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Gewerkschaft und Charles Vögele können sich erneut nicht einigen

Die Charles Vögele AG und ihre Arbeitnehmer scheitern bei der Diskussion um den Sozialplan. Das selten angerufene Einigungsamt des Kantons Schwyz konnte nicht weiterhelfen.

Die Arbeitnehmer der Charles Vögele AG erhalten keinen für sie günstigeren Sozialplan.
Die Arbeitnehmer der Charles Vögele AG erhalten keinen für sie günstigeren Sozialplan.
Keystone

Rund 100 Arbeitnehmer der Charles Vögele AG haben sich beim Schwyzer Einigungsamt gemeldet. Sie wollten einen für sie besseren Sozialplan aushandeln, wie die Staatskanzlei Schwyz in einer Medienmitteilung schreibt. Doch das Vermittlungsverfahren unter dem Vorsitz von Regierungsrat André Rüegsegger (SVP) brachte keine Einigung. Zu verhärtet scheinen die Fronten zu sein, seit die neue Besitzerin, die italienische OVS, übernommen hat.

Das Vermittlungsverfahren ist zumindest in jüngerer Vergangenheit einzigartig. Gemäss Rüegsegger beruht es ursprünglich auf dem «Fabrikgesetz». Er habe das erste Mal erlebt, dass das Einigungsamt angerufen wurde, sagt Rüegsegger. Das Amt hat beim Verfahren primär eine vermittelnde Funktion. Die Arbeitnehmer hätten vor allem bessere Abgangsentschädigungen gefordert, erklärt der Sicherheitsdirektor. Es konnte aber keine Einigung mit der Arbeitgeberseite erzielt werden. Der Regierungsrat betrachtet das Verfahren als abgeschlossen.

Giuseppe Reo, Unia-Regionalleiter Zentralschweiz, sagt, dass das Einigungsamt getan habe, was es konnte. «Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen», hält er fest. Man werde jetzt weitere Massnahmen prüfen, ob gewerkschaftliche oder zivilrechtliche, könne er noch nicht sagen. Die Charles Vögele AG habe einfach auf stur geschaltet und keine Transparenz ermöglicht, so sei eine Einigung nicht möglich gewesen, sagt Giuseppe Reo. Die Arbeitgeberin behandle ihre Arbeitnehmer unterschiedlich. So seien in Deutschland bessere Abgangsentschädigungen gezahlt worden.

OVS in der Pflicht

Der Gewerkschafter nimmt auch die neue Besitzerin OVS in die Pflicht. «Wenn man auf dem Schweizer Markt Fuss fassen will und so startet, ist das schlecht», meint Reo. Die Kundschaft müsse wissen, wie mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern umgegangen werde.

Nicole Borel, Mediensprechern von Charles Vögele, hält daran fest, dass der Sozialplan «branchenüblich und fair» sei. Dieser sei bereits in der Vergangenheit angewendet worden. 75 Prozent der Mitarbeitenden hätten diesem Sozialplan zugestimmt, sagt Borel. Da die Mitarbeitenden nicht gewerkschaftlich organisiert sind, führe die Firma keine Gespräche mit den Gewerkschaften.

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