Rapperswil-Jona

Stimmbürger haben viele Wünsche für das neue Lido

An der Bürgerversammlung sprachen sich die Stimmberechtigten von Rapperswil-Jona für die Sanierung des Schwimmbades Lido für rund 27 Millionen Franken aus. Das Projekt wird voraussichtlich im November an die Urne kommen.

Das Familienbad Lido in Rapperswil-Jona kann saniert werden.

Das Familienbad Lido in Rapperswil-Jona kann saniert werden. Bild: Archiv Manuela Matt

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Der Stadtrat von Rapperswil-Jona will das allseits beliebte Familienbad Lido für knapp 28 Millionen Franken sanieren. Am Donnerstagabend wurde das detaillierte Bauprojekt hierfür der Bevölkerung vorgelegt.

Aber ganz von Anfang an: Das sogenannte Vorprojekt-Plus sieht einen blitzförmigen Bau zwischen der Oberseestrasse und dem See vor. Dieser beinhaltet neben Garderoben auch ein ganzjährig geöffnetes Restaurant mit grosszügiger Terrasse sowie einen Kiosk. Dem Neubau muss das Mehrfamilienhaus an der Oberseestrasse 46 weichen. An seine Stelle tritt ein rund 500 Quadratmeter grosser, doppelgeschossiger Kopfbau, in dem auf Mietbasis das Ticketing, ein Fanshop und die Verwaltung der SC Rapperswil-Jona Lakers vorgesehen ist. Die Badegäste werden neu über einen grosszügigen Vorplatz via Treppe oder behindertengerechte Rampe zum Haupteingang geführt.

Vorge­sehen sind zudem vier neue Schwimmbecken. Neben einem 50-Meter-Schwimmbecken mit sechs Bahnen sind auch ein Nichtschwimmerbecken und ein separates Sprungbecken angedacht. Hinzu kommt ein Kinderplanschbecken. Die Wasserbecken sind als Chromstahlbecken vorgesehen, da diese sehr dauerhaft und im Unterhalt wenig ­aufwendig seien, wie Bauchef Thomas Furrer (parteilos) den Anwesenden erklärte. Für die ­geplanten Umbau- und Sanierungsarbeiten muss die Badi voraussichtlich zwei Saisons geschlossen werden. Läuft alles nach Plan, soll die Inbetriebnahme 2022 erfolgen.

Fotovoltaikanlage gefordert

Während das eigentliche Sanierungsprojekt grösstenteils unkommentiert blieb, übertrafen sich die Votanten mit Ergänzungswünschen. So stellte Valentin Faust, Vorstandsmitglied der UGS Ortspartei, den Antrag, auf dem Dach des Schwimmbadgebäudes sei eine Fotovoltaikanlage zu installieren. Finanziert werden sollte die Investition aus dem Fonds erneuerbare Energien. «Rapperswil-Jona trägt das Label Energiestadt und muss diesem auch gerecht werden.»

Stadtpräsident Martin Stöck­ling (FDP) lehnte es in der Folge jedoch ab, über den Antrag ab­zustimmen. Der Grund: Der Stadtrat könne der Bürgerversammlung keinen Antrag vorlegen, von dem er nicht wisse, welche Folgen dieser für das Gesamtprojekt habe. Stattdessen nahm der Stadtrat den Vorstoss der UGS in Form eines Prüfungsantrages entgegen. Heisst: Der Stadtrat wird die Machbarkeit einer Fotovoltaikanlage und deren Kosten bis zur nächsten ­Bürgerversammlung im Dezember klären. Dies, obschon die Urnenabstimmung über den Baukredit bereits am 25. November stattfinden soll. Dies ist jedoch kein Widerspruch, wie ­Stöckling erklärte. Denn über ­allfällige Ergänzungen des Projekts könne man auch später noch entscheiden.

Keine Sauna fürs Lido

Thema verschiedener Wortmeldungen war am Donnerstagabend auch das Fehlen eines öffentlichen Hallenbads in Rapperswil-Jona. Eine so grosse Gemeinde brauche auch ein richtiges Hallenbad, so die Meinung. Dem wiedersprach der Stadtpräsident jedoch. Die Stadt habe vor einigen Jahren im Rahmen einer Bäderstrategie die Idee eines Hallenbades verworfens. Dies, weil Rapperswil-Jona über zahlreiche Lernschwimmbäder verfüge.

Ein weiterer Wunsch aus der Bevölkerung, den der Stadtrat am Donnerstag entgegenzunehmen hatte, war jener nach einem 10-Meter-Sprungturm, um künftig auch nationale Ausscheidungswettkämpfe am Obersee austragen zu können. Sicherheitstechnisch werde dies jedoch kaum zu machen sein, erklärte der Bauchef. Vorerst wird das Lido damit also noch nicht zum Turmspringmekka.

Für viel Erheiterung sorgte auch der Vorstoss eines Bürgers, der sich im Lido eine öffentliche Sauna wünscht, wie dies in den Anfängen des Bades einst der Fall war. Die grosse Mehrheit der ­Anwesenden lehnte einen entsprechenden Prüfungsantrag in der Folge jedoch ab.

Nach einer heiteren und kurzweiligen Diskussion stimmten die Anwesenden dem Sanierungsprojekt schliesslich mit einzelnen Gegenstimmen zu. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.09.2018, 08:01 Uhr

Änderung Gemeindeordnung

Bürgerversammlung will nicht mehr Finanzkompetenzen

Die Stimmbürger von Rapperswil-Jona werden weiterhin über Investitionen und Ausgaben von über 5 Millionen Franken an der Urne entscheiden. Die Bürgerversammlung folgte damit einem Antrag der Grünliberalen. Der Stadtrat wollte aufgrund der Grösse des städtischen Haushalts von rund 150 Millionen Franken die Grenze für das obligatorische Referendum für Investitionsausgaben von 5 auf neu 7,5 Millionen Franken erhöhen. Damit hätten grössere Bauprojekte direkt von der Bürgerversammlung bewilligt werden können. Die GLP begründete ihren Antrag damit, dass mit der tieferen «Urnenhürde» grosse Bauprojekte breiter abgestützt werden könnten. Tobias Uebelhart (GLP) erinnerte an Bürgerversammlungen, bei denen Vereine dank grosser Mobilisierung Projekte einfach durchwinken konnten.

Abgelehnt haben die Stimmbürger jedoch einen Antrag der SP, die Grenze bei der Veräusserung von Baurechten ebenfalls bei 5 Millionen zu belassen. Damit kann die Bürgerversammlung zukünftig über Liegenschaftsgeschäfte bis 7,5 Millionen Franken abschliessend entscheiden. Die Grenze für den Kauf von Grundstücken lag schon bisher bei 7,5 Millionen Franken.

Ohne Diskussion zugestimmt haben die Stimmbürger den weiteren Änderungen in der Gemeindeordnung. Zur Vereinfachung werden nun unvorhersehbare neue Ausgaben zulasten der Investitionsrechnung und zulasten der Erfolgsrechnung in einer Bestimmung zusammengefasst. Neu wird der Stadtrat von Rapperswil-Jona unvorhersehbare neue Ausgaben bis 200 000 Franken je Fall und insgesamt 1,5 Millionen Franken pro Jahr bewilligen können. Zudem angepasst wurden in der Gemeindeordnung finanzspezifische Bezeichnungen.

Nötig werden diese, weil ab dem 1. Januar 2019 auf das neue Rechnungsmodell der St. Galler Gemeinden (RMSG) gewechselt wird. Auf diesen Zeitpunkt wird die Stadt auch die Budgetdarstellungen übersichtlicher gestalten. Mit der Neuerung ändern wird etwa aus «Voranschlag» «Budget», die «laufende Rechnung» heisst neu «Erfolgsrechnung». Als weitere Änderung wird das bisherige Ressort Bau, Verkehr, Umwelt in das Ressort Bau, Liegenschaften umgetauft. Dies entspricht der gängigen Bezeichnung nach der erfolgten Stadtratsreform. (ckn)

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