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St. Gallen gibt weniger Geld für Bildung aus als der Durchschnitt

Die Bildungsausgaben im Kanton St. Gallen liegen unter dem Schweizer Durchschnitt, wie eine neue Studie zeigt. Damit widerspricht sie Kritikern, die monieren, die Bildung sei ein Kostentreiber der kantonalen Ausgaben.

Die Vergrösserung von Schulklassen ist eine beliebte Sparmassnahme. Doch eine neue Studie zeigt, dass kein Zusammenhang zwischen Klassengrösse und Kosten besteht.
Die Vergrösserung von Schulklassen ist eine beliebte Sparmassnahme. Doch eine neue Studie zeigt, dass kein Zusammenhang zwischen Klassengrösse und Kosten besteht.
Archiv / Keystone

Bildungsausgaben sorgen regelmässig für rote Köpfe. Die einen loben Bildung als höchstes Gut, welches keinerlei Abstriche vertrage. Die anderen kritisieren das Bildungswesen als Kostentreiber, der zurückgestutzt werden muss. Auch im Kanton St. Gallen wurden letztes Jahr Stimmen laut, welche nach Kürzungen verlangten, da die Bildungskosten zu hoch seien.

Nun aber zeigt eine Studie der Industrie- und Handelskammern St. Gallen, Appenzell und Thurgau (IHK), dass die pro Kopf-Ausgaben für Bildung im Kanton St. Gallen im Jahr 2014 unter dem Schweizer Durchschnitt lagen. Schweizweit ist der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandprodukt (BIP) seit 2005 stetig gestiegen, wie eine Untersuchung des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt. Im Kanton St. Gallen hingegen ist der Anteil der Bildungskosten am BIP des Kantons bei etwa fünf Prozent stabil geblieben.

Regierungsrat Stefan Kölliker (SVP), Vorsteher des Bildungsdepartements sieht durch diese Zahlen die Politik des Kantons bestätigt: «Wir sind seit Jahren darauf bedacht, die Kosten zu optimieren.» Er müsse ein klares Lob an alle aussprechen, die im Schuldienst tätig sind, denn es habe auf allen Stufen ein «entsprechendes Denken» Einzug gehalten. Zudem hätten auch die drei Sparpakete, welche der Kanton in den letzten sieben Jahren geschnürt hat, ihre Wirkung gezeigt.

Klassengrösse ohne Wirkung

Zu den Sparmassnahmen, die der Kanton ergriffen hat, gehört auch die Vergrösserung der Klassen, insbesondere auf der Sekundarstufe II. Die IHK-Studie findet allerdings keinen Zusammenhang zwischen der Klassengrösse und den Ausgaben pro Schüler während der obligatorischen Schulzeit. Dies sei überraschend, kommentieren die Autoren der Studie. Auch Kölliker ist skeptisch. Die Erfahrungen im Kanton würden zeigen, dass grössere Klassen durchaus zu einer Kostenreduktion führe. Dies habe sich in St. Gallen in Bezug auf die Sekundarstufe II bestätigt.

Im Bereich der Höheren Berufsbildung sind die Ausgaben im Kanton St. Gallen im Kontrast zum Schweizer Durchschnitt stark angestiegen. Während die Kosten Schweizweit um knapp sechs Prozentpunkte zurückgingen, stiegen sie in St. Gallen um knapp drei Prozent an. Kölliker erklärt sich diese Differenz mit dem Ausbau des Angebots im Kanton. Zudem biete St. Gallen auf der Sekundarstufe II viele interkantonale Angebote. Andere Kantone hingegen könnten davon profitieren und müssten nur die Kosten für ihre eigenen Schüler übernehmen.

Dass die Bildungsausgaben insgesamt im Kanton St. Gallen trotz des stetigen Ausbaus unterdurchschnittlich seien, weise auf eine überdurchschnittliche Effizienz hin, resümiert Kölliker.

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