Zürichsee

Ufenau-Restaurant wird für 6.5 Millionen saniert

Das Kloster Einsiedeln hat für die Restaurierung des «Haus zu den zwei Raben» das Baugesuch eingereicht. Das baufällige Haus soll aussen und innen umfassend restauriert werden.

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Seit 1681 steht das «Haus zu den zwei Raben» auf der Insel Ufenau. In den kommenden zwei Jahren soll das geschichtsträchtige Haus und die Anbauten nun umfassend restauriert werden. Das Gebäude befindet sich laut dem Kloster Einsiedeln in einem äusserst baufälligen Zustand.

Die beiden Architekten Pius Bieri und Frank Roskothen haben seit dem Frühling das detaillierte Sanierungsprojekt ausgearbeitet, das Baugesuch vorbereitet und der kantonalen Denkmalpflege vorgelegt. Die Planung basiert auf dem Nutzungskonzept, dem die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) und die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommision (ENHK) zugestimmt haben. Diese Zustimmung war notwendig, weil ein früheres Umbauprojekt des Stararchitekten Peter Zumthor auf der geschützten Insel vor Bundesgericht gescheitert war.

Neue Gaststube

Konkret sieht das Projekt neben der Sanierung mehrere Anpassungen vor. Im Erdgeschoss des «Haus zu den zwei Raben» entsteht der Raum für die Gastwirtschaft mit rund 80 Sitzplätzen. Damit werden in Zukunft wenigerSitzplätze zur Verfügung stehen als im heute genutzten Zelt, das nach der Restaurierung abgebrochen wird. «Mit dem Zelt hatten wir etwas mehr Flexibilität», sagt Markus Ruoss von der Projektgruppe Ufenau. Die meisten Besucher würden aber ohnehin am liebsten die Natur geniessen. Vor allem für Gruppen brauche es aber eine Gaststube, insbesondere bei schlechtem Wetter.

In den beiden Obergeschossen sind die Räumlichkeiten für die Pächter und das Personal untergebracht. Im bestehenden Holzanbau von 1939 werden im Erdgeschoss die Küche und ein Tageskühlraum integriert, während das Obergeschoss für Infrastruktur und Lager zur Verfügung steht. Die Grillstation soll im heutigen Ausmass, jedoch losgelöst vom Holzanbau, wieder erstellt werden. Das «Haus zu den zwei Raben» reicht jedoch nicht aus, um den Gastronomiebetrieb sicherzustellen. Ein wesentlicher Teil der Kühlräume wird ausgelagert und im nördlichen Schopfanbau bei der Scheune untergebracht. Auch die WC–Anlagen müssen extern neu im bestehenden Materialschopf untergebracht werden. Heute sind sie noch im Haus untergebracht.

Bestehen bleibt der Garten mit den schattenspendenden Bäumen und den Tischen für Gäste. Dort findet nur eine sanfte Sanierung der Wege statt. Ein weiterer zentraler Punkt sei der Ersatz der in die Jahre gekommenen Infrastruktur, heisst es in der Mitteilung. Dazu gehören unter anderem die Leitungen für Elektro und Wasser. Das ganze Projekt basiere auf dem Grundsatz, dass sämtliche Bedürfnisse der künftigen Nutzung innerhalb der bestehenden Gebäudehüllen vorgenommen würden, sagt Ruoss.

Hohe Kosten

Die Sanierungen und Umbauten haben ihren Preis. Die Architekten rechnen in einer groben Kostenschätzung von rund 6.5 Millionen Franken. Darin eingerechnet sind auch die aufwändigen Transporte von Personal und Material zur Insel für die Bauarbeiten selbst. Das Ziel des Vereins «Freunde der Insel Ufnau» und des Klosters ist, die Finanzierung bis zum Frühjahr 2016 vollständig sicherzustellen. Aus früheren Spenden sind bereits 1,85 Millionen Franken vorhanden. Weitere Beiträge könnten von der öffentlichen Hand, Stiftungen und privaten Gönnern kommen.

Baustart 2016

Während der Bauzeit in den Jahren 2016 und 2017 ist geplant, die Gastwirtschaft in Provisorien weiterzubetreiben. Detaillierte Konzepte seien aber noch nicht erarbeitet, sagt Ruoss.

Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch die Nutzung des Stalls diskutiert. Die Projektgruppe Ufnau und der Pächter des Landwirtschaftslandes auf der Insel wollen sich mit den besonderen Gegebenheiten und Bedürfnissen der Landwirtschaft befassen. Der Stall wäre beispielsweise für die heutige Tierhaltung zu dunkel, ergänzt Ruoss. Die Sanierungen rund um die Gaststätte können aber unabhängig davon ausgeführt werden.

Einsprachen möglich

Da sich die Projektgruppe Ufenau an die Vorgaben der Eidgenössischen Kommissionen gehalten habe, rechnet Ruoss nicht mit Einsprachen gegen das jetztige Bauprojekt. Die Organisation «Aqua Viva», welche das Zumthor-Projekt bekämpft hatte, will das neue Projekt genau prüfen und danach Stellung nehmen. (zsz.ch)

Erstellt: 11.08.2015, 10:55 Uhr

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