Rapperswil-Jona

Ticketschwindler trüben Knie-Bilanz

Auch die hundertste Tournee des Circus Knie verspricht ein Erfolg zu werden. Aber noch immer bereiten Ticketschwindler dem National-Zirkus Sorgen.

Horrende Gebühren und Tickets zu Vorstellungen, die es gar nicht gibt: Sekundärhändler, wie die Internet-Plattform Viagogo, sorgen beim Circus Knie trotz erfolgreicher Tournee für rote Köpfe.

Horrende Gebühren und Tickets zu Vorstellungen, die es gar nicht gibt: Sekundärhändler, wie die Internet-Plattform Viagogo, sorgen beim Circus Knie trotz erfolgreicher Tournee für rote Köpfe. Bild: Keystone

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Der Circus Knie zieht wieder durch die Schweizer Städte: «Wir sind bisher sehr zufrieden», sagt Franco Knie junior stolz. Genaue Zahlen will Knie nicht nennen, zur Halbzeit der hundertsten Tournee zieht er aber eine positive Bilanz: Bisher sei alles reibungslos und ohne Unfälle verlaufen. Seit März ist man unterwegs. Zurzeit gastiert der Circus Knie in Luzern. Das warme Wetter hätte zu den hohen Besucherzahlen beigetragen. Die Aufführungen seien gut besetzt «auch wenn sich die Leute am Wochenende bei 30 Grad in die Badi verziehen», meint Knie lachend. «Viele unserer Zuschauer haben uns gesagt, das sei unsere beste Show bisher», sagt er.

Ein persönliches Erfolgserlebnis für Knie sei die Drohnenshow, die er mit Gattin Linna und Sohn Chris Rui dieses Jahr zum ersten Mal vorführt. Die Lichtshow bei der 32 Drohnen zum Einsatz kommen, soll die Elefanten ersetzen, welche seit 2016 nicht mehr bei den Tourneen mitgenommen werden. «Die Zuschauer vermissen die Elefanten genauso wie wir», sagt Knie. «Immerhin kann man sie noch im Zoo besuchen.» Mit der Drohnenshow wollte man den Besuchern aber etwas Neues bieten: «Wir sind immer darum bemüht, unsere Zuschauer zu überraschen», sagt Knie. Ganz ohne Tiere reist man dennoch nicht: Die siebenjährige Chanel Marie Knie führt dieses Jahr eine Nummer mit zwei Lamas auf, die sie selbst dressiert hat.

Kampf mit Ticketschwindler

Doch der Erfolg kommt nicht ohne seine Schattenseiten. Seit Jahren liegt der Circus Knie mit der Ticketverkaufsplattform Viagogo im Clinch. Die Firma mit Sitz in Genf hat in den letzten Jahren wiederholt für Schlagzeilen gesorgt: Anlässe von anderen Anbietern wurden als ausverkauft angezeigt und gefälschte Tickets zu horrenden Preisen verkauft. Auch Kunden des Circus Knie gingen öfters in die Falle: Sie zahlten bis das fünffache des Originalpreises. Auf gerichtlichem Weg liess sich die Firma laut Knie fast nicht verfolgen. Letztes Jahr wurde die Firma aber temporär aus den Suchresultaten von Google entfernt.

Auch vor dieser Saison mahnte der Circus Knie zur Vorsicht und warnte seine Kunden vor der dubiosen Plattform. Mittlerweile haben das Staatssekretariat für Wirtschaft und der Westschweizer Konsumentenschutz sich dem Fall Viagogo angenommen. Anfangs Juni reichte sogar die FIFA wegen überteuerten WM-Tickets Klage ein. Auch Knie hat sich bemüht, gegen Viagogo vorzugehen, bisher aber erfolglos. Alleine sei man laut Franco Knie junior machtlos. Er bestätigt jedoch, dass man weiterhin den Rechtsweg bestreiten will: «Wir haben uns jetzt mit anderen Firmen zusammengeschlossen, in der Hoffnung etwas bewirken zu können.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.07.2018, 16:14 Uhr

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