Rapperswil-Jona

Toi-Toi-WCs sorgen für Unmut

Organisatoren und Vereine jubeln nach dem Seenachtfest 2015 beim Blick auf die Kassen. Manche Beizer hingegen sind froh, dass die Strapazen vorbei sind.

Beizer ärgerten sich am Seenachtfest über den Gestank der Toi-Toi-WCs.

Beizer ärgerten sich am Seenachtfest über den Gestank der Toi-Toi-WCs. Bild: Symbolbild/Keystone

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Erschöpft, aber zufrieden zeigte sich OK-Präsident Fabian Villiger gestern, einen Tag nach dem grossen, dreitägigen Seenachtfest. Rund 75 000 Besucher hat die Sommerparty ans Rapperswiler Hafenbecken gelockt – etwa so viele wie bei der letzten Auflage im Jahr 2013. Der Freitag war laut Villiger sehr gut, der Samstag ­etwas schwächer besucht.

Finanziell dürfte die Rechnung wohl aufgehen. Villiger rechnet mit einem Gewinn. Wie hoch dieser ausfallen könnte, darüber will er im Moment noch nicht spekulieren. Es dauere rund einen Monat, bis die detaillierten Abrechnungen vorliegen. Schon jetzt steht fest, dass die Vereine mit ihren Festbeizen mehrheitlich bessere Umsätze erzielten als beim letzten Seenachtfest mit ebenfalls ansprechenden Umsätzen. «Der Getränkeverkauf lief sehr gut», sagt Eddy Honegger, im OK für die Festwirte zuständig. Und auch das Essen sei auf «erstaunlich grosse Nachfrage» gestossen – in Anbetracht der hohen Temperaturen. Ebenfalls günstig wird sich der Ticketverkauf auf die Vereinskassen auswirken: Wie vorab vereinbart, werden die Vereine am Ticketumsatz nun mit 28 statt 25 Prozent beteiligt sein, da die Anzahl verkaufter Tagespässe die 30 000er-Marke überschritt.

Gestank stört

So zufrieden wie das OK sind am Tag danach nicht alle. «Wenigstens haben sie diesmal nicht die Toi-Toi-WCs ausgerechnet am Sonntagabend abgebaut», sagt Martina Santos, Geschäftsführerin des Restaurants La Fuente bei der Schlosstreppe am Hauptplatz. Damals seien die Tanks der dort platzierten Festtoiletten zur Essenszeit abgepumpt worden – bei voll besetzter Restaurantterrasse. «Der Gestank war fürchterlich», sagt Santos. Aber auch am vergangenen Wochenende hatte das ­Lokal Umtriebe: Trotz den nahen Toi-Toi-Häuschen habe man zahlreiche Festbesucher davon abhalten müssen, die restauranteigene Toilette zu frequentieren.

Probleme machte laut Santos auch die relativ laute Musik von der Hauptbühne am Platz. Diese habe zu Verständigungsproblemen im Lokal geführt.

Zu Gestank führte das Ab­räumen der Toi-Tois auch dieses Jahr: Dass diesmal erst nach Ladenöffnung am Montagnachmittag abgepumpt worden sei, war laut Jeanine Gautschi von der Boutique Crabtree & Evelyn äusserst ungünstig. «Es stank bestialisch», sagt sie, die Kundschaft ­habe sich mehrfach beschwert. Gautschi hofft, dass die Toiletten nächstes Mal früher abgebaut werden. OK-Präsident Villiger will das Thema im OK diskutieren, wie er auf Anfrage sagt: «Wir sind offen für Kritik, wir wollen die Organisation des Fests stetig verbessern.»

Fest ist Reizthema

Für einzelne Gastrobetriebe scheint das Seenachtfest ein Reizthema zu sein – sie wollen auf Anfrage weder Auskunft geben noch namentlich erwähnt werden. Ein Betrieb am Hauptplatz schloss während des Festwochenendes gar den Betrieb. Eine positive ­Bilanz zieht Carmen Thommen vom Restaurant Rathaus – dank dem Fest habe die Bar deutlich mehr Gäste gehabt als sonst. «Das Fest ist gut für den Standort Rapperswil-Jona, es bringt die Leute hierher», sagt Thommen.

Erstellt: 11.08.2015, 09:27 Uhr

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