Kirchen

Ende November wird über die «Kirchgemeinde Obersee» abgestimmt

Aus drei mach eins: Die Kirchgemeinden Uznach, Schmerikon und Gommiswald bereiten den nächsten Schritt zur Vereinigung vor.

Die Kirchgemeinde Gommiswald will mit Schmerikon und Uznach fusionieren.

Die Kirchgemeinde Gommiswald will mit Schmerikon und Uznach fusionieren. Bild: Ramona Kriese

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Die drei Kirchgemeinden Schmerikon, Uznach und Gommiswald wollen fusionieren. An den Bürgerversammlungen im Frühling hatten die Stimmbürger der drei Kirchgemeinden der Fusionsprüfung mit grosser Mehrheit zugestimmt. Nun liegt das Gutachten zur Vereinigung vor. Dieses bildet Grundlage für die Urnenabstimmung am 26. November. Dann entscheidet das Stimmvolk im Grundsatz über den Zusammenschluss.

Die Kirchenverwaltungsräte wollen für die bereits bestehende Seelsorgeeinheit Obersee passende Verwaltungsstrukturen schaffen, um unnötige Doppelspurigkeiten abzubauen und die fünf Pfarreien zu stärken. Die Kirchenräte betonen, dass die seelsorgerische Arbeit von den strukturellen Änderungen nicht betroffen ist.

Fusion statt Zweckverband

Kommt es zur Fusion, gibt esnur noch einen katholischen ­Kirchenverwaltungsrat und eine Geschäftsprüfungskommission, welche die verfassungsmässigen Aufgaben in den drei Gemeinden übernehmen. Als neuer Name ist Kirchgemeinde Obersee vorge­sehen.

Erfolgt die Vereinigung nicht, so sind die Kirchgemeinden ­verpflichtet, bis spätestens zum 31. Dezember 2019 einen Zweck- oder einen Gemeindeverbandzu gründen, um die Geschäfte der Seelsorgeeinheit zu besorgen. Dies wird im entsprechenden ­Dekret des katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen vorgeschrieben. Die Kirchen­verwaltungsräte wollen diesen Schritt allerdings vermeiden,um nicht eine zusätzliche Verwaltungsebene zu schaffen, wie sie im Gutachten schreiben. Dazu komme, dass bei einem Zweckverband die meisten Geschäfte aus der direkten Einflussnahme der Stimmbürger genommen würden. «Durch eine Vereinigung haben die Bürger weiterhin die direkten demokratischen Möglichkeiten», heisst es in den Unterlagen zur Abstimmung.

Finanziell sind in den ersten Jahren nach der Kirchenfusion keine grossen Sprünge zu er­warten. Der Administrationsrat des Kantons St. Gallen hat zwar einen Entschuldungsbeitrag von 530 000 Franken gesprochen, die Kirchgemeinden wünschen sich aber eine grössere Unterstützung und haben einen Rückkommens­antrag gestellt. Der Steuerfuss soll zu Beginn der Vereinigung bei 25 Prozent liegen. Damit sinken in Gommiswald und Uznach die Steuerfüsse minim, in Schmerikon kommt es zu einer Er­höhung um einen Prozentpunkt. Für eine Einzelperson (ledig)mit 80 000 Franken Einkommen macht dies pro Jahr knapp 53 Franken aus. Mittelfristig versprechen die Kirchenverwaltungsräte, dass finanzielle Synergien entstehen können. Dies zeigten auch Erfahrungen aus ­anderen Kirchgemeinden im ­Bistum St. Gallen.

Start 2020

Die Bedenken, dass bei Wahlen nur Vertreter der bisher grös­seren Kirchgemeinden gewählt werden, wollen die Räte vermeiden. «In einem ersten Schritt vermeiden dies bisherige Kirchenverwaltungsräte durch die Bereitschaft, auch im neuen Rat mitzuwirken», heisst es im Gutachten. Danach liegt es in der ­Verantwortung der Räte und der Bevölkerung, auf eine ausgewogene Vertretung zu achten.

Nach einem Ja im November wäre die Arbeit noch nicht ab­geschlossen: Als nächster Schritt wird im Frühsommer 2018 anlässlich der konstituierenden Kirchbürgerversammlung die neue Gemeindeordnung zur Genehmigung vorgelegt. Die Behördenmitglieder für die neue Kirchgemeinde wären im Herbst 2019 zu wählen. Der Start der neuen katholischen Kirchgemeinde ist auf 1. Januar 2020 terminiert.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.10.2017, 10:48 Uhr

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