Rapperswil-Jona

Stadtpräsident Stöckling gibt Kesb-Dossier ab

Zwei Stadträte hat die mediale Berichterstattung rund um die Kesb Linth das Amt gekostet. Der neue Stadtrat hat die Zuständigkeiten jetzt anders geregelt. Die Führungsverantwortung bei der Kesb ist nicht mehr Chefsache.

Hat der neue Stadtpräsident Angst sich am Kesb-Dossier die Finger zu verbrennen? Tatsache ist, dass die Führungsverantwortung bei der Kesb nicht mehr Chefsache ist.

Hat der neue Stadtpräsident Angst sich am Kesb-Dossier die Finger zu verbrennen? Tatsache ist, dass die Führungsverantwortung bei der Kesb nicht mehr Chefsache ist. Bild: Archiv ZSZ

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Das Dossier der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb Linth ist ein heisses Eisen. Der frühere Stadtpräsident Erich Zoller (CVP) und der ehemalige Stadtrat Pablo Blöchlinger (SP) haben sich daran die Finger verbrannt - und wurden von der Stimmbevölkerung abgewählt.Zollers Nachfolger, FDP-Stadtpräsident Martin Stöckling, gibt dieses heisse Eisen nun ab. Neu zuständig ist der nebenamtliche Stadtrat und Vize-Stadtpräsident Roland Manhart (CVP). Dieser bestätigt entsprechende Informationen der «Zürichsee-Zeitung».

Manhart ist damit politisch für die Kesb und die personelle Führung der Behörde verantwortlich. Mit dieser neuen Rollenverteilung wolle man den Präsidenten entlasten, sagt Manhart. «Als Vizepräsident übernehme ich deshalb diese Aufgabe.» Die Übergabe des Dossiers ist auch eine politische Konzession.

Heikle Arbeit des Stapis

Manhart sagt, man wolle mit dieser Veränderung den Anschein einer Befangenheit vermeiden, welcher bei Martin Stöckling entstehen könnte. Der Stadtpräsident hatte in seiner früheren Tätigkeit als Anwalt zwei Kesb-Artikel von Bruno Hug und den Obersee-Nachrichten (ON) juristisch geprüft. Stöckling gab Anfang Jahr gegenüber der ZSZ zu Protokoll, es handle es sich dabei um den Artikel zu einem Gipsermeister und einen weiteren Fall, der nicht die Kesb Linth betreffe.

Der Wechsel der Zuständigkeit im Stadtrat hatte sich in den vergangenen Wochen leise angekündigt. Als Mitte Februar bekannt wurde, dass die Klage der Stadt gegen die ON über 250’000 Franken koste, kommunzierte bereits Manhart. Damals sagte er, man habe mit diesem Schritt das Klima um die Kesb-Klage etwas «abtemperieren» wollen. Der jetztige Schritt hat gemäss Manhart keine Folgen für die Klage. Es gelte weiterhin der Status quo. Das heisst: Die Stadt wartet auf die Klageantwort der ON.

Auch ein allfälliger Entscheid, die Kesb-Klage einem Expertengremium vorzulegen, wie dies Stadtpräsident Martin Stöckling möchte, liegt nicht vor. Vieles deutet derzeit darauf hin, dass der Stadtrat zuwarten möchte, bis das Gremium wieder vollständig besetzt ist.

Auch Roland Manhart kennt die hitzigen politischen und medialen Debatten um die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde im Linthgebiet. Freut er sich auf die neue Verantwortung? «Es ist eine spannende Aufgabe», betont Manhart auf Nachfrage. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.03.2017, 18:12 Uhr

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