1.-August-Feier

Schweizer Kracher sind verboten

Die Kantonspolizei weist die Bevölkerung auf verbotene Knallkörper hin. Wer illegal Feuerwerk anzündet, macht sich strafbar. Grossfeuerwerke erfordern spezielle Kurse.

«Schweizer Kracher» sind genauso verboten wie «Lady-Crackers», die länger als 22 Millimeter sind oder «Knallteufel» mit einem Satzgewicht von über 2,5 Milligramm.

«Schweizer Kracher» sind genauso verboten wie «Lady-Crackers», die länger als 22 Millimeter sind oder «Knallteufel» mit einem Satzgewicht von über 2,5 Milligramm.

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«Jedes Jahr gibt es Verletzungen durch Feuerwerkskörper», sagt Hans­peter Krüsi, Mediensprecher von der Kantonspolizei St. Gal­len. Für die bevorstehende Bundesfeier warnt die Kantonspolizei St. Gallen in einer Medienmitteilung vor dem Abbrennen von Feuerwerk. Bodenknallendes Feuerwerk – auch als Böller bekannt – ist in der Schweiz grundsätzlich verboten. Schweizer Kracher, Österreicher Kracher oder Piraten heissen diese unerlaubten Feuerwerkskörper. Diese seien in der Handhabung zu unsicher und daher gefährlich.

Seit diesem Jahr ist schon der Besitz von Böllern strafbar. Neben der Verletzungsgefahr und der hohen Lärmbelastung würden mit den verbotenen Knallkörpern auch immer wieder kleinere Sachschäden verursacht, sagt Krüsi. In der Schweiz ist es nicht möglich, die Böller ­legal zu erwerben. Diese werden meist aus dem Ausland importiert. Aber auch bei der Einfuhr von legalem Feuerwerk gibt es Beschränkungen. Wer Feuerwerk einführen will, dessen Gesamt­menge 2,5 Kilogramm über­steigt, muss ein schrift­liches Bewilligungsgesuch stellen.

Hoffen auf gutes Wetter

«Die Leute warten noch auf ­gutes Wetter», sagt Chris­tian Frey, der in seinem Geschäft in Stäfa neben Modellautos auch Vulkane und Raketen verkauft. Bei den Privaten sei der Verbrauch von Feuerwerk in den letzten Jahren zurückgegangen. «Es wird zu wenig Feuerwerk ­gekauft», sagt Frey. Die Gemeinden, die eigene Anlässe planten, würden sich beim Grosshändler eindecken. Er hingegen sei auf die Kleinkunden angewiesen. Und diese reagierten gewöhnlich empfindlicher auf die Wetterlage.

Aber auch bei den legalen Feuerwerkskörpern gibt es Einschränkungen. Seit dem 1. Januar 2014 dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie F4, «die eine ­grosse Gefahr darstellen», nur noch durch Personen mit Fachkenntnissen verwendet werden. «Der Respekt vor Feuerwerk ist grösser geworden seit der Einführung von F4», sagt Frey. Unfälle passieren seiner Meinung nach aber auch, weil die Leute sich nicht mehr so oft im Fachhandel beraten liessen. Gleichzeitig führte die Einführung der Verordnung im ersten Jahr zu einem regelrechten Andrang auf die Prüfungsstellen.

Kurse ab 500 Franken

Mittlerweile seien die Anmeldezahlen für die Feuerwerkskurse wieder rückläufig, sagt Kurt Ab­egg­len, Präsident der Prüfungskommission der IG Grossfeuerwerk. Dennoch waren die zwei bis­he­rigen Kurstermine in diesem Jahr komplett ausgebucht. «Bereits stehen die ersten Auffrischungskurse an», sagt Ab­egg­len. Die Kurse werden seit 2011 angeboten und müssen alle fünf Jahre erneuert werden. Gemeinden und Behörden, aber vereinzelt auch Firmen und Privatpersonen, melden sich für die Prüfung an.

Den sogenannten A-Kurs für 500 Franken kann man schon inner­halb eines Tages absol­vieren. Mit diesem darf man zünd­fer­tige Feuerwerkskörper der Kategorie F4 bis zu 50 Kilogramm verwenden. Feuerwerksbatterien dieser Grösse werden gewöhnlich für Hochzeits- und Geburtstagsfeiern oder für kleinere Silvester- und 1.-August-Feiern benötigt. Wer gewerbsmässig grosse Feuerwerke plant, muss den einwöchigen Kurs B besu­chen und bezahlt dafür rund 5000 Franken. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.07.2017, 10:55 Uhr

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