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Schutz für Hecken und Baumriesen

In die neue Natur- und Landschaftsschutzverordnung wird sogar ein Bergahorn auf der Alp Vorderwängi aufgenommen.

Auf 800 Jahre wird dieser Bergahorn geschätzt. Jetzt stellt Kaltbrunn ihn unter Schutz.
Auf 800 Jahre wird dieser Bergahorn geschätzt. Jetzt stellt Kaltbrunn ihn unter Schutz.
Archiv Silvia Luckner

Die neue Schutzverordnung der Gemeinde Kaltbrunn liegt bis am 13. Februar öffentlich auf. Sie betrifft den Teilbereich Natur und Landschaft. Der zweite Teil, Denkmalpflege und Ortsbildschutz, ist noch nicht bereit. Die Gemeinde hat sämtliche von den Änderungen betroffenen Grundeigentümer separat angeschrieben, wie Gemeindepräsident Markus Schwizer (CVP) auf Anfrage erklärt. Man wolle volle Transparenz herstellen.

Der Aufwand für das neue Regelwerk war beträchtlich. Die Mitarbeiter eines von der Gemeinde beauftragten Rheintaler Ökobüros liefen alle Schutzgebiete ab, nahmen den Bestand auf und machten wo nötig Änderungsvorschläge. Bei den Naturschutzgebieten und Rietflächen hat sich laut Markus Schwizer nicht viel geändert; für das Kaltbrunner Riet gilt ohnehin eine eigene Schutzverordnung.

Die neue Verordnung wird aber durch einige Kategorien ergänzt; so sind beispielsweise Einzelbäume und Baumgruppen, Alleen und Halballeen oder Trockenmauern erfasst. Einzelbäume und Baumgruppen werden unter Schutz gestellt, wenn sie einen prägenden Charakter für das Landschaftsbild haben oder einem Platz eine besondere Bedeutung verleihen. So hat es ein auf 800 Jahre geschätzter Bergahorn auf der Alp Vorderwängi als Ausnahmeobjekt in die Schutzverordnung geschafft. Er werde von der Bevölkerung als Baumriese geschätzt, heisst es im Bericht des Ökobüros.

Zu den einzelnen Lebensräumen werden neu Bewirtschaftungsvorschriften angegeben. So dürfen Trockenwiesen ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden, Feuchtwiesen und Flachmoore müssen neu pro Jahr einmal zwischen dem 1. September und dem 15. März gemäht werden. Ausserdem wird in allen Schutzgebieten die Bekämpfung von invasiven Neophyten vorgeschrieben.

Mehr Hecken

Die neue Schutzverordnung will laut Markus Schwizer vor allem die Hecken schützen, und zwar sowohl die ortstypischen Haselhecken – sogenannte Lebhäge – als auch andere artenreiche Hecken. Vergleiche mit Luftbildern aus dem Jahr 1998 zeigten, wo Neu- oder Ersatzbepflanzungen nötig waren. Mit der Mehrheit der Grundeigentümer sei nach Begehungen vor Ort ein Ersatz vereinbart worden, heisst es im Bericht. Die meisten Hecken wurden inzwischen bereits gepflanzt.

Es wurden auch neue Gebiete in die Schutzverordnung aufgenommen, so etwa ein kleiner Weiher mit Gehölzen und einer Feuchtwiese im Gebiet Gublen oder ein Hochmoor auf der Alp Mittelwängi. Die Dammböschungen am Steinenbach sind neu als Magerwiesen erfasst. Anderseits wird das Schutzgebiet im Dorren aus dem Inventar entlassen. Es sei seinerzeit wohl wegen des Vorkommens der Grünen Nieswurz unter Schutz gestellt worden, heisst es im Bericht.

Die Feldaufnahmen hätten nun gezeigt, dass dichte Bestände dieser Pflanze vorhanden seien. Laut Planungsbericht des Ökobüros wird die neue Schutzverordnung sowohl den Landwirten als auch der Natur gerecht. Für die Bauern seien langfristig pflegbare Bewirtschaftungseinheiten entstanden, auf der andern Seite seien aber die typischen Flachmoorflächen nicht reduziert worden.

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