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Südostbahn beschafft sich nochmals für 170 Millionen neue Züge

Die Südostbahn kauft für viel Geld neue Züge. Diese werden nötig, um ab 2020 für die SBB über die Gotthard-Panoramastrecke zu fahren. Es ist nicht die erste Rollmaterialbestellung und wird auch nicht die letzte sein.

Die Südostbahn ist auf Einkaufstour: Das Bahnunternehmen aus St. Gallen beschafft sich für 170 Millionen Franken weitere Züge.
Die Südostbahn ist auf Einkaufstour: Das Bahnunternehmen aus St. Gallen beschafft sich für 170 Millionen Franken weitere Züge.
zvg / Südostbahn

Es ist eine Rieseninvestition für die Südostbahn (SOB): Für mehr als eine Viertelmilliarde beschafft sich das Bahnunternehmen neues Rollmaterial. Bereits im letzten Jahr bestellte die SOB bei Stadler Rail für 170 Millionen Franken neue Züge für den Voralpen-Express, nun gibt das Unternehmen denselben Betrag aus, um Rollmaterial für die Gotthardstrecke zu kaufen. Die Finanzierung der 340 Millionen Franken erfolgt über den Kapitalmarkt.

Hintergrund der jüngsten Roll­materialbeschaffung ist eine neue Route, welche die SOB ab Ende 2020 abdeckt. Das St. Galler Bahnunternehmen fährt ab diesem Zeitpunkt im Auftrag der SBB auf der Gotthard-Bergstrecke. Im abwechselnden Zweistundentakt wird die Sonnenstube der Schweiz von Basel respektive Zürich angefahren. Der Kauf neuer Züge erfolgt, obwohl das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Konzession für die Gotthardstrecke noch nicht erteilt hat.

Der Konzessionsentscheid wurde von 2017 auf Mitte 2018 verschoben. «Die SBB haben die SOB am Donnerstag verbindlich beauftragt, die Gotthard-Panoramastrecken-Züge zu führen und zu vermarkten – unabhängig vom BAV-Entscheid», sagt SOB-Sprecher Tim Büchele. Klar ist: Diese Bestellung ist nur möglich, weil sich kein anderes Bahnunter­nehmen für die Gotthardstrecke interessiert.

Erst ab 2021 nach Chur

Verschoben hat sich dafür die Einführung der stündlichen Züge Bern – Burgdorf – Zürich – Wädenswil – Pfäffikon – Ziegelbrücke – Chur. Diese Linie wird von der SOB ab voraussichtlich Ende 2021, statt Ende 2020, betrieben.

Das BAV benötigt für seinen Konzessionsentscheid mehr Zeit, weil nebst der SBB auch die Berner BLS im Fernverkehr mitmischen will. Die Südostbahn selbst will keine Fernverkehrskonzession, sondern arbeitet quasi als Subunternehmer für die SBB – offiziell als sogenanntes Co-Branding bezeichnet.

Die Millioneninvestitionen in neues Rollmaterial sind mit dem Beschaffungsauftrag noch nicht abgeschlossen. «Für die zweite Linie Bern–Zürich– Chur wird dann zusätzlich nochmals Rollmaterial in einem vergleichbaren Umfang benötigt, wie wir das am Donnerstag bestellt haben», sagt Büchele.

Erstmals zu sehen sein werden die neuen Züge bereits Mitte 2018 – dann sollen sie der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die erste Bestellung für den Voralpen-Express ist bei Stadler Rail in Produktion und wird vor Ende 2019 im fahrplanmässigen Einsatz stehen.

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