Jona

«Frauen sind irgendwie zu wenig blöd»

Yonni Meyer alias Pony M. las am Samstag im ausverkauften ZAK Kolumnen aus ihrem Buch «Meh Liebi». Dem weiblichen Publikum gefielen die Texte.

Yonni Meyer alias Pony M.?unterhielt das Publikum im Joner ZAK mit ihren Texten aufs Prächtigste.

Yonni Meyer alias Pony M.?unterhielt das Publikum im Joner ZAK mit ihren Texten aufs Prächtigste. Bild: Sabine Rock

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«Ich bin alleine da und hoffe, das genügt», grinste Yonni Meyer am Samstagabend im seit längerem ausverkauften ZAK zur Begrüssung. Und die mehrheitlich jungen Frauen im Publikum waren sich einig, dass dem so sein würde. Als Pony M. hat die beliebte Facebook-Berühmtheit nun auch den Sprung auf die Bühnen gewagt und liest dort derzeit aus ihrem zweiten Sammelband «Meh Liebi».Wer ihre Texte, die inzwischen auch auf anderen Onlineportalen publiziert werden, nicht kennt oder die Frau hinter den Worten erleben will, kommt somit auf seine Kosten. Dass die studierte Psychologin dabei nicht abgeklärt wirkte, sondern spontan und selbstironisch auftrat, gefiel dem Publikum besonders. Ihr zweites Gastspiel in Jona dürfte derweil nicht das letzte gewesen sein. Kurz nach der Vorstellung kommentierte das Pony, wie sie sich selber gerne nennt, auf ihrer Facebook-Seite: «Danke, Ihr wundervollen Jonaninerinnen und Jonererer. Ganz toll war das, einmal mehr! I’ll be back. Und ja, das ist eine Drohung. Mit Liebe.»

Kurt Cobain und DJ Bobo

Zum Auftakt entführte die 34-Jährige das Publikum mit dem Text «Ich, ein Kind der 90er» in ihre Jugendzeit. Wer im ZAK für das gleiche Jahrzehnt Nostalgie verspürte, lachte mit dem Pony über eigentlich noch immer leckere saure, grüne Nudeln und noch immer merkwürdige «Plastiknuggis»: «Wie zur Hölle konnte so was jemals cool werden?», fragte Meyer kopfschüttelnd. Dass neben Nirvana vor allem auch DJ Bobo und die Kelly Family für die Beschallung bei Jugendpartys sorgte, konnte derweil auch sie nicht wegdiskutieren. Und so erinnerte sich auch das Pony gerne an die Jugend, obwohl es sie damals wohl ganz schrecklich düster und grässlich gefunden hat.

Mit «Ein anderes Leben streifen» trug Meyer ihren laut eigener Aussage zweiterfolgreichsten Text vor. In der Kolumne wird eine Zugfahrt von Bülach nach Zürich beschrieben, die berühren soll. Im ZAK wurde denn auch ­zufrieden geseufzt, als Meyer die Protagonisten beschrieb: «Ich beobachtete die beiden und war voller Liebe. Klingt kitschig, ist aber so.» Da trifft eine jüngere, behinderte Frau auf einen älteren bärtigen Herrn, und irgendwie ist alles gut. So wechselten sich vordergründig amüsante Texte mit nachdenklichen Schriften ab. Von der anatomisch bedingten Schwierigkeit, als Frau auf dem Bauch zu schlafen, über Zugfahrten in Schottland bis zur Lippenstiftsuche wurden Themenfelder abgedeckt.

Unflätige Reaktionen

Nachdenklich stimmten Auszüge aus Leserbriefen, in denen die Kolumnistin aufs Derbste angegriffen wird. Mit unterhaltsamen Antworten und Kommentaren konnte aber auch dieser Komplex angegangen werden. Dass auch schon mal die Polizei involviert wird, liess aufhorchen. Zudem kämen solche Zuschriften meist von Männern, berichtete Meyer. «Frauen sind irgendwie zu wenig blöd dafür», grinste sie mit ihrem weiblichen Publikum. Mit Dankestexten an ihre Eltern und einem rührenden Text an ein mögliches künftiges Kind galt es zudem ein wenig auf die Tränendrüsen zu drücken. Mit den Worten «Macht Liebe!» verabschiedete sich das Pony von Jona. Und freut sich auf das Wiedersehen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.05.2016, 22:05 Uhr

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