Rapperswil-Jona

Visitor Center abgeschmettert

Das alte Betongebäude am Fischmarktplatz erhält vorerst keine Verjüngungskur. Die Stimmbürger möchten, dass ein geeignetes Projekt durch einen Architekturwettbewerb bestimmt wird.

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Der Andrang an der Bürgerversammlung war gross gestern Abend im Joner Kreuz. Zum ersten Mal musste die Versammlung per Kamera übertragen werden, weil nicht alle interessierten Bürger im Saal Platz hatten. Insgesamt fanden 601 Stimmbürger den Weg ins Kreuz. Klar war, dass das Interesse nicht der Rechnung der Stadt Rapperswil-Jona galt, sondern der Sanierung und Umgestaltung der Touristeninformation am Fischmarktplatz.

Nach einer angeregten Diskussion mit vielen Lachern folgten die Stimmbürger dem Antrag des Architekturforums Obersee: Das geplante Projekt wurde abgelehnt und der Stadtrat erhielt den Auftrag, stattdessen einen Architekturwettbewerb für eine neue Vision zu lancieren.

Ein Resultat mit Ankündigung

Das Resultat hatte sich im Voraus angekündigt. Insbesondere der Verzicht auf einen Wettbewerb war von verschiedenen Seiten kritisiert worden. An der Bürgerversammlung wurden die gleichen Einwände wieder aufgebracht. Das Projekt sei überdimensioniert und füge sich nicht in die Altstadt ein, hiess es von ­einigen Seiten. Auch die markante neue goldfarbene Hülle des Gebäudes sorgte für Diskussionen.

Im Wissen um die Brisanz des Projektes bemühte sich der Stadtrat darum, die Bedeutung des Visitor Centers zu betonen. Bauchef Thomas Furrer (parteilos) verwies auf die lange und komplizierte Vorgeschichte des jetzigen Vorschlags. Bereits seit acht Jahren müht sich der Stadtrat damit ab, die Touristeninformation zu verbessern.

Mit dem Umbau hätte die Touristeninformation für das Nutzungskonzept als regionales Visitor Center fitgemacht werden sollen. Dazu hätten eine neue ­öffentliche Dachterrasse, ein Lift und ein Rampenweg entlang des Gebäudes gehört. Die Kosten hätten sich auf gut 3,1 Millionen Franken belaufen.

Auch der jetzige Bau sei bei der Errichtung bereits ein Politikum gewesen, erklärte Furrer. Das Gebäude sei immer unbeliebt geblieben. «Die Öffentlichkeit hat den Weg ins Gebäude bisher nicht wirklich gefunden.» Der neue Bau hätte einladender wirken sollen. Auch die Gegner des Projekts sind mit dem jetzigen Gebäude nicht zufrieden.

Keine Eile

Furrer wies darauf hin, dass die Sanierungsarbeiten wirklich nötig seien, auch wenn die Mängel erst in einigen Jahren akut ­würden. Die Gegner sehen daher aber keine Notwendigkeit zur ­Eile. Der Hinweis des Stadtrats, dass sich die Neugestaltung des Gebäudes bei Durchführung eines Architekturwettbewerbs um Jahre verzögern wird, machte darum keinen Eindruck.

Rapperswil-Jona hatte das vergangene Jahr mit einem Ertragsüberschuss von 1,5 Millionen Franken abgeschlossen. Der Stadtrat beantragte, diesen Gewinn für eine Reihe von Abschreibungen sowie für die Vorfinanzierung des Kinder- und Jugendzentrums im Zeughausareal zu nutzen. Letztere schlägt mit einer Million Franken zu Buche.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 3 Millionen Franken. Es war im März an der Bürgerversammlung gutgeheissen worden. Rechnung und Verwendung des Überschusses wurden ohne Diskussion einstimmig angenommen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.06.2018, 23:27 Uhr

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