Wetter

Trockenheit bedroht Bäche

Seit dem Frühjahr fehlt viel Niederschlag in der Region. Das hat nun Folgen: Fische müssen vor der Trockenheit gerettet werden, weil erste Bäche komplett ausgetrocknet sind.

Der Steinenbach in Kaltbrunn verkommt zum Rinnsal. Sein Pegelstand ist so tief, das sogar die Messgeräte des Kantons nicht mehr funktionierten.

Der Steinenbach in Kaltbrunn verkommt zum Rinnsal. Sein Pegelstand ist so tief, das sogar die Messgeräte des Kantons nicht mehr funktionierten. Bild: Manuela Matt

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Den Bächen geht das Wasser aus. Die Trockenheit der vergangenen Wochen führt zu dramatisch tiefen Pegelständen. Im ganzen St. Galler Kantonsgebiet werden deshalb lokal Fische aus den Bächen gefischt.

Das geschieht derzeit auch in der Region: Kurt Keller, Fischereiaufseher im Gebiet See und Gaster, war etwa in den vergangenen Tagen in den Seitengewässern des Flibachs in Weesen unterwegs und rette den Bachbewohnern ihr Leben. Keller bezeichnet die derzeitige Situation in der Region als «prekär». Auf seiner Tour durch die Region war er vor einigen Tagen etwa auch am Goldingerbach in Eschenbach unterwegs – ein Gewässer das zwar regelmässig austrocknet im Sommer, aber: «Ein Anwohner hat mir erzählt, dass der Bachlauf in den vergangenen 60 Jahren noch nie so grossflächig ausgetrocknet war.» Besonders von der Trockenheit betroffen sind Bachläufe die offen, ohne Schatten durch Bäume verlaufen. Die Pegel der Seen hingegen sind zwar tief, aber noch nicht auf Rekordniveau.

Tendenz Rekordtrockenheit

Seit Anfang Woche meldet der Kanton St. Gallen für den Steinenbach in Kaltbrunn keinen Abfluss mehr. «Das Bachbett verändert sich laufend und hat eine Kiesbank vor unseren Messsonden gebildet. Deshalb waren wir nicht für so tiefe Pegelstände ausgerichtet», sagt Silja Kempf, Leiterin Hydrometrie beim St. Galler Amt für Wasser und Energie.

Ein so tiefer Pegelstand kommt im Bach selten vor – und das obwohl die Messstation seit Jahrzehnten installiert ist. Ausgetrocknet ist der Gewässerlauf zwar noch nicht ganz, aber viel Wasser fliesst nicht mehr. Besonders dramatisch ist die Situation zwischen der Steinenbrücke und dem Waldlehrpfad, dort ist das Gewässer allerhöchstens noch ein Rinnsal. Auf dem St. Galler Kantonsgebiet nähert sich das Niederschlagsdefizit dem Rekordsommer 2003 an.

Es fehlt Niederschlag

Anders als damals sind derzeit allerdings die Lufttemperaturen noch nicht rekordverdächtig. Hauptursache für die tiefen Pegelstände ist der fehlende Regen. Silja Kempf erklärt: «Seit Jahresbeginn fehlen uns etwa 300 Millimeter Niederschlag.» Vereinfacht gesagt fehlt bisher im Linthgebiet etwa die Hälfte der durchschnittlichen Regenmenge für die Monate April bis Juli. «Es ist nicht nur der Juli zu trocken, sondern bereits die Monate zuvor fiel zu wenig Niederschlag», meint Kempf.

Ein leichtes Sommergewitter, wie es in den vergangenen Tagen lokal gab, reicht nicht, um die Bäche vor der Trockenheit zu schützen: «Die Pflanzen sind ebenfalls dringend auf Wasser angewiesen und nehmen jeden Tropfen auf», meint Kempf. Entsprechend bleibe für den Grundwasserstand und die Flüsse wenig übrig. Regnet es nur kurz, verdunstet gar vieles wieder. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.07.2018, 16:58 Uhr

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