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Jungfreisinnigen schicken Kandidaten ins Rennen

Die Jungfreisinnigen steigen mit Ramiz Ibrahimovic in das Rennen um den letzten Stadtratssitz. Er ist bereits der sechste Kandidat für den Posten.

Die Jungfreisinnigen See-Gaster steigen ins Rennen um den letzten Stadtratssitz ein: Ramiz Ibrahimovic (mitte) sieht sich als unverbrauchte, bürgerliche Alternative.
Die Jungfreisinnigen See-Gaster steigen ins Rennen um den letzten Stadtratssitz ein: Ramiz Ibrahimovic (mitte) sieht sich als unverbrauchte, bürgerliche Alternative.
Manuela Matt

Draussen wird die Joner Weihnachtsbeleuchtung abgeräumt, drinnen rüsten sie sich für den Wahlkampf. Die Jungfreisinnigen See-Gaster haben ins Restaurant Stadttor geladen, wo sie ihren Stadtratskandidaten vorstellen wollen. Ramiz Ibrahimovic sei die perfekte Ergänzung für das Gremium, sagt Jungunternehmer Markus Achermann. Er vertrete eine Bevölkerungsgruppe und eine Generation, die bis anhin im Stadtrat nicht vertreten sei.

Ibrahimovic wurde 1986 geboren und kam als Siebenjähriger mit seinen Eltern aus Bosnien in die Schweiz. Als Kriegsflüchtling sei er in der Schweiz aufgenommen worden, und seine Familie habe hier ein neues Leben aufbauen dürfen. Diese Gastfreundschaft sei nicht selbstverständlich, sagt Ibrahimovic. «Ich will der Stadt, in der ich lebe und die ich liebe, etwas zurückgeben.» Und dann folgt gleich noch ein Satz, den man in Wahlkämpfen nicht alle Tage zu hören bekommt: In seiner Kindheit habe er am eigenen Leib erfahren, wozu schlechte Politik führen könne.

Ibrahimovic will gute Politik machen, und das heisst für ihn: Der Stadtrat muss gut organisiert sein, und die Bürger müssen stärker in die Entscheidungen einbezogen werden. Konkret fordert Ibrahimovic eine Volksabstimmung über die künftige Organisationsstruktur des Stadtrats. Die Reform, die der Stadtrat in seiner alten Zusammensetzung beschlossen hat, überzeuge nicht. Die Bürger müssten Gelegenheit bekommen, über einen neuen Reformvorschlag zu diskutieren.

Keine Flickenteppiche mehr

Inhaltliche Schwerpunkte will der Jungfreisinnige bei der Bildungspolitik setzen. Dem gelernten Polymechaniker, der nach der Berufsmatura und einem Studium heute über einen Master in Banking and Finance verfügt, liegt das duale Berufsbildungssystem am Herzen. Den vom Stadtrat vorgeschlagenen Standortwechsel und Ausbau des Berufs- und Weiterbildungszentrums Rapperswil-Jona befürwortet Ibrahimovic. In der Verkehrspolitik will er sich für den Vorschlag des Vereins Verj mit einem Strassentunnel auf dem S-Bahn-Trassee und einem neuen Bahntunnel unter dem Meienberg einsetzen. Weitere Varianten auszuarbeiten, erachtet Ibrahimovic als ebenso unnötig wie die bisherige Strategie des Stadtrats, mit einem Flickenteppich an Investitionen alle möglichen Interessengruppen zu befriedigen. Als Beispiel nennt er den Seezugang Gubel. Zu diesem Thema brachte Ibrahimovic bereits an der letzten Bürgerversammlung einen ausführlichen Fragekatalog vor.

Unabhängig von der FDP

Ramiz Ibrahimovic ist neben seiner beruflichen Tätigkeit als Anlageberater Präsident der 2012 gegründeten Jungfreisinnigen See-Gaster. Nicht zuletzt seinem Einsatz sei es zu verdanken, dass diese mit einem Wähleranteil von gut zwei Prozent eine der erfolgreichsten Jungparteien im Kanton St. Gallen sei, sagt Wahlkampfleiter Christoph Graf. Sollte Ibrahimovic im März gewählt werden, hätte das rechtsbürgerliche Lager im Stadtrat die Mehrheit. Einen übertriebenen Machtanspruch mögen die Jungfreisinnigen in ihrer Kandidatur gleichwohl nicht erkennen. «Wir sind unabhängig von allen Parteien, auch von der FDP», sagt der Kandidat. Innerhalb des rechten Spektrums aus FDP und SVP positionieren sich die Jungfreisinnigen laut Ibrahimovic als liberal.

FDP-Präsident Markus Gisler bestätigt auf Anfrage die Unabhängigkeit der Jungpartei. Am 22. Februar werde die FDP an einer Mitgliederversammlung alle Kandidaten anhören und entscheiden, wen sie unterstütze. Ramiz Ibrahimovic sagt, er habe sich die Kandidatur gut überlegt. Es sei kein einfacher Schritt gewesen. Aber jetzt sei er gewillt, sich in die Pflicht nehmen zu lassen.

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