Uznach

Staatsanwaltschaft zieht Urteil gegen Schweinemäster weiter

Ein Schweinemäster aus dem Linthgebiet hat gemäss Kreisgericht See-Gaster weder gewerbsmässig betrogen noch zur Urkundenfälschung angestiftet. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft muss er für dreieinhalb Jahre hinter Gitter.

Laut Anklage hat ein Schweinemäster aus dem Linthgebiet zu viele Scheine auf engem Raum zusammengepfercht - mit aufgeklebten Vignetten des QN-Lebels auf den Begleitpapieren täuschte er eine tiergerechte Haltung vor.

Laut Anklage hat ein Schweinemäster aus dem Linthgebiet zu viele Scheine auf engem Raum zusammengepfercht - mit aufgeklebten Vignetten des QN-Lebels auf den Begleitpapieren täuschte er eine tiergerechte Haltung vor.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Fall sorgte im vergangenen Jahr für grosses Aufsehen: Gemäss Staatsanwaltschaft hatte ein Schweinemäster aus dem Linthgebiet im grossen Stil Schweine vernachlässigt beziehungsweise diese gequält. Dabei hatte er aber den Abnehmern seiner Schweinelieferungen laut Anklage über Mo­nate vorgegaukelt, er habe ­die Richtlinien des Labels «QN Schwei­zer Fleisch» des Schweizer Bauernverbandes erfüllt – welches immerhin für das Einhalten der Tierschutzbestimmungen steht.

Laut Gericht nur­ Tierschutzdelikte erwiesen

Wegen des Vorwurfs des gewerbsmässigen Betrugs sowie der Anstiftung zur Urkundenfälschung musste sich der Mäster im vergangenen September vor dem Kreisgericht Gaster-See in Uznach verantworten. Das Gericht sprach den Mäster in den wesentlichen Anklagepunkten frei – nur in einzelnen Fällen hielt das Gericht es für erwiesen, dass der Mäster seine Tiere quälte.

Unbedingte Geld- und­ Freiheitsstrafen gefordert

Inzwischen hat das Kreisgericht eine ausführliche Urteilsbegründung ausgearbeitet und den Parteien zugestellt. «Nach Vorliegen des begründeten Urteils hat die Staatsanwaltschaft entschieden, Berufung gegen das Urteil zu erklären», sagt der Medienbeauftragte der St. Gal­ler Staatsanwaltschaft, ­Roman ­Dobler. Mit der Berufung fordert die Staatsanwaltschaft, der Hauptbeschuldigte ­

sei des gewerbsmässigen Betrugs und der mehrfachen Anstiftung zur Urkundenfälschung schuldig zu sprechen. Weiter fordert die Staatsanwaltschaft auch für ­jene Fälle von mutmasslicher Tierquälerei einen Schuldspruch, in welchen das Kreisgericht den Mäster freigesprochen hatte.

Gemäss ­Dobler sei man nach Studium des begründeten Urteils zum Schluss gekommen, dass ­das Kreisgericht den Sachverhalt unrichtig festgestellt habe. Die Staatsanwaltschaft fordert eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren sowie eine unbe­dingte Geldstrafe in der ­Höhe von 13 500 Franken.

Auch Gehilfe soll schuldig ­gesprochen werden

Auch gegen den Teilfreispruch des Gehilfen des Schweinemästers, der sich ebenfalls im Herbst vor dem Kreisgericht verantworten musste, hat die Staatsanwaltschaft Berufung erklärt. Er sei ­der Gehilfenschaft zu mehrfachem Betrug, der mehrfachen Urkundenfälschung sowie der mehrfachen vorsätzlichen Tierquälerei schuldig zu sprechen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine ein­jährige bedingte Freiheitsstrafe sowie eine bedingte Geldstrafe ­in der Höhe von 10 000 Franken.

Trotz eines Urteils im ­Sinne sei­nes Mandanten hatte auch ­Heinz ­Peter Küh­nis, der Verteidiger des Mästers, Berufung erklärt. Küh­nis will durch das Kantons­gericht prüfen lassen, ob das Kreis­ge­richt in Uznach korrekt be­setzt war – seiner Meinung nach hätten es fünf statt nur drei Richter sein müssen. Der Verteidiger hofft, damit zu erreichen, dass das Kreisgericht den Prozess wiederholen muss – bis dann wären aber sämtliche mutmasslichen Verstösse gegen das Tierschutzgesetz verjährt.

Erstellt: 07.03.2016, 17:18 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles