Eschenbach

Schweissausbrüche beim Anblick von roten Rosen

Radiomoderator und Comedian Stefan Büsser erklärte im Dorftreff, wie die Kandidaten für die TV-Sendung «Der Bachelor» angeheuert werden und warum der Satz des Pythagoras kein wirklicher Satz ist.

Comedian Stefan Büsser erntete in Eschenbach viele Lacher.

Comedian Stefan Büsser erntete in Eschenbach viele Lacher. Bild: Manuela Matt

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Stefan Büsser ist traumatisiert. Zu­mindest bekommt er mittlerweile bereits Schweissausbrüche, wenn er einen Rosenverkäufer das Restaurant betreten sieht. «Ich frage mich innerlich, ob ich wohl eine Rose bekomme oder nicht», erklärt er mit Anspielung auf die Fernsehshow «Der Bachelor». Der Comedian und Radiomoderator vermochte am Freitag mit seinem dritten Programm «Mas­ter­arbeit» den Saal im Dorftreff in Eschenbach zu füllen.Knappe drei Jahre ist es her, dass Büsser letztmals im Custorhaus zu Gast war. Damals spielte er noch vor deutlich weniger Men­schen. Nun folgt aus dem Publi­kum ein Lacher auf den anderen. Zwei Besucherinnen kriegen sich zeitweise fast gar nicht mehr ein. Büssi lässt sich nicht beirren­, geht auf die «Störungen» ein. «Ich bin spontan, sol­che Unter­brechungen sind ein Gewinn­ für mich, ein Jackpot», erklärt er nach der Vorstellung.

Der Comedian witzelt über den ehemaligen Ex-TV-«Bachelor» Vujo Gavric, imitiert seine un­vollständigen, abgehackten, nichts­sagenden Sätze und spielt eine seiner Aussagen ein. Gags auf Kosten anderer geschehen im gegenseitigen Einverständnis, erklärt­ der Comedian nach der Show. Ihm liege nichts daran, jemanden fertigzumachen, er wolle zusammen lachen können. Dafür darf er ruhig ein wenig bissig sein, aber niemals gemein, findet er.

Neuer Feiertag gewünscht

Bissig ist der Comedian denn auch, wenn es um die Macher von Sendungen wie «Der Bachelor» geht. «Sie heuern die Kandidaten direkt vor dem RAV an», sagt er. Arbeitslos würde er ein Angebot, als Kandidat aufzutreten, auch annehmen.«Solange sich noch wer findet, der sich zum Affen macht, sind uns weitere Staffeln sicher.»

Aufs Korn nimmt er auch Influen­cerinnen: «Was tun die Beeinflusserinnen auf sozialen Netzwerken eigentlich?» Er frage sich bei den vor kalorienreichen Menüs­ posierenden magersüch­tigen Frauen immer, ob sie selbst auch was essen. Auch nicht gut weg, kommt bei Büssi die Schule. Der Satz des Pythagoras sei in Wahr­heit gar kein Satz, da Verb und Nomen fehlen, klärt er auf. Geometrie wie Sprachen waren ihm als Schüler ein Gräuel. Anstatt im Unterricht aufzupassen, kreierte er eigene Zeitformen wie «Präservativ defekt» und liefert auch gleich ein Satzbeispiel: «Du hättest nicht geboren werden sollen.» Gerne würde Büsser neue Freitage einführen wie Netflix-Feiertage. «Dann könnten neue Staffeln dann an einem einzigen Tag angeschaut werden».

Frei bekommen müsste man ebenfalls, wenn Grossmutter oder Mutter ein neues Gerät gekauft­ haben und in verzwei­felter Panik ausrufen: «Stefan, ich glaube, ich habe das Internet gelöscht­.» Doch nicht nur Büsser glänzt mit seinem Auftritt, der Comedian bittet auch Newcomer Sven Ivani? auf die Bühne, welcher über Menschen aus dem Balkan­ und der Schweiz gleichermassen witzelt – vor allem aber über sich selber.

Rund 400 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten am Freitag die Show. «Der Bekanntheitsgrad von Stefan Büsser ist in drei Jahren enorm gestiegen», sagt Ursula Riederer, Prä­sidentin der Kulturkommission. Für Stefan Büsser selber hätte der Auftritt in Eschenbach kein besserer Auftakt zur Tour sein können.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.09.2018, 19:28 Uhr

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