Uznach

Uzner Gemeindepräsident tritt zurück

Christian Holderegger ist erst zwei Jahre im Amt – nun hat er bereits genug.

Christian Holderegger tritt als Gemeindepräsident zurück.

Christian Holderegger tritt als Gemeindepräsident zurück. Bild: Archiv zsz

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Christian Holderegger hat genug von seinem Amt als Gemeindepräsident und erklärt seinen Rücktritt per 2019, wie er in einer Mitteilung schreibt. Holderegger hat das Amt erst am 1. Juli 2016 angetreten. Als ehemaliger Vizegemeindepräsident und Schulratspräsident von Gerlafingen habe er sich auf die neue Herausforderung gefreut, schreibt er in der Mitteilung. Seit seinem Amtsantritt sei es ihm insbesondere ein Bedürfnis gewesen, auf die Anliegen seiner Bürgerinnen und Bürgern einzugehen.

Seine Erwartungen an Amt und Arbeit seien jedoch nicht erfüllt worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Er trete daher von seinem Amt zurück. «Wie und wann, wird er zusammen mit dem Gemeinderat entscheiden. Schliesslich soll das Wohl der Gemeinde durch seinen Rücktritt nicht gefährdet werden.»

Drei Gründe haben ihn laut der Mitteilung zu diesem Schritt bewogen:

  • Er habe unterschätzt, in welchem Ausmass der Gemeindepräsident in die Verwaltungsarbeit eingebunden ist.
  • Sein Anspruch, die für alle Beteiligten optimale Lösung finden zu wollen, seien nicht immer verstanden worden. Und die für diesen Prozess unabdingbare Zeit habe oft gefehlt.
  • Die konstant hohe Arbeitsbelastung aller Mitbeteiligten und die zum Teil starren internen wie externen Vorgaben seien einer flexiblen und raschen Umsetzung von neuen Ideen immer wieder im Weg gestanden.

Christian Holderegger hat dem Gemeinderat am 5. September 2018 seinen Rücktritt bekannt gegeben. Den dafür besten Zeitpunkt möchte er im September mit dem Gemeinderat vereinbaren. Auch die noch zu erfüllenden Aufgaben, die Übergabe von Geschäften an Ratskollegen oder die Nachbetreuung von Projekten sind noch zu regeln. Ein Rücktritt im Frühling 2019 sei realistisch.

Gemeinderat besorgt

Der Gemeinderat habe mit Besorgnis zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich Christian Holderegger in seinem Amt in gewissen Aufgaben zunehmend unwohl gefühlt habe, schreibt der Rat in der Mitteilung. «Sein offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerschaft und der Wille, auf alle Wünsche eingehen zu können, sind oft in Widerspruch zur gestiegenen Anspruchshaltung und zum ständigen Termindruck geraten. Der Gemeinderat bedauert den Rücktritt nach der Einarbeitungsphase sehr, versteht und trägt den Entscheid aber mit.»

Der gesamte Gemeinderat sei bestrebt, die Amtsniederlegung des Gemeindepräsidenten so zu gestalten, dass sowohl Ratsgeschäfte wie Gemeindeverwaltung keine Nachteile erfahren. Zudem sollen die Parteien angemessen Zeit haben, um eine geeignete Nachfolgerin resp. einen geeigneten Nachfolger zu finden. Der Gemeinderat rechne es Christian Holderegger hoch an, dass er in dieser auch für ihn herausfordernden Situation das Gemeindewohl voranstellt. (ckn)

Erstellt: 10.09.2018, 13:01 Uhr

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