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Stadt will zwischen Cityplatz und Scheidweg verdichtet bauen

Die Stadt nimmt die Achse zwischen Cityplatz und Scheidweg in Angriff: Aus der heute viergeschossigen Wohn- und Geschäftszone soll eine «Schwerpunktzone» werden. Bei der Weiterentwicklung der wichtigen Verkehrsachse soll zudem früher und umfassender kommuniziert werden.

«Schwerpunktzone»: Die Stadt will die Achse zwischen Cityplatz und Scheidweg stärker nutzen.
«Schwerpunktzone»: Die Stadt will die Achse zwischen Cityplatz und Scheidweg stärker nutzen.
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Die Stadt Rapperswil-Jona kann auf der St. Gallerstrasse weiterplanen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer Aussprache zwischen Stadt und Kanton St. Gallen nach der gescheiterten Abstimmung «Knoten St. Galler- / Feldlistrasse» vom 19. März. Besagtes Gespräch fand kürzlich statt. Wann und wie genau die Verkehrsführung auf der Achse weiterentwickelt wird, steht zwar noch in den Sternen. Doch die Stossrichtung ist laut Bauchef Thomas Furrer (parteilos) klar: «Die Neue Jonastrasse zwischen dem Cityplatz und dem Scheidweg» steht im Fokus.

Die Stadt will im Rahmen des angedachten Gesamtkonzeptes dort mittelfristig eine Zonenplanänderung aufgleisen: Aus der heute viergeschossigen Wohn- und Geschäftszone soll eine sogenannte «Schwerpunktzone» werden. Dies ist nach dem neuen Planungs- und Baugesetz, welches diesen Herbst in Kraft tritt, möglich.

Achse weiterentwickeln

Ziel soll ein, die Achse «stärker zu nutzen», wie Thomas Furrer sagt. Das bedeutet: Die Möglichkeit schaffen, verdichtet zu bauen und diese strategische Lage in der Stadt punktuell weiterzuentwickeln. Als erstes werde die Stadt mit den Anstössern sprechen – wann ist ebenfalls noch offen. Zuerst steht das nächste Projekt, die Rütistrasse an. Nach den Gesprächen mit den Anwohnern wird auch die Öffentlichkeit informiert.

Zu den Gesprächen mit dem Kanton sagt Furrer, man habe aus der verlorenen Abstimmung die Lehren gezogen. Der Kanton habe als Pendenz mitgenommen, dass für solche Strassenprojekte ein Gesamtkonzept früher und verbindlicher präsentiert werden soll. Stadt und Kanton wollen nicht erst vor einer Abstimmung verbindliche Pläne präsentieren können. «Der Anspruch der Bevölkerung ist heute, dass man ein Gesamtkonzept vorlegt». Die Salamitaktik, wie manch Kritiker die Planung bezeichnen, soll ein Ende haben. «Ein konkreter Lösungsansatz haben wir aber dafür noch nicht.»

Bereits im Vorfeld der Abstimmung über das Strassenprojekt «Knoten St. Galler- / Feldlistrasse» vom 19. März hatte es Misstöne gegeben. Dies wurde deutlich, als Thomas Furrer an einer Informationsveranstaltung sagte, die Anschlusspläne zur bestehenden Etappe seien zwar vorhanden, würden jedoch vom Kanton unter Verschluss behalten.

Auf Nachfragen der «Zürichsee-Zeitung» bestätigte der Ressortvorsteher Bau, Verkehr und Umwelt sein Unbehagen mit der Kommunikationsstrategie des Kantons: «Es wäre angenehm, das Gesamtkonzept zu präsentieren», sagte Furrer vor drei Monaten. Kantonsingenieur Marcel John wiederum sagte auf Nachfrage, in Rapperswil-Jona brauche es fast keine Ingenieurarbeit mehr, dafür umso mehr Kommunikationskompetenz.

Koordiniert kommunizieren

Nach der vor zwei Wochen durchgeführten Aussprache zum Thema «Strassenprojekte» zeigt sich Marcel John zuversichtlich, dass «solche Geschichten nicht mehr passieren». Die Sitzung würde nun institutionalisiert; konkret wollten sich Vertreter von Stadt und Kanton künftig zweimal jährlich treffen, um koordinieren zu können, wer wann welche Fakten kommuniziere.

John bezeichnet die Kommunikation vor der Abstimmung im März als «unglücklich». Das Projekt sei von der Stadt als Strassenprojekt präsentiert worden, obwohl es sich in Tat und Wahrheit um ein «Investorprojekt» gehandelt habe. Mit «Investorprojekt» meint der Kantonsingenieur das geplante Jona-Center, welches eng mit der Planung des Verkehrsknotens St. Galler- / Feldlistrasse verknüpft ist.

John sagte bereits vor zwei Wochen, beim Projekt handle es sich um «einen Antrag der Stadt aufgrund des geplanten Jona-Centers». Rückblickend bezeichnet Marcel John die Vertrauensbasis zwischen der Stadt Rapperswil-Jona und dem Tiefbauamt des Kantons St. Gallen rückblickend als «etwas gestört». Der Kantonsingenieur führt dies unter anderem auf die zahlreichen gescheiterten Bauvorlagen zurück. Umso wichtiger sei es, den Austausch zwischen den beiden Partnern zu institutionalisieren, glaubt John.

Verzögerung bei Jona-Center

Über das Jona-Center selbst wird frühestens 2018 abgestimmt. In seiner Antwort auf eine Anfrage von SVP-Kantonsrätin Hedy Fürer schreibt der Kanton: «Mit der Ablehnung des Strassenbauprojekts fehlt dem Jona-Center und allfällig weiteren Nutzungen an der Feldlistrasse der Nachweis für die hinreichende Erschliessung.»

Entweder weise die Stadt Rapperswil-Jona nach, dass die Verkehrsmengen trotz Neubauplänen mit den vorhandenen Infrastrukturen kompatibel seien, oder die Stadt müsse beim Kanton ein neues Ausbauprojekt beantragen. Genau dies dürfte schwierig werden, da der Investor des Jona-Centers die Auswirkungen des Mehrverkehrs als «marginal» bezeichnet, während die Gegner des Centers einen Verkehrskollaps befürchten.

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