Rapperswil-Jona

Stadtrat soll Schülern die Gebühr für Strassenmusik erlassen

Bürger wollen eine Volksinitiative lancieren, um die Rapperswiler Altstadt zu beleben. Im Fokus steht die Strassenmusik. Der Stadtrat wird aufgefordert, Schülern und Studenten die Bewilligungsgebühr von 50 Franken zu erlassen. Die UGS unterstützt die Initiative. Diese ist laut Stadtrat ungültig.

Strassenmusikanten sollen in Rapperswil-Jona die Altstadt beleben: Bürger fordern den Stadtrat auf, Schülern und Studenten die Bewilligungsgebühr von 50 Franken zu erlassen.

Strassenmusikanten sollen in Rapperswil-Jona die Altstadt beleben: Bürger fordern den Stadtrat auf, Schülern und Studenten die Bewilligungsgebühr von 50 Franken zu erlassen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Zwei Musikschüler verbrachten einige Tage auf dem Zeltplatz in Jona. Sie wollten sich mit Musizieren ein Nachtessen verdienen und spielten beim Hafen. Kurz darauf kam ein Polizist vorbei und schickte die Mädchen weg.

Dieses Vorgehen nahm ein ZSZ-Leser zum Anlass, dem Stadtrat den Vorschlag zu machen, dass er ambitionierten Musikschülern und -studenten die Bewilligungsgebühr erlässt. «Wir überlegen uns, eine Volksinitiative zu lancieren», sagt der Leser: «Wir fordern, dass jungen Leuten im Alter von 12 bis 25 Jahren die Gebühr von 50 Franken erlassen wird.» Bedingung hierfür sei, dass diese nachweisen können, dass sie während fünf Jahren eine Musikschule besucht haben.

«Musik erfreut Passanten»

Das Begehren wird von der UGS unterstützt. Laut Co-Präsidentin Silvia Kündig wird sich die Partei bei der Sammlung der erforderlichen 600 Unterschriften engagieren. Falls die Volksinitiative zustande kommt, wird es zu einer Urnenabstimmung kommen.

Bereits Ende des Jahres 2015 sind Strassenmusiker zum Thema im Stadtforum geworden. Im Forum wurde Kritik am Polizeireglement geübt. Die UGS forderte damals in einer Eingabe einen anderen Umgang mit den Strassenmusiker: Diese erfreuten die Passanten mit ihrer Musik, kämen häufig aus einer wirtschaftlichen Not aus einem anderen Land und würden mit ihrem Musikspiel das tägliche Brot für sich und ihre Angehörigen verdienen. «Wenn sie nun von dem Münzgeld, das sie in den zwei Stunden Spielzeit sammeln, noch 50 Franken abgeben müssen, wird ihnen kaum etwas übrig bleiben», schrieb die UGS.

Der ZSZ-Leser konstatiert derweil, dass in Rapperswil kaum einmal Strassenmusikanten spielen würden: «Meistens herrscht eher Klosterruhe statt Sommerstimmung.» Ganz anders sei es am letzten Donnerstag gewesen, als die Altstadt belebt wie selten gewesen sei, weil in vielen Restaurants Musik gespielt wurde. «Am Wochenende war dann noch mehr los am Blues-’n’-Jazz-Festival, das von der Stadt Rapperswil-Jona unterstützt wird.»

«Umverteilung in der Kultur»

Die Stadt zeige damit ein Herz für bekannte Musiker. Ganz anders gebe sich die Stadt bei Nachwuchsmusikern, die ebenfalls «open air» ihr Können zeigen würden und dabei ein bisschen Geld verdienen möchten. «Sie werden vom Stadtrat mit einer täglichen Bewilligungsgebühr von 50 Franken abgeschreckt. Dies ist das Gegenteil von Musikförderung», schreibt der Leser: Vielmehr praktiziere die Stadt damit eine Umverteilung von den Kleinen zu den Grossen im Kulturbereich.

Stadtrat bestimmt Gebühren

Der Stadtrat werde das Begehren prüfen, sagte Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP): Bis anhin habe sich das neue Polizeireglement bewährt. Aller Voraussicht nach werde der Stadtrat eine allfällige Volksinitiative für ungültig erklären, weil Gebühren in der Kompetenz des Stadtrates liegen würden und deswegen nicht Gegenstand einer Urnenabstimmung sein können, über den das Volk entscheide. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.06.2018, 10:41 Uhr

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