Wädenswil

Schule in Lernlandschaften, Glasräumen und Inputzimmern

Seit einem guten halben Jahr ist im Oberstufenschulhaus Rotweg der Schulbetrieb im Gange. Am Freitag und Samstag haben Interessierte die Möglichkeit, den Neubau zu besichtigen.

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Hell, freundlich und gross sind die beiden Eingänge des neuen Oberstufenschulhauses Rotweg. Dieses Konzept zieht sich durchs ganze Haus. Rund drei Jahre lang dauerte es, bis der Neubau Ende letzten Jahres fertiggestellt war. Seit dem 9. Januar läuft der Schulbetrieb im Rotweg, zurzeit gehen dort 240 Schülerinnen und Schüler zur Schule. Unterrichtet werden sie von 30 Lehrpersonen.

Die Oberstufenschule Wädens­wil nimmt im Bezirk eine Vorreiterrolle ein. Seit einigen Jahren arbeitet sie mit einem Konzept, das den Schülern mehr Eigenverantwortung überträgt und Selbständigkeit fördert. Die Jugendlichen sitzen nicht einfach jeden Tag im selben Klassenzimmer und hören der Lehrperson zu, sondern sie erarbeiten sich ihr Wissen selber. Dafür arbeiten sie mit einem Wochenplan. «Den Schülerinnen und Schülern wird zwar gesagt, welche Aufgaben sie machen müssen, jedoch können sie es sich selber einteilen, wann sie was machen und welche individuellen Schwerpunkte sie setzen wollen», erklärt Schulleiter Frido Koch. Damit wolle man die Motivation und Lernfreude erhalten und fördern.

Cluster statt Klassenzimmer

Auch während der Bauphase — die Schule fand in Container-Provisorien statt — wurde mit diesem Konzept gelehrt. «Dadurch, dass wir jetzt viel mehr Platz und eine sehr moderne Einrichtung haben, lässt sich das Konzept nun noch viel besser umsetzen», so Koch. Der Westtrakt des alten Schulhauses Rotweg blieb bestehen, er wurde sanft renoviert. Dort befinden sich nun das Naturkundezimmer, die Schulsozialarbeit und der Hausdienst.

Das eigentliche Herzstück ist der Neubau, der sich über vier Geschosse erstreckt. Im Sockelgeschoss ist die Musikschule mit vier Zimmern und der sogenannten Schlagzeugbox eingemietet, ebenso befinden sich dort allgemeine Fachräume wie Werkstätten. Im Erdgeschoss finden der Musikunterricht und die Mittagsbetreuung statt, es gibt einen Aufenthaltsraum für die Lehrpersonen und die Aula. Die Geschosse zwei und drei werden ausschliesslich für den Schulunterricht genutzt. Dabei stehen den zwölf Oberstufenklassen vier sogenannte Cluster zur Verfügung. Ein Cluster besteht aus einer grossen Lernlandschaft für das individuelle Lernen, aus vier Glasräumen, in denen die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel Gruppenarbeiten erledigen können sowie zwei Inputzimmern. Im konventionellen Schulsystem nennt man diese einfach Klassenzimmer.

Das Schulhaus gefällt

Der erste öffentliche Besuchstag für die Wädenswiler Bevölkerung und alle anderen Interessierten fand am Freitag während des Schulunterrichts statt und war gut besucht. Viele Frauen und Männer wollten sehen, wie die heutige Jugend in der Schule lernt und viele wollten auch wissen, wo die 26.3 Millionen Franken hingeflossen sind, die das Wädenswiler Stimmvolk im Juni 2013 mit einem deutlichen Ja genehmigte. Das Schulhaus gefalle, es sei sehr freundlich, war immer wieder zu vernehmen. «Wenn ich so Schule gehabt hätte, wäre ich vielleicht auch gerne in die Schule gegangen», meinte ein älterer Mann.

Nicht nur den Besuchern gefällt das neue Schulhaus Rotweg. Auch die Lehrpersonen und die Schülerinnen und Schüler sind begeistert. Joy Bond, Fachlehrerin für Französisch und Englisch meinte stellvertretend für ihre Lehrerkollegen: «Wir fühlen uns hier sehr wohl. Es ist toll, in diesen Räumen und mit der neusten Technologie arbeiten zu können.» Auch den meisten Schülern gefällt es in ihrem neuen Schulhaus. Obwohl deshalb wahrscheinlich nicht alle lieber zur Schule gehen, war doch auch immer wieder dies zu vernehmen. Silvio Glättli gehört in diese Gruppe. Natürlich sei es immer noch Schule, aber jetzt gehe er schon lieber. Das Konzept gefällt ihm. «Ich finde es gut, dass unsere Selbstverantwortung gefördert wird.» Einen Nachteil sieht er darin, dass es keine Garderobe mehr gibt und dass sie wegen des heiklen Bodens im Schulhaus keine Süssgetränke mehr trinken dürften.

Über das neue Schulhaus freut sich auch Adrian Schoch, Schulpräsident der Oberstufenschule Wädenswil. Besonders die Aussengestaltung des Pausenplatzes mit mehreren Lernnischen und Rückzugsorten gefalle ihm. «Ein grosser Dank gehört der Wädenswiler Stimmbevölkerung. Dass ein solches Projekt so klar genehmigt wurde, ist heute, mit dem Spardruck, nicht mehr selbstverständlich.»

Am Samstag, 17. Juni, Festbetrieb mit Schulhausführungen, Einblicken in den Schulbetrieb damals und heute sowie Verpflegungsständen von 9 bis 15 Uhr. Um 11 Uhr offizieller Eröffnungsakt mit Ansprachen u.a. von Schulpräsident Adrian Schoch und Stadtrat Peter Schuppli. Chorkonzert des Oberstufenschulchors Wädenswil, Kulturhalle Glärnisch, 20 Uhr. Ticketreservation obligatorisch unter www.oswaedenswil.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.06.2017, 16:56 Uhr

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