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Seeverschmutzung: Rund 50 Liter Treibstoff flossen in das Lidobecken

Grosser Ölteppich im Lido: In Rapperswil-Jona sind im Hafenbecken des Lido mehrere Dutzend Liter Treibstoff in den See gelangt. Der Grund für die Seeverschmutzung ist derzeit noch nicht bekannt.

Rund 50 Liter Treibstoff sorgten am Montag im Rapperswiler Lido für einen unübersehbaren Ölteppich.
Rund 50 Liter Treibstoff sorgten am Montag im Rapperswiler Lido für einen unübersehbaren Ölteppich.
zvg/Kapo SG

Am Montagmittag ging bei der Kantonspolizei St.Gallen eine Meldung ein, wonach im Hafenbecken Lido in Rapperswil Öl in den Obersee gelaufen sei. Sofort rückten die Kantonspolizei sowie die Seerettung Rapperswil aus. Um die rund 50 Liter ausgelaufenen Treibstoffs zu binden, wurde zudem die Feuerwehr Rapperswil-Jona herbeigezogen, erzählt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen auf Anfrage. Und auch das kantonale Amt für Umwelt habe man routinemässig aufgeboten.

Beim Ölteppich, der sich im Hafenbecken ausgebreitet hat, habe es sich glücklicherweise nur um eine dünne Mikroschicht gehandelt, erklärt Feuerwehrkommandant Roland Meier. «Normalerweise setzen wir bei derartigen Vorfällen Schwimmsperren ein, um die weitere Ausbreitung des Stoffes zu verhindern. Danach wird dieser von der Gewässeroberfläche abgesaugt.» Weil die Ölschicht im Lido aber derart dünn ausgefallen sei, habe man auf ein anderes Verfahren ausweichen müssen. Mit dem Einsatz eines Tensids – eine Substanz die auch in herkömmlichen Waschmitteln enthalten ist – habe man die Oberflächenspannung des Öls herabsetzen können. «Dadurch ist das Öl abgesunken und hat sich in der Folge mit dem Wasser durchmischt», führt Meier aus.

Das ausgelaufene Öl befindet sich also nach wie vor im Obersee. Was auf den ersten Blick unsinnig scheint, hat aber durchaus seinen Grund, wie Meier erklärt: «Diese Massnahme haben wir in erster Linie ergriffen, um zu verhindern, dass noch weitere besorgte Passanten den Ölfilm im See entdecken und uns aufs neue benachrichtigen.»

Mehrere Szenarien denkbar

Der Feuerwehrkommandant spricht generell von einem eher harmlosen Zwischenfall. «Ich gehe nicht davon aus, dass der Vorfall einen Einfluss auf die Natur haben wird.» Auch Hanspeter Krüsi bestätigt, dass bisher weder ein Fischsterben noch andere Folgen haben festgestellt werden können. Zur definitiven Abklärung habe man Wasserproben entnommen.

Wie die rund 50 Liter Treibstoff in die Rapperswiler Hafenanlage gelangten, ist gemäss Krüsi noch gänzlich unklar. «Die Untersuchungen und Befragungen laufen.» Für den Mediensprecher gibt es verschiedene Szenarien, die zur Wasserverschmutzung geführt haben könnten. «Es ist denkbar, dass ein Boot ein Leck hatte. Oder aber das Öl ist bei Reparaturarbeiten in der unmittelbar am Hafen gelegenen Bootshalle ausgetreten.» Schliesslich müsse man auch die Option im Auge behalten, dass jemand den Treibstoff illegal im See entsorgt habe.

Die Feuerwehr von Rapperswil-Jona muss indes immer wieder zu Vorfällen dieser Art ausrücken. Nicht immer gibt es für die Männer und Frauen aber auch wirklich etwas zu tun, wie Roland Meier erzählt. Immer wieder würden er und sein Team von besorgten Bürgern wegen seltsamen Gewässerverfärbungen aufgeboten. «Oftmals ist die Natur aber selber Auslöser eines solchen Phänomens.» Vor allem im Herbst komme es deshalb auch immer wieder zu «Falschmeldungen».

Ein Passant bemerkte den Ölteppich und kontaktierte umgehend die Polizei. Bild:Zvg/Kapo SG.
Ein Passant bemerkte den Ölteppich und kontaktierte umgehend die Polizei. Bild:Zvg/Kapo SG.

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