Rapperswil-Jona

Umstrittene Sozialarbeiterin wird neue Chefin

Melanie De Boni ist seit Anfang Juli neue Leiterin des Regionalen Beratungszentrums Rapperswil-Jona. Sie war im Frühling in die Kritik der Wochenzeitung «Obersee-Nachrichten» geraten. Der für die Wahl zuständige Verwaltungsrat zeigt sich davon unbeeindruckt.

Das Regionale Beratungszentrum Rapperswil-Jona bietet Hilfe bei Problemen mit Sucht, Schulden, Erziehung und Familie.

Das Regionale Beratungszentrum Rapperswil-Jona bietet Hilfe bei Problemen mit Sucht, Schulden, Erziehung und Familie. Bild: Patrizia Kuriger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die bisherige Stellvertreterin ist neue Zentrumsleiterin: Melanie De Boni wurde per 1. Juli zur neuen Leiterin des Regionalen Beratungszentrums Rapperswil-Jona gewählt. Das geht aus einer am Dienstag verschickten Medienmitteilung hervor. Für die Ernennung zuständig ist der sechsköpfige Verwaltungsrat des Zweckverbandes Soziale Dienste Linthgebiet, dem Gemeinde- und Stadtratsmitglieder der Linthgebietsgemeinden und eine Kreisrichterin angehören. De Bonis Wahl ist nicht unbelastet. Die Gratiszeitung «Obersee-Nachrichten» hatte geschrieben, De Boni habe ein Dossier zur Betreuung der Enkelkinder von Stadtpräsident Erich Zoller (CVP) hinter dem Rücken ihrer ehemaligen Vorgesetzten betreut. Damit habe sie dazu bei­getragen, Zoller eine Sonder­behandlung zu ermöglichen.

Von dieser Berichterstattung hat sich der Verwaltungsrat offen­sichtlich nicht beeinflussen lassen. «Die Besetzung der Zen­trumsleitung ist eine ganz normale Personalie für uns», sagt Pablo Blöchlinger (SP), Stadtrat von Rapperswil-Jona und Verwaltungsratspräsident. «Es sind nicht die ON, die vorschreiben, wer gewählt wird oder nicht.» Die Vorwürfe seien unwahr. Die Berichte seien zwar diskutiert worden, jedoch weder für den Verwaltungsrat noch für De Boni ein Thema gewesen.

Zoller trat in den Ausstand

Für die Stelle sind laut Communiqué zehn Bewerbungen eingegangen. Drei Kandidaten wurden zum Bewerbungsgespräch eingeladen, unter ihnen De Boni. Wie Blöchlinger sagt, hat er die Gespräche zusammen mit Erwin Camenisch (SP) geführt, der bis Ende Juni Uzner Gemeindepräsident und Vizepräsident des Verwaltungsrates war. Aus diesen drei sehr kompetenten Bewerbungen habe sich der Verwaltungsrat für De Boni entschieden, heisst es weiter. «Mit ihr ­haben wir eine sehr qualifizierte Leiterin gefunden», sagt Blöchlinger. Erich Zoller, der als Stadtpräsident von Rapperswil-Jona im Verwaltungsrat ist, sei bei der Wahl in den Ausstand getreten.

Als neue Zentrumsleiterin führt die ausgebildete Sozialarbeiterin De Boni 16 Mitarbeitende sowie ab August eine Praktikantin. Sie ist seit Anfang 2014 stellvertretende Leiterin, ab Februar führte sie das Beratungszentrum interimistisch. Sie habe sich, auch aufgrund einer Weiterbildung, mit Führungsthemen aus­ein­andergesetzt, sagt sie zu ihrer Motivation. Angesichts ­anhaltender Kesb-Kritik steht ihr keine leichte Aufgabe bevor. «Man muss mit solchen Situa­tionen umgehen können», sagt sie zur ON-Berichterstattung. In ihrer Arbeit merke sie, dass bei Klienten und in der Bevölkerung Vorbehalte gegenüber dem Beratungszentrum vorhanden seien. «Wir sind eine unabhängige Instanz, die Beratung in vielen ­Bereichen erbringt», betont sie.

Erstellt: 05.07.2016, 22:10 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles