Zum Hauptinhalt springen

Rapperswil-Jona drückt aufs Gaspedal

Teilzonenplanänderungen werden schwieriger. Darum werden unter anderem die Planungen beim Altersheim Schaken mit Hochdruck vorangetrieben.

Diese drei grossen Grundstücke werden umgezont.
Diese drei grossen Grundstücke werden umgezont.
zvg

Direkt nach den Sommerferien soll die Planung für das Alterszentrum Schachen einen grossen Schritt weiterkommen. Die Stadt will die nötige Teilzonenplanänderung auflegen. Nicht ganz freiwillig, denn das neue Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen stellt die Gemeinden vor grosse Herausforderungen.

Ab 1. Oktober dürfen Teilzonenplanänderungen nur noch dann gemacht werden, wenn das öffentliche Interesse gegeben ist. Bauchef Thomas Furrer ist der Meinung, dass dieses beim Alterszentrum klar der Fall ist. Die Ortsgemeinde hingegen will kein Risiko eingehen und die Plan­änderung noch nach altem Recht durchboxen. Knackpunkt ist, dass der Neubau unterschiedlichen Zwecken dient. Bis im Jahr 2022 sollen 168 stationäre Pflegeplätze und 60 Alterswohnungen mit Service entstehen. Bei Bedarf kommen zu einem späteren Zeitpunkt 28 Pflegeplätze und 20 Alterswohnungen dazu.

«Wir möchten die Situation vermeiden, dass die Zonenplanänderung in Bezug auf die Wohnungen vom Kanton nicht akzeptiert wird.»

Christoph Sigrist,Ortsgemeinde Rapperswil-Jona

Die Pflegeplätze werden dereinst in der Zone für öffentliche Bauten liegen, die Wohnungen in der Wohnzone W3. «Wir möchten die Situation vermeiden, dass die Zonenplanänderung in Bezug auf die Wohnungen vom Kanton nicht akzeptiert wird», sagt Christoph Sigrist, Geschäftsführer der Ortsgemeinde. Wohnungen sind – im Vergleich zu Pflegeplätzen – nicht von öffentlichem Interesse im Sinne des Baugesetzes. Deshalb wünscht sich die Ortsgemeinde die Abwicklung nach altem Recht.

Bauchef wollte mehr Zeit

Bauchef Thomas Furrer hätte sich gerne etwas mehr Zeit gelassen. Denn das Wettbewerbsprojekt für das Zentrum Schachen liegt erst Ende Dezember vor – und erst dann kann der ganz genaue Zonenplan erstellt werden. «Wir haben eine ungefähre Zonenzuteilung gemacht und es ist gut möglich, dass das Bauprojekt perfekt darauf passt.»

Stimmen Projekt und Zonenplan nicht genau überein, braucht es eine Zusatzschlaufe. «Schon bei zwei bis drei Metern Abweichung müssten wir eine Änderungsauflage durchführen», sagt Furrer. Für das Alterszentrum Schachen wären dann gesamthaft zwei Planauflagen nötig. Furrer betont, dass die Änderungsauflage nach altem Baurecht möglich wäre.

Derzeit läuft beim Projekt Schachen der Projektwettbewerb. Zwölf Teams erarbeiten, wie das zukünftige Zentrum aussehen könnte. Die Wettbewerbsaufgabe umfasst die Erarbeitung eines Vorschlags für sämtliche Neubauten sowie die Umgebungsgestaltung, Parkierung und Erschliessung. Die Anforderungen an die Wettbewerbsteilnehmer sind entsprechend hoch. Gefragt sind ein ansprechendes Wohnumfeld für die Bewohner und ein durchdachtes Betriebskonzept, das praktische und effiziente Arbeitsabläufe ermöglicht. Auch städtebaulich soll das Projekt überzeugen: Die Gebäude sowie die Aussenraumgestaltung müssen sich gut in die Nachbarschaft einfügen.

Mehrere Planänderungen

Die Teilzonenplanänderungen nach altem Recht sind im Schachen und am Meienberg aber nicht die einzigen. Bereits angekündigt hatte die Stadt, dass die Industriezone des Vinora-Areals in Jona zu einer Wohnzone werden soll. Diese Planänderung liegt bis zum 18. Juli auf. Auf dem Vinora-Areal werden – je nach Ergebnis der Planung – etwa 180 bis 225 Wohnungen gebaut. Darunter sind auch 15 bis 20 günstige Wohnungen, welche die Stadt von einer Wohnbaugenossenschaft bauen lassen möchte.

Im Gebiet Wagnerfeld in Wagen werden mit einer Teilzonenplanänderung rund 2000 Quadratmeter Land einer Grünzone der Wohn- und Gewerbezone zugeteilt. Dabei handelt es sich um ein Tauschgeschäft zwischen der Stadt und den Grundeigentümern. Im Gegenzug zur Umzonung erhält die Stadt den Rest der Grünzone.

Als fünfte Umzonung wird im Joner Gebiet Fischenriet ein flächengleicher Abtausch von Landwirtschaftszone und Gewerbe- und Industriezone geplant. Alle Teilzonenplanänderungen müssen bis zum 30. August aufgelegt werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch