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Unia fordert Verhandlungen nach Vögele-Entlassungen

Mit harten ­Bandagen kämpft die Gewerkschaft Unia für die Rechte der Charles Vögele-Mitarbeiter. Der Modekonzern will selbst aber nichts von Verhandlungen mit der Unia wissen.

Mit harten ­Bandagen kämpft die Gewerkschaft Unia für die Rechte der Charles Vögele-Mitarbeiter.
Mit harten ­Bandagen kämpft die Gewerkschaft Unia für die Rechte der Charles Vögele-Mitarbeiter.
Keystone

Die Gewerkschaft Unia fordert die Respektierung der gesetzlichen Konsultationsrechte bei der angekündigten Massenentlassung am Hauptsitz des Bekleidungskonzerns Charles Vögele. Man sei schockiert, dass die neue Eigentümerin, der italienische Modekonzern OVS, rund 100 Mitarbeitende aus der Abteilung Einkauf in Pfäffikon entlasse, heisst es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Vögele hatte die Entlassungen am Mittwoch bekanntgegeben. Bereits Anfang 2016 habe Vögele nämlich 50 Vollzeitstellen in Pfäffikon gestrichen, die Hälfte davon durch Entlassungen.

Keine Einzelabfertigungen von Betroffenen

Zusammen mit den Beschäftigten fordert Unia transparente Informationen über das Ausmass und die Folgen der geplanten Massenentlassung. Sozialpläne und Begleitmassnahmen seien nun mit den Beschäftigten und der Gewerkschaft zu verhandeln. Man akzeptiere keine «Schein­sozialpläne», sondern suche mit OVS echte Verhandlungen und Lösungen für die Beschäftigten. Derzeit würden «Einzelabfertigungen der Betroffenen» laufen, kritisiert die Gewerkschaft. Die Arbeitnehmerschaft habe aber einen gesetzlichen Anspruch, sich durch fachkundige Personen vertreten zu lassen. «Wer, wenn nicht die Gewerkschaft Unia, ist fachkundiger im Zusammenhang mit Sozial­plänen?», fragt sich Regioleiter Giuseppe Reo. Vögele-Mediensprecherin Nicole Borel sagt dazu: «Die Unia ist eine gewerkschaftliche Organisation und ist deshalb nicht als Fachspezialist zu betrachten.» Das könne nur ein Jurist sein, der entsprechend auch der Geheimhaltungspflicht unterstehe.

Gewerkschafter Reo bezeichnete diese Aussage gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» als «billige Ausrede». Wenn Vögele nur mit Juristen verhandeln wolle, «dann bringe ich dem Konzern so viele Juristen, wie sie wollen». Borel wiederholte gestern ihre Stellungnahme, dass es keinen Anlass für den Beizug einer ­Gewerkschaft gibt, da Charles Vögele über keinen Gesamt­arbeitsvertrag verfügt. Kaum Chancen auf Verhandlungen Kommt nun nach den Forderungen der Unia doch noch ein Gespräch mit Vögele zustande? Die Chancen sind eher gering. Die Mediensprecherin des Konzerns sagt: «Wir müssen nicht mit der Unia verhandeln, aber mit unseren Mitarbeitern sprechen wir.»

Die Gewerkschaft Unia wirft Charles Vögele zudem vor, den Mitarbeitern die Aufteilung der Entschädigungen im Sozialplan überlassen zu haben, nachdem die Mitarbeiter mit einem ersten Vorschlag nicht einverstanden waren. Diesen Vorwurf weist der Modekonzern zurück: «Wir haben die Mitarbeiter um Ideen gebeten, wie man die Aufteilung verändern könnte», sagt Mediensprecherin Nicole Borel. Aber die Summe, welche für Entschädigungen zur Verfügung steht, habe man nicht erhöhen können: «Es handelt sich um einen guten und fairen Sozialplan.» Ziel sei es, dass die betroffenen Mitarbeiter so rasch wie möglich eine neue Arbeitsstelle finden würden. Hierbei unterstütze man die Betroffenen auch mit externen Beratungen bei der Neuorientierung.

Stellenabbau wurde bereits erwartet

Dass es zu Entlassungen am Hauptsitz in Pfäffikon kommen würde, war erwartet worden. Im September hatte Vögele-Verwaltungsratspräsident Max E. Katz an einer Medienkonferenz einen Stellenabbau angekündigt. Bis zum Sommer 2017 wird ein Grossteil der Charles-Vögele-Filialen umbenannt und umgestaltet. Der Name und die Marke Charles Vögele werden dann auf Anfang 2018 definitiv verschwinden. Das italienische Mutterhaus von Vögele wollte zu den Entlassungen in Pfäffikon keine Stellung nehmen.

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