Digitalisierung

St. Galler Kantonalbank führt Swiss ID ein

Das Onlineangebot der St. Galler Kantonalbank wird vereinfacht. Künftig können sich Kunden beim Abschluss einer Online-Hypothek mit der Swiss ID ausweisen.

Als schweizweit erste Bank überhaupt führt die St. Galler Kantonalbank Swiss ID ein.

Als schweizweit erste Bank überhaupt führt die St. Galler Kantonalbank Swiss ID ein.

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Wer bei der St. Galler Kantonalbank (SGKB) online eine Hypothek abschliessen will, kann dies künftig mit der Swiss ID tun. Die Bank plant die Einführung der digitalen Identität zu diesem Zweck bis spätestens im Herbst, wie sie gegenüber der ZSZ bestätigt: Das Hypothekengeschäft ist bei der SGKB der Testfall für die Swiss ID. Die Kunden der SGKB gehören damit zu einem exklusiven Kreis, denn bis anhin wird die Swiss ID einzig von der Post angeboten. Der gelbe Riese hat Anfang Jahr damit begonnen, ihre Kunden auf die Swiss ID zu migrieren, was zu einigen Problemen geführt hat. Die Post verschickte E-Mails, mit der Aufforderung auf das neue Login zu wechseln. Die Kunden waren darob verunsichert, ob es sich nicht um ein Betrugsversuch handelte und zögerten daher bei der Umstellung.

Hinter der Swiss ID stehen Unternehmen wie die Post, die SBB, die Credit Suisse und Mobiliar. Sie sind Teilhaber der Swiss Sign Group AG, welche die digitale Identität entwickelt.

Videokontrolle ist zu intim

Auch heute gibt es bereits die Möglichkeit bei der SGKB als Neukunde ein Konto online zu eröffnen, doch besonders bequem ist das Angebot nicht. Der Kunde muss sich in einem letzten Schritt per Videoanruf ausweisen, indem er die Identitätskarte neben sein Gesicht hält, damit der Bankangestellte ihn identifizieren kann. «Viele Kunden empfinden dies als einen Eingriff in die Intimsphäre», sagt Marius Federle, der bei der SGKB für die Entwicklung des digitalen Bankgeschäfts zuständig ist. Daher werde diese Möglichkeit nur selten genutzt.

Mit der Swiss ID wird das ganze Prozedere stark vereinfacht. Dabei geht es um eine Art Onlinekonto, das eindeutig einer Person zugeschrieben werden kann und mit dem man überall im Internet unterwegs sein kann. Dafür muss man sich nur ein einziges Mal mit seiner Identitätskarte registrieren. Danach benötigt man nur noch einen Benutzernamen und ein Passwort, egal ob man, die neusten Schuhe bestellen, ein Bahnticket lösen oder eine Hypothek eröffnen will. Zumindest bei den Firmen, die auf die Swiss ID setzten.

Schadenpotenzial ist grösser

Da mit einem einzigen Zugang so viele Nutzerkonten miteinander verbunden sind, wäre der Schaden bei einem Hackerangriff bei der Swiss ID ungleich grösser. Das gibt auch Federle unumwunden zu. Doch er weist darauf hin, dass die Erfolgschancen eines solchen Angriffs sinken, auch weil weniger Passwörter benutzt werden.

Meistens nutzen Betrüger nämlich menschliche Schwächen aus, und nicht technologische. «Die neuen technologischen Lösungen bringen schlussendlich viele Vorteile, sodass die meisten Nutzer bereit sind ein minimales Restrisiko einzugehen.», zeigt sich Federle aber überzeugt.

Kein Datenkrake

Ein weiterer Vorteil ist die Kontrolle über die persönlichen Daten, welche die Swiss ID bietet. Im Gegensatz zu Firmen wie Facebook oder Google, mit deren Konten sich viele Nutzer auch auf anderen Internetseiten anmelden, sammelt die Swiss ID keine Daten. Zudem erhalten die Firmen nur so wenige Informationen über ihre Kunden, wie möglich.

Bei der Abwicklung eines Onlinegeschäfts, fragt ein Anbieter bei der Swiss ID an, ob die angegebene Adresse stimmt oder, ob die Kundin alt genug ist, um zum Beispiel Alkohol zu kaufen. Dabei erhält er nur ja oder nein Antworten und keine genaueren Angaben.

Die Antworten liefert eine dritte Partei, etwa die Post oder eine Bank. «Banken sind in einer starken Position, wenn es um die Verifizierung geht, weil wir stark reguliert sind und genau wissen müssen, wer unsere Kunden sind», meint Federle. Bankkunden müssen sich bei der Registrierung mit einer amtlichen ID ausweisen können.

Bank und Händler stehen aber bei der Nutzung der digitalen Identität also nicht direkt in Kontakt und wissen daher nicht, was der Kunde wo macht. «Das Ziel ist so viele Daten wie nötig, aber so wenige wie möglich auszutauschen», erklärt Federle.

Marius Federle hält morgen im Rahmen der Tagung «Digitale Identität und Sicherheit» an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) einen Vortrag zum Thema. Die Tagung dauert von 18:15 bis 20:15 Uhr. Kostenlose Teilnahme, Anmeldung unter www.ipek.hsr.ch/Anmeldung-Innovationstagung. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.05.2018, 15:21 Uhr

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