Rapperswil-Jona

Das Kreuz als wandelbares Symbol

Der ökumenische Kreuzweg führte zum 21. Mal quer durch die Stadt. An verschiedenen Stationen sprachen Referenten zum Karfreitag. Rund 150 Personen besuchten den traditionellen Anlassder Kirchen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Frauen, Männer und Kinder trugen gestern ein grosses Holzkreuz quer durch die Stadt. Damit erinnerten sie an den Leidensweg von Jesus, welcher gemäss biblischer Überlieferung vor rund 2000 Jahren selber sein Holzkreuz durch die Stadt Jerusalem getragen hat. An fünf Stationen sprachen Politiker, Seelsorger und Künstler zum Thema «Dem Kreuz Raum geben». Musikalisch begleitet wurde die Gruppe durch die Musiklehrerin und Violinistin Monika Angehrn.

Bereits bei der ersten Station beim Bahnhof Jona konnten sich die Besucher auf das Thema einstimmen. Pfarrer Cyrill Schmitt, Pastoralassistentin Tanja Tribull und Diakon Urs Bernhardsgrütter luden dazu ein, über das Kreuz und die damit verbundenen persönlichen Lasten nachzudenken. Symbolisch wurden Steine verteilt, welche als zusätzliche Last von allen mitgetragen wurden. Diese Lasten durften an einer späteren Station beim Kreuz niedergelegt werden.

Persönliches vom Stadtpräsidenten

Unterwegs sprachen prominente Referenten zum Thema. Alt-Nationalrätin und Ärztin Yvonne Gilli sprach über das Älterwerden und den Tod, erzählte von eigenen Erfahrungen mit Leidenden und machte den Zuhörern Mut, eine sinnvolle Aufgabe im Leben zu finden. Als Ärztin könne sie zwar Leiden lindern, jedoch nicht immer vermeiden.

Einen sehr persönlichen Einblick in sein Leben gab Stadtpräsident Martin Stöckling an der dritten Station des Kreuzweges. Während früher die persönliche Religiosität die politische Meinungsbildung stark beeinflusste, finde die Religion heute in der Politik immer weniger Raum. «Aber in der eigenen Wahrnehmung diente mir das christlich geprägte Weltbild als Richtschnur, wie ich mein Umfeld gestalte», erklärte Stöckling. Als Familienvater sei es ihm ein Bedürfnis, die religiöse Überzeugungan seine Kinder weiterzugeben. Auch sprach sich der Stadtpräsident für die Einbindung der christlichen Werte in die Politik aus, obwohl der Einfluss der Kirchen als institutionalisierte Form des Glaubens praktisch nicht mehr existiere. «Die Nordrichtung meines moralischen, ethischen und damit auch politischen Kompasses ist letztlich unter anderem die christliche Prägung», sagte Stöckling in seiner Botschaft.

Der einheimische Bildhauer und Künstler Fredy Ambroschütz empfing die Besucher an der letzten Station im Rappers­wiler Kirchgemeindehaus. Der Joner sprach über das Kreuz aus Sicht des Kunstschaffenden und motivierte die Zuhörerinnen und Zuhörer, sich im Leben auf das Wesentliche zu konzentrieren. «Wenn ich mit weniger gleich viel ausdrücken kann, lasse ich das Zuviel weg», erklärte er. Das Kreuz setze die Mitte, die Begegnung mit sich selbst und mit dem Schöpfer.

Hoffnungsvolles Osterfest

Damit die Teilnehmer auf dem Kreuzweg nicht nur mit Lasten und dem Kreuz konfrontiert wurden, sprachen die Kirchenver­treter auch über den dritten Tag nach Karfreitag. Bereits zu Beginn erinnerte Tanja Tribull an die Hoffnung von Ostern. «Dort wurde der Stein des Todes weggerollt, das göttliche Leben hat den Tod besiegt.» So endete der Weg nach rund zwei Stunden Fussmarsch mit einem kulinarischen Abschluss. Beim gemeinsamen Suppenessen bestand die Möglichkeit, sich auszutauschen oder mit den Referenten persönlich zu sprechen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.03.2018, 18:33 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.