Rapperswil-Jona

Stadt prüft drei Varianten für Trainingshalle

Grünfeld oder Lido: Wo kommt die neue Hockey-Trainingshalle in der Stadt zu stehen? Der Stadtrat prüft drei verschiedene Möglichkeiten – alle haben einen Haken. Der Stadtrat gibt sich dennoch zuversichtlich.

Das sind die drei Varianten für eine neue Eishockey-Trainingshalle. Klicken Sie auf die eingefärbten Flächen für weitere Infos.


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Zuerst das Schwimmbad, dann die Eishockey-Trainingshalle. Das ist der Entscheid des Stadtrats in Sachen Lido-Planung. Weil der Bau einer Trainingshalle auf einem neuen Sockelgebäude bei der Bootshalle zu aufwendig ist, sucht der Stadtrat nun nach Alternativ­möglichkeiten. Dabei stehen drei Varianten im Vordergrund. Die Alternativen haben es aber in sich. Will der Stadtrat im Lido bauen, steht dem Vorhaben möglicherweise die Bau- und Zonenordnung entgegen.

Die Allmendwiese, welche derzeit als Fussballplatz genutzt wird, liegt in der Grünzone. Im St. Galler Baugesetz heisst es ­dazu: «Grünzonen umfassen ­Gebiete, die nicht überbaut werden dürfen.» Ziel der Zone ist die Erhaltung und die Schaffung von Sport-, Park- und Erholungsanlagen. Das Gesetz stellt aber auch klar: «Oberirdische Bauten und Anlagen sind zulässig, soweit der Zweck der Zone sie erfordert.»

Von der ZSZ angefragte St. Galler Bauexperten beurteilen eine Sporthalle – im Vergleich etwa zu einem Tennisplatz – in der Grünzone zumindest als «Grenzfall». Der Stadtpräsident ist sich dessen bewusst. «Der Prozess, eine Halle in der Grünzone zu bauen, könnte aufwendig sein», sagt Martin Stöck­ling (FDP). Im schlimmsten Fall müsse man einen Teil der Allmend umzonen, sagt Stöck­ling. Das neue Planungs- und Baugesetz werde dem nicht entgegenstehen. Besteht ein öffentliches Interesse, kann ein Grundstück auch im Zeitraum der Gesamtüberarbeitung des kommunalen Zonenplans umgezont werden. Die Gesamtüberarbeitung wird wegen des neuen Baugesetzes notwendig und ist innert zehn Jahren abzuschliessen.

Der Reitstall im Grünfeld

Im Joner Grünfeld steht dem Bau einer Eishockeyhalle zumindest aus Sicht der Zonenordnung nichts entgegen. Allerdings: Viele freie Flächen gibt es nicht mehr. Im Vordergrund steht deshalb die Fläche, die heute vom Reitstall Grünfeld genutzt wird. Der Vorteil: Wie im Lido gehört das Land bereits der Stadt. Vor rund fünf Jahren hat Rapperswil-Jona die beiden Grundstücke nördlich und südlich der Oberseestrasse als strategische Landanlage gekauft. Auf dem Reitplatz soll in den kommenden Jahren eine Unihockeyhalle realisiert werden. Die Jona Uznach Flames hatten im Juni über das – privat finanzierte – Projekt informiert. Platz für die Hockeyhalle wäre also nur noch auf den Weiden oder auf dem Stallgelände selbst. Damit würde dem Reiterhof ziemlich sicher die Existenzgrundlage entzogen.

Gehört Reiten nicht ebenfalls zum Sport und hätte im Grünfeld ebenfalls eine Daseinsberechtigung? Stadtpräsident Martin Stöck­ling will dies nicht in Ab­rede stellen: «Es ist eine Interessensabwägung, die man vornehmen muss.» Er persönlich würde die Breitensportarten in einer solchen Abwägung höher gewichten. Konkret sind die Pläne im Grünfeld noch nicht: Gespräche mit der Stallpächterin zum Thema Eishockey haben laut ihrer Aussage noch keine stattgefunden.

Klar ist: Im Grünfeld würde mit dem Bau einer Hockeytrainingshalle eine der letzten – für Sportanlagen möglichen – Landreserven genutzt. Gibt es eine Stra­tegie, wie man das Sportangebot zukünftig entwickeln will? Ja, sagt Stadtpräsident Stöck­ling: «Die Sportstrategie der Stadt sieht vor, Ballsportarten im Grünfeld und Eis- und Wassersportarten im Lido zu konzen­trieren.» Ein Plan, den die Stadt mit dem Bau von Eisanlagen im Grünfeld anpassen müsste. Für Stöck­ling ist das ein gangbarer Weg. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.09.2017, 17:34 Uhr

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Parteien befürworten getrenntes Projekt

«Der Stadtrat hat vollkommen recht, das Projekt aufzuteilen», sagt FDP-Präsident Markus Gisler. Er glaubt, dass die Badi-Erneuerung so gute Chancen hat beim Stimmvolk. Gerade, weil bereits 7,8 Millionen Franken durch einen früheren Jahresgewinn der Stadt vorfinanziert wurden. Er stellt aber auch klar: Eine fixe Trainingshalle auf der Allmend kommt nicht infrage, weil so der Circus Knie blockiert würde. «Auf den Circus Knie will und kann die Stadt nicht verzichten.»

«Die Abtrennung macht Sinn», betont auch Silvia Kündig-Schlumpf, Co-Präsidentin der UGS. Priorität hätten aus ihrer Sicht die Badeanlagen für die breite Öffentlichkeit. Dem pflichtet SVP-Präsidentin Barbara Keller-Inhelder bei. «Die finanziellen Parameter machen eine Trennung notwendig.» Sie übt aber auch Kritik am Stadtrat: «Es stellt sich natürlich die Frage, ob die Konzeption des Projekts in der Ursprungsform jemals richtig gewesen ist und weshalb die Kostenschätzungen explodiert sind.»

Die GLP ist froh, dass nun für das Hallenprojekt neue Ideen denkbar sind. Auch über eine teilweise private Finanzierung der Halle müsse man in diesem Zusammenhang sprechen, meint Präsident Nils Rickert. Für Thomas Hofstetter, Präsident der CVP, ist der Sanierungsbedarf bei der Badi «dringend» gegeben. Über die Bücher müsse die Stadt in Sachen Hockey. Dort müsse man den tatsächlichen Bedarf nochmals gründlich abklären. Robert Hegi, Co-Präsident der SP, stimmt den anderen Parteien zu, was die Aufsplittung des Projekts betrifft. Er sagt aber: «Eine Halle im Grünfeld kommt für mich nicht infrage.» An der Sportstrategie der Stadt gebe es nichts zu rütteln. Die Jungfreisinnigen wünschen sich für das Bad einen Seezugang und kritisieren das Zurückstellen des Eishockeyprojekts. (ckn)

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