Rapperswil-Jona

Seltener Flussregenpfeifer brütet im Jona-Delta

Der Joner Stampf ist dieses Jahr wieder Kinderstube für den Flussregenpfeifer. Damit die Vögel beim Brüten nicht gestört werden, darf das Kiesdelta aktuell nicht betreten werden.

Betreten unerwünscht: Das Kiesdelta bei der Jona-Mündung im Stampf ist aktuell Brutstätte des seltenen Flussregenpfeifers.

Betreten unerwünscht: Das Kiesdelta bei der Jona-Mündung im Stampf ist aktuell Brutstätte des seltenen Flussregenpfeifers. Bild: Manuela Matt

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Der Hinweis kam von einem ortsansässigen Ornithologen: Im Kiesdelta bei der Jona-Mündung brütet ein Paar des Flussregenpfeifers. Die Vogel ist eine Seltenheit. Der Bestand in der Schweiz wird auf rund 90 bis 100 Paare geschätzt. Der Grund, weshalb der Flussregenpfeifer als gefährdet gilt, ist sein schwindender Lebensraum. Die von Menschen geschaffenen Kiesinseln sind kein valabler Ersatz, weil hier oft Badegäste oder Ausflügler die Vögel vertreiben.

Das soll im Stampf nicht passieren. Mit einer Tafel weist die Naturschutzkommission von Rapperswil-Jona die Bevölkerung darauf hin, dass das Delta nicht betreten werden sollte. Das Vogelpaar soll zum Brüten seine Ruhe haben. «Die Tafel haben wir freiwillig aufgestellt », erklärt dazu Peter Lanz, Aktuar der Naturschutzkommission. Was die Einhaltung anbelangt, sei man auf den Goodwill der Bevölkerung angewiesen. Begibt sich jemand dennoch aufs Delta, könne dies nicht geahndet werden. Wie ein Augenschein kürzlich vor Ort zeigte, halten sich längst nicht alle Ausflügler an die Vorgabe.

Hochwasser als Gefahr

Der Flussregenpfeifer ist dank seiner Färbung auf dem Kies gut getarnt. «Wenn sich auf Schotter- oder Sandbänken plötzlich Kieselsteine zu bewegen scheinen, dürfte es sich um einen Flussregenpfeifer handeln», schreibt die Vogelwarte Sempach auf ihrer Internetseite. «Der Vogel rollt mit seinen schnellen Trippelschritten geradezu über den Boden, hält plötzlich an, um rasch wieder eine Strecke zurückzulegen. Manchmal trampelt er energisch auf Sand oder Schlamm herum, um Beutetiere aus ihren Schlupfwinkeln aufzuscheuchen», heisst es weiter. Flussregenpfeifer brüten am Boden, gerne im Kies und nahe am Wasser. Das Nest ist eine Mulde im Boden und wird mit Pflanzen und anderen Materialien ausgelegt.

Das Jona-Delta bietet damit ideale Bedingungen. Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden Flussregenpfeifer beobachtet, wie Peter Lanz weiss. Nicht immer aber nimmt das Schicksal der Jungvögel einen guten Verlauf. Wird das Delta bei Hochwasser überschwemmt, werden die Nester davongetragen.

Das Hinweisschild bleibt bis Ende Juni stehen. Während der Sommerferien, wenn der Joner Stampf abends und am Wochenende wieder fest in den Händen von Party-, Grill- und Freizeitvolk ist, wird es auch mit der Ruhe auf dem Delta vorbei sein. Doch dann seien die Jungvögel schon so gross, dass es vertretbar sei, das Delta wieder freizugeben, sagt Peter Lanz.

Erstellt: 13.06.2017, 17:08 Uhr

Der Flussregenpfeifer ist in der Schweiz sehr gefährdet. Nur rund 100 Paare gibt es noch. (Bild: Klaus Robin)

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