Rapperswil-Jona

Stadtbus verstösst gegen Auflagen des Bundes

Um längere Verspätungen zu vermeiden, umfahren ­die VZO als Teil eines Versuchsbetriebes bei starkem Stau die Neue Jonastrasse. Sie verletzen dabei Konzessionen des Bundes.

Das Ausweichen des Stadtbusses auf die Alte Jonastrasse  verstösst gegen die Konzessionsbestimmungen des Bundes. Das sagt Astrid Koller, Verkehrs- und Angebotsplanerin des Kantons St. Gallen.

Das Ausweichen des Stadtbusses auf die Alte Jonastrasse verstösst gegen die Konzessionsbestimmungen des Bundes. Das sagt Astrid Koller, Verkehrs- und Angebotsplanerin des Kantons St. Gallen. Bild: Archiv ZSZ

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Der Versuch, mit dem Stadtbus den Stau im Zentrum von Rapperswil-Jona zu umfahren, könnte jäh enden. Der Kanton prüft schon dieser Tage, ob dieser Testbetrieb der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) abgebrochen werden soll. «Dass die Strecke über die Neue Jona­strasse an gewissen Zeiten nicht bedient wird, geht nicht und war so nicht geplant», sagt Astrid Koller, Verkehrs- und Angebotsplanerin des Kantons St. Gallen. Für sie ist klar, dass das Ausweichen auf die Alte Jonastrasse gegen die Konzessionsbestimmungen des Bundes verstösst.

Der Versuchsbetrieb wurde von den VZO mit dem Ziel, län­gere Verspätungen während der Stosszeiten zu verhindern, am 20. Juni gestartet. Beim Umfahren der Neuen Jonastrasse werden die beiden im Fahrplan vorgesehenen Haltestellen Scheid­weg und Zeughaus nicht mehr bedient. Etwas, das der Linthbus des Busunternehmens Schneider bereits seit längerem macht.

«Es war ein Fehler»

Recherchen der «Zürichsee-Zeitung» zeigen: Die Alternativroute des Linthbus wurde vom Kanton nur vor dem Hintergrund toleriert, dass der Stadtbus die Neue Jonastrasse bedient. Dies bestätigt Astrid Koller.

Vonseiten der VZO wird argumentiert, dass man in einer Zwickmühle stecke. «Wir haben die Lösung gesucht, bei der die wenigsten Leute negativ beeinflusst wurden.» Seit Beginn des Versuchsbetriebs wurde bei angespannter Verkehrslage jeweils einmal pro Woche auf die Alternativroute ausgewichen. Davon betroffen waren jeweils zwei bis vier Busfahrten. Auf diese Möglichkeit wird zwar bei den betroffenen Haltestellen hingewiesen, weil die Wahl für die Alternativroute immer ad hoc entschieden wird, besteht für Fahrgäste keine Gewissheit, ob ein Bus kommen wird. Joe Schmid, Mediensprecher der VZO, sagt: «Es war ein Fehler, den Kanton nicht zu informieren.»

Flexible Transportpflicht

Der Verkehr ist seit langem ein Stein des Anstosses in Rapperswil-Jona. Dass unter der angespannten Verkehrslage nicht nur die pendelnden Automobilisten, sondern auch die Busunternehmen leiden, wird dabei gerne vergessen. Ein Vermeiden von Verspätungen auf Kosten der Transport- und Betriebspflicht ist aber in den Konzessionen nicht vorgesehen. Laut dem Bundesamt für Verkehr (BAV) ist das Zuspätkommen eines Busses aufgrund von Stau keine Verletzung der Konzession, das sporadische Auslassen von Haltestellen jedoch schon. Es gebe immer einen gewissen operativen Spielraum für die jeweiligen Verkehrs­betriebe, gibt das BAV an.

Am 10. August werden sich Kanton, Stadt und VZO an einen Tisch setzen, um zu entscheiden, wie die Konzessionen des Bundes längerfristig umgesetzt werden sollen.

Erstellt: 15.07.2016, 10:47 Uhr

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