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Stadtrat hat wegen Abfallkonzept viele offene Fragen

Die Stadt muss ein Konzept für zwei Abfallsammelstellen ausarbeiten. Um zu klären, was das heisst, muss der Stadtrat erst über die Bücher. Die«Brings!»- Sammelstelle, die vor dem Aus steht, sieht das Ganze als Chance.

Die Vertreter der Abfallsammelstelle «Brings» sehen das Resultat vom Donnerstag auch als Chance an.
Die Vertreter der Abfallsammelstelle «Brings» sehen das Resultat vom Donnerstag auch als Chance an.
Archiv ZSZ / Manuela Matt

Es wäre der Rettungsanker für die bedrohte Sammelstelle gewesen, doch er griff nicht. Der Antrag einer Stimmbürgerin, die Sammelstelle «Brings!» im Joner Schachenquartier jährlich mit 150 000 Franken zu unterstützen, wurde an der Bürgerversammlung vom Donnerstagabend grossmehrheitlich verworfen. Stattdessen wurde der Stadtrat durch den spontanen Antrag eines Bürgers mit einer neuen Aufgabe beschenkt: Er muss ein Konzept mit mindestens zwei Sammelstellen auf Stadtgebiet ausarbeiten.

Ein «offener Begriff»

Am Tag nach der Bürgerversammlung zeigt sich: vieles ist noch unklar. «Ein Konzept ausarbeiten», das sei ein offener Begriff, sagt Stadtrat und Bauchef Thomas Furrer. Was da genau von ihm und seinen Stadtratskollegen verlangt sei, müsse der Rat an seiner nächsten Sitzung erst präzisieren und analysieren.

Er sieht die nächsten Schritte darin, mit den Vertretern der Keller Recycling AG zusammenzusitzen und zu definieren, was ihnen unter einem solchen Konzept vorschwebe. Der Stadtrat sei gesprächsbereit: Im Dialog könnten Ideen und Lösungsansätze diskutiert werden, sagt Furrer. Der Rat habe grundsätzlich Verständnis für das Anliegen der «Brings!»-Petitionäre und entsprechend auch ein offenes Ohr. Vielleicht müsse man tatsächlich die Rahmenbedingungen korrigieren, damit der Betrieb der Sammelstelle wirtschaftlich funktionieren könne. Aber: «Wenn die Keller Recycling AG in der Stadt bleiben will, muss sie Lösungsvorschläge bringen», sagt Furrer. Es liege nicht an der Stadt, die Wirtschaftlichkeit einer zweiten Entsorgungsanlage herbeizuführen.

Gemäss Furrer gehe die Erwartung dahin, dass der Stadtrat bis zur nächsten Bürgerversammlung im Dezember ein Konzept oder einen Lösungsansatz präsentiere. Doch in den Stein gemeisselt sei auch dieses Zeitfenster nicht.

Petitionäre blieben weg

Eine «ziemliche Enttäuschung» war das Ergebnis der Bürgerversammlung für Joel Keller, den Geschäftsführer der Keller Recycling AG, der die «Brings!»-Sammelstelle betreibt. Vor dem Hintergrund, dass so viele Personen die Petition unterschrieben hätten, sei es frustriend, dass der Antrag zur Rettung der Sammelstelle so klar abgelehnt wurde, sagt er am Tag danach.

Wenn es darum geht, den freien Abend für die Bürgerversammlung herzugeben, ist plötzlich keiner da.

Joel Keller, Keller Recycling AG

Sein Team habe extra noch versucht, möglichst viele Petitionäre für die Bürgerversammlung zu mobilisieren. «Die Leute reklamieren gern, aber wenn es darum geht, etwas Zeit zu investieren und ihren freien Abend für die Bürgerversammlung herzugeben, ist plötzlich niemand mehr da», stellt er ernüchtert fest. Das sei schon frustrierend. Ein wenig habe er dieses Szenario zwar schon befürchtet, aber ein paar hundert Stimmen mehr für den Antrag hätte er sich doch gewünscht.

Im Nachhinein, sagt Keller, sei es ein Risiko gewesen, im Antrag einen konkreten Betrag für die Unterstützung zu definieren. «Doch hätten wir das nicht gemacht, wäre es wieder ein ’Rumgeplänkel’ geworden», erklärt er.

«Sind in den Startlöchern»

Trotzdem kann Keller der jüngsten Entwicklung in Sachen Abfallsammelstelle auch Positives abgewinnen: Der spontane Antrag eines Bürgers zum Konzept für zwei Abfallsammelstellen sei eigentlich «fast besser» für das «Brings!». Keller hofft nämlich, dass er an einem neuen Ort seine Sammelstelle weiter betreiben kann – zusätzlich zum Entsorgungspark der Karl Rüegg AG im Engelhölzli. Die jetzigen Mieträume musste er kündigen, doch er würde liebend gern in Rapperswil-Jona bleiben. «Wir wären sofort in den Startlöchern», betont er.

Furrer sagt dazu, er könne sich vorstellen, das Thema alternativer Standort zusammen mit den Vertretern von «Brings!» anzuschauen, falls dies gewünscht sei.

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