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Südostbahn will mit Zaubertrick Anschlüsse retten

Die SOB könnte von den SBB eine Linie übernehmen und damit Anschlussprobleme im Bahnhof Rapperswil lösen. Über die Idee sprechen will aber kaum jemand.

Dieser Zug könnte die Lösung für fast alle Probleme sein.
Dieser Zug könnte die Lösung für fast alle Probleme sein.
Manuela Matt

Der Fahrplan der Zukunft ist in Arbeit. Mitten in diesem Prozess tauchen Fragen auf, welche bei den Gemeinden in der Region für Stirnrunzeln sorgen. Ärgerlich sind die knappen Umsteigezeiten in Rapperswil mit dem beschwerlichen Weg durch die Unterführung, Schmerikon stört sich am wegfallenden Halt des Voralpen-Expresses und in Rapperswil-Jona steht der S-Bahn-Halt in Blumen­au auf der Kippe.

2020 soll trotzdem alles besser werden: Für die mittelfristige Erhöhung der Kapazität und zur Stabilisierung der Anschlussverbindungen sind die Bahnhofumbauten in Rapperswil und der geplante Doppelspurausbau zwischen Schmerikon und Uznach zentrale Elemente, heisst es beim Kanton. Der Abschluss sämtlicher Bauarbeiten ist zeitgleich mit der Einführung der 1. Etappe zur Stadtbahn Obersee im Dezember 2019 vorgesehen.

Man sei immer noch auf Kurs mit dem Doppelspurausbau, sagt Patrick Ruggli, Leiter Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen. «Aber es ist knapp.» Einen Plan B für den Fall, dass der Doppelspurausbau verspätet fertig würde, gebe es aber nicht. «Dann kommt die Angebotsverbesserung einfach später.» Ruggli macht aber klar: «Eigentlich bräuchte es für das heutige Angebot bereits eine Doppelspur.» Die SBB erwarten die Baubewilligung bis 2018. Die Realisierung ist von Frühling 2018 bis Dezember 2019 geplant.

Knackpunkt Rapperswil

Doch trotz Doppelspur bleibt die Situation am Obersee komplex. Der perrongleiche Umstieg aus dem Linthgebiet Richtung Zürich bleibt ein Thema. «Dank eines optimierten Betriebskonzepts bietet sich ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, die Anschlüsse in Rapperswil zwischen S5 und S6 wieder stets perrongleich anzubieten», teilte der Kanton gestern mit. Auch die halbstündliche Bedienung von Blumenau könne damit sichergestellt werden.

Dass sich die Planer des Bundes mit sämtlichen Optionen ­auseinandersetzen, betrachtet Ruggli als legitim. Die Planer prüfen, ob mit der Aufhebung des Haltes Blumenau die Anschlusssituation am Bahnhof Rapperswil verbessert werden könnte. «Eine Aufhebung des Haltes Blumenau kommt für uns aber nicht infrage», sagt Ruggli. Gleichzeitig will der Kanton auch im Bahnhof Rapperswil nicht klein beigeben: «Der perrongleiche Umstieg muss kommen.»

Der Kanton St. Gallen hat im Dezember 2016 einen entsprechenden Änderungsantrag an das Bundesamt für Verkehr gestellt. Eine Rückmeldung des Bundesamtes für Verkehr (BAV) wird in der zweiten Jahreshälfte 2017 erwartet. Ein ähnlicher Antrag wurde vom BAV vor einem Jahr aber schon abgelehnt. Ein neuer Vorschlag der Südostbahn könnte die Probleme in Rapperswil auf einen Schlag lösen.

Bisher betreiben die SBB die S6 von Linthal nach Rapperswil. Um den perrongleichen Umstieg möglich zu machen, musste die Komposition jeweils eine Stunde im Depot stehen – und das kostet. Deshalb verzichten die SBB seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember auf die Depotstunde und lassen die S6 gleich wieder zurückfahren.

SOB mit brisanter Idee

Der Vorschlag der SOB kommt ganz ohne Infrastrukturbauten aus: Die Südostbahn könnte ab 2020 die SBB-Verbindung übernehmen und mit den SOB-Linien S40 (Einsiedeln–Rapperswil), der S4 (St. Gallen/Sargans–Rapperswil) oder dem Voralpen-Express kombinieren. Auch diesen Vorschlag will der Kanton weiterverfolgen. «Die Konzession der SBB läuft 2019 aus», sagt Ruggli. Das Bundesamt für Verkehr muss entscheiden, ob das Angebot eine Chance hat.

Die SOB konnte gestern zum Detailkonzept keine Stellung nehmen. Auch die SBB wollten den Vorschlag ihrer Privatbahnkonkurrenz nicht kommentieren. «Die Kantone bestellen das regionale Verkehrsangebot bei den Verkehrsunternehmen. Bis zur Umsetzung eines neuen Angebots ist dies ein mehrjähriger, gemeinsamer Prozess, vor allem, wenn wie am Obersee neue Bahninfrastruktur gebaut werden muss», sagt Mediensprecher Oli Dischoe.

BAV-Sprecherin Olivia Ebinger wollte einzelne Lösungsansätze für die Anschlussproblematik nicht kommentieren. Beim Referenzkonzept für das Jahr 2025 – dort ist der mögliche Wegfall des Haltes Blumenau vermerkt – handle es sich nur um eine Planungsgrundlage. «Die effektive Fahrplangestaltung mit Anpassungen erfolgt später.»

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