung des Arbeitsauftrages beitrage. «Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt: es macht beispielsweise keinen Sinn zwei separate Pikettdienste zu führen.»

Die Mannschaft sei bereits informiert. «Verständlicherweise haben nicht alle Beteiligten den Entscheid gleich gut aufgenommen», sagt Stöckling. In den vielen Jahren, in denen Wasserrettung und Feuerwehr getrennt operiert hätten, sei in gewisser Weise ein Wir-Ihr-Denken entstanden, das es jetzt aufzubrechen gelte.

Während in Rapperswil-Jona bereits ökonomisch gedacht wird, agieren in anderen Gemeinden am Obersee Feuerwehr und Seerettungsdienst weiterhin getrennt. So auch der Seerettungsdienst Oberer Zürichsee in Schmerikon. «Unser Seerettungsdienst untersteht einem Obmann sowie einer Aufsichtskommission», sagt Gemeindepräsident Félix Brunschwiler (parteilos). Sein Einsatzgebiet erstrecke sich vom östlichen Seeanfang (Schmerikon) bis zur Grenze Lachen / Wangen (Flugplatz Wangen) und am Nordufer bis zur Mündung der Jona. Daher sei der Seerettungsdienst Oberer Zürichsee in diesem Perimeter auch für die Gemeinden Tuggen, Wangen und Rapperswil-Jona verantwortlich.

Auch der Seerettungsdienst Pfäffikon SZ agiert operativ eigenständig und ist für die Gemeinden Freienbach, Altendorf, Lachen und Wollerau zuständig. Lediglich im administrativen Bereich würde man Ressourcen mit der Feuerwehr teilen, erklärt Adrian Reichmuth, Sachbearbeiter Sicherheit bei der Feuerwehr Freienbach.

Für den Stadtpräsidenten von Rapperswil-Jona ist klar, dass man in den kommenden Jahren die Zusammenarbeit der Gemeinden am Obersee weiter verstärken muss. Im Rahmen eines Treffens der Gemeinderäte von Schmerikon und Rapperswil-Jona sei das Thema darum auch traktandiert. «Der Gesprächsausgang ist offen. Wir haben keine konkreten Pläne.» (zsz.ch)

Erstellt: 14.11.2017, 17:17 Uhr

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