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Vielleicht heisst am Schluss die Lösung «kein Tunnel»

Das Verfahren des Kantons, die Tunnel-Varianten sauber zu prüfen, stösst auf Zustimmung. Die Parteien begrüssen die Streichung des «Tunnels Ost» . Sie verlangen jedoch parallel zum Tunnelbau verkehrsberuhigende Massnahmen. Offen bleibt die Frage, ob es überhaupt einen Tunnel braucht.

«Tunnel direkt»: Der VCS fordert, dass das Portal Hüllistein Richtung Rütistrasse verschoben wird und die Wiese dank einer Verlängerung des Tunnels gerettet werden könnte. Vorgesehen ist, dass auf diesem Teilstück die Variante oberirdisch geführt wird.
«Tunnel direkt»: Der VCS fordert, dass das Portal Hüllistein Richtung Rütistrasse verschoben wird und die Wiese dank einer Verlängerung des Tunnels gerettet werden könnte. Vorgesehen ist, dass auf diesem Teilstück die Variante oberirdisch geführt wird.
David Baer

Aus Sicht der GLP gibt es derzeit noch keinen Favoriten bei der Frage der Variantenwahl: «Wir werden beide Linien unter die Lupe nehmen. Es ist auch möglich, dass am Schluss vielleicht keine Tunnelvariante überzeugt», sagt GLP-Präsident Nils Rickert. In jedem Fall sei gut, dass der SBB-Meienberg-Tunnel vom Tisch sei: «Er hätte einen massiven Eingriff verursacht und aus Gründen des Landschaftsschutzes ein grosses Konfliktfeld bedeutet.»

Dass sich die politische Situation in Rapperswil-Jona seit dem Tunneldebakel im Jahr 2011 fundamental verändert hat, bezweifelt Rickert: Es habe zwar unterdessen intensive Diskussionen gegeben, und man habe sich ausgiebig mit dem Thema auseinandergesetzt. «Aber ich setze einige Fragezeichen darunter, ob man einem Tunnelkonsens näher ist.»

Bevölkerung wird einbezogen

Robert Hegi, Co-Präsident der SP Rapperswil-Jona, betrachtet den «Tunnel Mitte» als Favoriten in der Variantenwahl: «Allerdings stellt sich grundsätzlich die Frage, ob ein Tunnel die richtige Lösung darstellt.» Statt sich auf den Tunnel zu fixieren, sei es besser, den Langsamverkehr zu fördern.

Positiv äussert sich Hegi zum Prozess, der seit der Tunnelabstimmung dank der Mobilitätszukunft vor sechs Jahren einen Einbezug der Bevölkerung möglich machte. Dies zeige sich nicht zuletzt darin, dass der Verein Verj (Verkehrsentlastung Rapperswil-Jona) einen eigenen Vorschlag einbringen konnte.

Mit Erleichterung nimmt die UGS zur Kenntnis, dass der «Tunnel Ost» nicht weiter geprüft wird. «Wir waren von Anfang an gegen diese Variante, weil sie die Lotte-Stiefel-Wiese, das Grünfelsareal, tangiert hätte», sagt Elisabeth Beer, Co-Präsidentin der UGS Rapperswil-Jona. Auch wenn es andere Lösungen wie Tempo-30-Zonen gebe, spricht sich Beer nicht grundsätzlich gegen einen Tunnelbau aus: Angesichts des permanent zunehmenden Verkehrs sei womöglich ein Tunnel am Obersee unumgänglich.

Keine Etappierung mehr

Sehr erfreut zeigt sich FDP-Präsident Markus Gisler über das Verfahren des Kantons, die beiden Varianten zu prüfen. Angesichts des Umstands, dass die SBB kein Interesse an einem Meienberg-Tunnel gezeigt haben, sei es folgerichtig, auf diese Variante zu verzichten. Gisler macht einen entscheidenden Unterschied zur Tunnelvorlage im Jahr 2011 geltend: «Die Abstimmung ist damals vor allem deswegen verloren gegangen, weil das Tunnelprojekt in zwei Etappen geteilt wurde.»

Urs Bernhardsgrütter von der VCS-Regionalgruppe See und Gaster ist froh darüber, dass auf den «Tunnel Ost» verzichtet wurde: «Bei dieser dritten Variante wäre die Grünfels-Wiese mit einer Autobahn-Einfahrt verschandelt worden.» Bernhardsgrütter hält den «Tunnel direkt» für die ideale Linie: Allerdings müsste seiner Meinung nach der Tunnel statt einer Einfahrt via Holzwiesstrasse direkt in die Rütistrasse einmünden.

«Wir hoffen, dass parallel zum Tunnelbau verkehrsberuhigende Massnahmen in Angriff genommen werden», sagt Bernhardsgrütter. Er will nicht ausschliessen, dass der VCS Hand bieten könnte zu einer Tunnellösung. Allerdings sollten keine falschen Versprechen gemacht werden: Urs Bernhardsgrütter erinnert daran, dass die beiden Dörfer Schmerikon und Gommiswald bis heute auf eine Verkehrsentlastung warten, die damals beim Bau der A53 versprochen wurde.

Die CVP Rapperswil-Jona war gestern nicht erreichbar. Die SVP will sich derweil in der kommenden Woche zur Tunnelfrage äussern.

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