Rapperswil-Jona

Kultur-Inselhüpfen auf dem Grünfels-Areal

Die 9. Kulturnacht schlug eine ­Brücke zwischen Jung und Alt. Das Publikum genoss die ­Veranstaltungen in der Villa Grün­fels.

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Die Big Band der Musikschule, Big Bandits, eröffnete am Samstagnachmittag die Kulturnacht. Schon zu diesem ersten, höchst dyna­mischen Konzert mit seinen gelungenen solistischen Einlagen und zur kurzen Rede von Stadtpräsident Erich Zoller waren zahlreiche Interessierte gekom­men. Und dann ging das Kultur-Inselhüpfen los. Die Inseln lagen dicht beieinander, und einige der Events wurden wiederholt. Deshalb wäre es – bei einem straffen Zeitplan – vermutlich sogar möglich gewesen, sämtliche Veranstaltungen zu besu­chen. Aber man wollte sich ja auch mal verpflegen und in der herrlichen Spätsommersonne mit Bekannten plaudern. Also tat man gut daran, Prioritäten zu setzen.

Hilfsblätterer im Einsatz

Die äusserst witzigen Vorstellungen des Kabaretts Ohne Rolf, Christof Wolfisberg und Jonas Anderhub, auf der Kellerbühne Grünfels – ein Try-out ihres nächsten Programms – wurden regelrecht überrannt. Sie überzeugten mit der simplen, genial umgesetzten Idee: nicht sprechen, sondern knappe, auf Pla­kate gedruckte Worte umblättern. Auch das Publikum war einge­bunden, indem aus seinen Reihen Bewerberinnen und Bewerber für den Job als Hilfsblätterer gewählt wurden. Zu hören war meist nichts ausser dem Lachen des Publi­kums. Einfach herrlich.

Konzerte bei Dunkelheit

Weitere kulturelle Inselbijous ­waren die Blinde-Kuh-Konzerte: im Dunkeln stattfindende Musikimprovisationen, deren Klänge die Zuhörerinnen und Zuhörer bis ins Innerste ergriffen und auf eine dreidimensionale Klang­reise mitnahmen; dann die musikalischen Perlen der Musik­schule: Theaterkurs-Teilnehmende trugen kurze Theaterspots vor, die in die gekonnt gespielten Stücklein der Musikschülerinnen und -schüler einführten.

Die Jona als Bild

Auch die Führungen im EWJR durfte man sich keinesfalls ent­gehen lassen (die Ausstellung «Jomiro» ist noch bis am 25. September zu sehen): In der Diesel­halle hängen und stehen Werke von Flora Frommelt und Aramis ­Navarro, im Foyer sind Bilder und Reliefs von Josef Vollenweider zu sehen. Flora Frommelt liess sich durch den Bach Jona, durch den menschlichen Körper, durch den Maschinenraum inspirieren und schuf unter anderem ein­drück­liche Fotoimpressionen des Wassers sowie der menschlichen Haut. Daneben zeigt sie auch Textil­installationen mit Kabeln, die durchaus auch für das Anziehen gedacht sind. Aramis ­Navarro fertigte aus Fundstücken und ­Altmaterial zumeist neckische Skulpturen, z. B. von Menschen, und zeigte symbolträchtige Bilder, die offen sind für kreative Interpretationen der Betrachtenden.

Vollenweiders Farben

Josef Vollenweiders Bilder sind farbenfrohe Kompositionen, die den inneren Reichtum des ­Menschen bildlich ausdrücken und ihn zum Träumen anregen wollen, und auch die Reliefs, z. B. sich umarmende Menschen, ­haben den Gefühlsreichtum zum Thema.

Handyfilme von Jugendlichen

Im Innenhof des EWJR waren die Besucherinnen und Besucher eingeladen, fixe Vorstellungen über die Jugendkultur zu überdenken, indem ihnen ein neuer Zugang zum Handyfilmen und zum Sprayen aufgezeigt ­wurde. Christian Ritter und Ute Hol­felder haben sich im Rahmen eines Nationalfonds-Projekts mit dem Handyfilmen der Jugend­lichen befasst.

Sie wollen nun mit ihrer Ausstellung die Jugend­lichen selber, aber auch die breite Öffentlichkeit, sensibilisieren für das krea­tive Potenzial dieser Alltags­kultur und für die künstlerische Tradition, in der die Handy­filme einzuordnen sind.

Graffiti selber malen

Und der Graffiti-Workshop von Mr. Mogl aka Michael Fischer bot den Glücklichen, die ihr Inter­esse rechtzeitig angemeldet hatten, eine professionelle Einführung in Kunst und Technik des Sprayens und die Gelegenheit, selber ein Graffito zu sprayen. Das machte ihnen sichtlich Spass, während die Zuschaue­rinnen und Zuschauer am liebsten mitgesprayt hätten.

Ein Volksfest

So wurde diese Kulturnacht zu einem richtigen Volksfest. Auch das letzte ZAK-Konzert, das von The Lautsprechers von Rappers­wil-Jona, war immer noch gut besucht und ern­tete viel Applaus. Und den hatten sie, aber auch alle anderen an der Kulturnacht Beteiligten – Organisatoren und Kunstschaffende – für ihren grossartigen Einsatz mehr als verdient.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.09.2016, 16:59 Uhr

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